Neun von 16 Pedelecs fallen im ADAC-Test durch

Derzeit redet ganz Deutschland von der Elektromobilität, die Regierung berät sich auf einem Gipfel mit der Industrie. Im wahrsten Wortsinne still und leise hat sich bislang aber nur das E-Fahrrad durchgesetzt. Mehr als 380.000 Exemplare der elektrisch angetriebenen Drahtesel wurden im Jahr 2012 verkauft. Jetzt deckt ein Test des Automobilclubs ADAC eklatante Schwächen der Zweiräder auf.

Neun fallen durch
Gleich neun von 16 Modellen erhielten im Test die Note ,mangelhaft" und zwar die Räder der Marken Leviatec, Kreidler, KTM, Sinus, Flyer, Top Velo, Fischer, Victoria und Raleigh. Bei fünf Testkandidaten (Flyer, KTM, Sinus, Kreidler, Leviatec) brachen im Belastungstest der Rahmen, der Lenker oder die Aufnahmen für die Hinterachse, drei Modelle (Victoria, Fischer, Top Velo) wurden wegen mangelhafter Bremsen abgewertet. Das Raleigh Impulse iR HS nimmt seinen Namen wörtlich und sendet so starke elektromagnetische Störwellen aus, dass damit sogar die Funkdienste von Polizei, Feuerwehr und Co. massiv gestört werden. Die Modelle von Pegasus und Kalkhoff überschritten den elektromagnetischen Grenzwert zwar auch geringfügig, dennoch gab es für sie noch die Note ,ausreichend".

Teuer bedeutet nicht immer gut
Lediglich zwei Pedelecs, das E-Courier SX von Stevens (2.500 Euro) und das Obra RT von Kettler (ebenfalls 2.500 Euro), erhielten die Testnote ,gut". Das Stevens-Modell überzeugte mit guten Laufeigenschaften, kurzer Ladedauer und guter Reichweite, Abzüge gab es für die Schaltung und die fehlenden Gepäckmöglichkeiten. Beim Kettler-Bike lobten die Tester den Komfort und die entspannte Lenkerposition, es sei allerdings nicht allzu wendig. Die Spanne der erzielten Reichweite lag bei den Probanden zwischen 25 und 75 Kilometer. Der ADAC kommt zum Fazit, dass weder der Herstellername noch der Preis etwas über die Qualität eines Elektrofahrrads aussagen. Immerhin reichen die Kaufpreise von 700 bis 2.700 Euro, wobei die Mehrheit der Modelle deutlich über 2.000 Euro kostet. Vom Club kommt die Aufforderung an die Hersteller, Rahmen, Lenker und Bremsen zu verbessern, um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen.

Bildergalerie: Pedelec-Desaster