Maserati will Absatz verachtfachen

Maserati hat Großes vor: Bis zum Jahr 2015 sollen die weltweiten Verkaufszahlen auf 50.000 Einheiten jährlich erhöht werden. Was diese Hausnummer bedeutet, wird erst klar, wenn man einen Blick auf den heutigen Stand der Dinge wirft: 2012 verkaufte die italienische Sportwagenschmiede insgesamt gerade einmal 6.288 Fahrzeuge. Das Ziel ist also eine Verachtfachung des Absatzes innerhalb von nur drei Jahren.

Neue Modelle
,Das klingt zunächst utopisch" gesteht Thomas Kern, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Maserati, ,wird aber plausibler, wenn man sich die geplante Strategie genauer ansieht". Zu den derzeitigen Nischenfahrzeugen GranTurismo und GranCabrio sowie der in sechster Generation neu aufgelegten Luxuslimousine Quattroporte sollen sich zwei weitere Modelle gesellen, mit denen Maserati ins Volumensegment eindringen will.

Ghibli
Der Name Ghibli dürfte Maserati-Fans bekannt vorkommen, immerhin verkauften die Italiener schon 1966 bis 1973 ein Modell unter dieser Bezeichnung. Im Gegensatz zu damals ist der neue Ghibli allerdings kein Sportwagen, sondern eine Limousine der Mittelklasse im Format eines Mercedes E, Audi A6 und BMW 5er. Mit seinem zeitlosen Design und einem Einstiegspreis von ungefähr 65.000 Euro soll der ab Juni bestellbare Ghibli Mittelständler als Käufer gewinnen und im Flottengeschäft Fuß fassen.


Erster Maserati mit Dieselmotor
Um ein möglichst großes Spektrum an Kunden anzuziehen, kann der Ghibli als erster Maserati mit einem Dieseltriebwerk ausgestattet werden. Der 3,0-Liter-V6-Selbstzünder ist eine konzerneigene Entwicklung, leistet 275 PS und bringt 600 Newtonmeter Drehmoment auf die Achse. Doch nicht nur der Dieselmotor ist neu: Die beiden Limousinen Quattroporte und Ghibli gibt es von nun an auf Wunsch mit dem neuen Allradantrieb Q4.

Levante
Als zweites Volumenmodell im Maserati-Portfolio steht ab Ende 2014 das SUV Levante bereit. Durch den Zusammenschluss des Mutterkonzerns Fiat mit Chrysler können die Italiener nun die Plattformen vom SUV-Profi Jeep nutzen. Das Vorbild Porsche mit dem Cayenne zeigt, dass die Aufnahme eines SUVs in die Modellpalette den Weg zum Volumenhersteller ebnen kann.

Sportcoupé
Ghibli und Levante sollen 2015 mit jeweils 20.000 Einheiten 80 Prozent des geplanten Verkaufsvolumens abdecken, die übrigen 20 Prozent soll vor allem der Quattroporte eintreiben, für den, Stand Mai 2013, laut Hersteller schon 10.000 Bestellungen vorliegen. Erwartet wird außerdem für 2015 ein Sportcoupé mit dem möglichen Namen Shamal.

Situation in Deutschland
In Deutschland verkaufte Maserati 2012 rund 300 Fahrzeuge, 2013 rechnet man mit circa 800 Stück, 2015 sind dann 3.000 bis 3.500 Einheiten eingeplant. Um dieses Ziel zu erreichen, bauen die Italiener ihr Händlernetz aus. So eröffnet nach vierjähriger Maserati-Abstinenz wieder ein Showroom in München. Damit schließt die Marke eine wichtige Lücke im Händlernetzwerk, denn die bayerische Landeshauptstadt gilt als gutes Pflaster für das Segment der Luxusautomobile.

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