Starthilfe: Wohin mit Schwarz und Rot?

In den kalten Wintermonaten fängt so manche Autobatterie an zu streiken. Wer dann nicht ewig auf den überlasteten Pannendienst warten will, kann seinen Wagen auch selber wieder flott machen. Alles was man dazu braucht, ist ein Starterkabel und einen anderen freundlichen Verkehrsteilnehmer, der bereitwillig seine Batterie anzapfen lässt. Sind Sie wirklich sicher, dass es so einfach geht? Wissen Sie wo das rote und wo das schwarze Kabel hingehört? Und welches der beiden Autos muss zuerst angeschlossen werden? Wir sagen Ihnen wie Sie ein Auto gefahrlos wieder zum Laufen bringen und warum die Kabeldicke auch noch eine wichtige Rolle spielt.

,Auf gar keinen Fall das schwarze Kabel ..."
Zunächst die Zündung und alle Stromverbraucher an beiden Fahrzeugen ausschalten. Bei abgestellten Motoren erst das rote Kabel mit den Pluspolen des Spenderakkus sowie der entladenen Batterie verbinden. Anschließend das schwarze Kabel an den Minuspol der vollen Batterie, dann das zweite Ende an einem blanken Metallteil – etwa dem Motorblock – des Havaristen festklemmen. "Auf gar keinen Fall das schwarze Kabel am Minuspol des leeren Stromspeichers anschließen", warnt TÜV Rheinland-Kraftfahrtexperte Hans-Ulrich Sander. "Denn durch mögliche Funkenbildung beim An- und Abklemmen der Kabelzangen am Pol können sich Knallgase entzünden." Bei einer falschen Reihenfolge droht im schlimmsten Fall eine Explosion. Anschließend müssen zunächst der Motor des Spenders und danach der des Entladenen gestartet werden.

Abklemmen in umgekehrter Reihenfolge
Wenn der Motor des Pannenautos wieder läuft, einen starken Verbraucher wie die Heckscheibenheizung einschalten, denn beim Lösen der Zangen können im Bordnetz Spannungsspitzen auftreten, die elektronische Bauteile gefährden. Anschließend die Kabel trennen, allerdings in umgekehrter Reihenfolge – erst schwarz, dann rot. Zum Schluss die zusätzlichen Verbraucher wieder ausschalten und mehrere Kilometer fahren. So kann sich der Akku regenerieren.

Worauf ist bei Hybridautos zu achten?
Auch bei Hybridfahrzeugen funktioniert die Starthilfe nach demselben Prinzip. Das Auto benötigt allerdings nur einen geringen Strom-Impuls, um das Hybridsystem zu aktivieren. Der Verbrennungsmotor muss dabei nicht zwangsläufig anspringen. Der Energiebedarf ist so gering, dass bereits die Batterie eines Rollers ausreichen würde. Andererseits raten die Hersteller aufgrund der insgesamt schwächer dimensionierten Verkabelung davon ab, Starthilfe mit Hybridfahrzeugen zu leisten.

Mindestens 16 Quadratmillimeter
"Das Überbrückungskabel muss die DIN-Norm 72553 beziehungsweise ISO-Norm 6722 erfüllen. Zudem muss das Kabel immer einen Mindestquerschnitt von 16 Quadratmillimetern aufweisen, bei Motoren über 2,5 Liter Hubraum und Dieselaggregaten besser 25 Quadratmillimeter. Diese Hinweise finden sich auf der Verpackung", erklärt der TÜV-Fachmann.