Wann können überflutete Autos noch gerettet werden und wer zahlt?

Wasser, wohin das Auge blickt: Die Hochwasserlage hat in einigen Teilen Deutschlands dramatische Züge angenommen, auf den Nachrichtenbildern sind oft überflutete Autos zu sehen. Lohnt sich eine Rettung noch? Und wann zahlt die Versicherung? Damit es gar nicht soweit kommt, weist der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) darauf hin, welche Wassertiefen ein Auto eigentlich durchqueren kann. Bis zur Höhe der Radnaben besteht keine Gefahr. Darüber hinaus wird die ,Eintauchtiefe" oder ,Wattiefe" entscheidend, die manchmal in der Betriebsanleitung vermerkt ist. Naturgemäß liegen SUVs und Geländewagen hier im Vorteil.

Besser keine Wasserdurchfahrt
Kritisch wird eine Fahrt im Wasser stets, wenn der Motor teilweise oder sogar ganz unter die Wasseroberfläche gerät. Dann kann Wasser angesaugt werden, was zum Exitus des Motors führt. Im Extremfall müsste man hier gefahrvoll im Fahrzeug ausharren. Daher lautet der Rat: Überschwemmte Straßen nur im Notfall durchqueren und auch dann mit Bedacht. Welche Versicherung übernimmt den Schaden, falls das Auto nicht mehr zu retten ist? Laut dem Automobilclub ADAC deckt die Teilkasko Schäden durch Überschwemmungen ab. Dazu zählt auch Wasser in Tunnels oder Unterführungen. Säuft ein zuvor am Straßenrand geparktes Auto ab, springt die Teilkasko ein. Eine Vollkaskoversicherung ist hingegen nötig, wenn der Motor durch eindringendes Wasser Schaden nimmt, weil dies als Unfall gewertet wird. Gar kein Geld gibt es bei grob fahrlässigem Verhalten. Dazu zählt das Durchfahren einer erkennbar überfluteten Straße. Auch wer sein Fahrzeug trotz Hochwasserwarnung nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt, handelt grob fahrlässig.

Vorsicht bei der Bergung
Nicht immer muss laut ZDK ein hochwassergeschädigtes Auto ein Totalverlust sein. Hat sich die Flut zurückgezogen, sollte man aber nicht versuchen, das Auto zu starten, wenn es vorher unter Wasser stand. Hier besteht die Gefahr eines ,Wasserschlags" und Motorschadens. Selbst wenn das Triebwerk anspringt, besteht die Gefahr, dass Wasser ins Öl gelangt. Auch das Einschalten der Zündung und anderer Verbraucher ist nicht ratsam. Um Kurzschlüsse zu vermeiden, sollte die Batterie abgeklemmt werden, bevor das Auto in eine Werkstatt geschleppt wird.