VW-Konzernabend in Moskau

Bei den großen Automessen in Genf, Paris, Frankfurt oder Detroit ist es mittlerweile üblich, dass Volkswagen im Vorfeld zu einem Konzernabend einlädt, bei dem die Neuheiten aller Marken vorgestellt werden. Nun fand erstmals auch am Vorabend des Moscow International Automobile Salon (29. August bis 9. September 2012) eine ebensolche Veranstaltung statt. VW sieht den russischen Markt als einen der wachstumsstärksten in den kommenden Jahren und deshalb legen sich die Wolfsburger in der russischen Hauptstadt mächtig ins Zeug.

Gäste aus aller Welt
Konzernboss Martin Winterkorn ist da, ebenso die Chefs fast aller zwölf Marken – Rupert Stadler von Audi über Winfried Vahland von Skoda bis hin zu Stephan Winkelmann von Lamborghini. Dazu sind russische Politiker, Journalisten aus aller Welt sowie zahlreiche weitere Gäste gekommen. Marcus Osegowitsch, VWs Statthalter in Russland, zählt die Erfolge der Konzernmarken in den vergangenen Jahren im größten Land der Erde auf. Volkswagen ist auf dem mittlerweile sechstgrößten Automarkt der Welt bereits die Nummer vier. Seit 2007 haben die Wolfsburger in Russland über 400.000 Fahrzeuge gebaut, ihren Marktanteil von 3,2 auf über elf Prozent mehr als verdreifacht und dabei rund eine Milliarde Euro investiert.

Neues Werk in Kaluga
Allein für das Jahr 2012 kalkuliert der deutsche Autohersteller in Russland mit einem Wachstum von 30 Prozent. Angesichts sinkender Absatzzahlen in Westeuropa sorgen diese Zahlen bei Produktionsvorstand Michael Macht für ein breites Grinsen. Volkswagen sieht sich und seine Konzernmarken, zu denen auch Porsche, Seat, Bentley und Bugatti gehören, in Russland gut aufgestellt. Damit das so bleibt, wird nun ein drittes eigenes Werk gebaut. In Kaluga, rund 190 Kilometer südwestlich von Moskau gelegen, entsteht bis 2015 eine neue Produktionsstätte für Motoren. Martin Winterkorn und Anatoly Artamonov, der Gouverneur der Region um Kaluga, unterzeichneten am Konzernabend die entsprechende Verträge.

Olympiasponsor 2014
Ein weiteres Engagement in Russland betrifft die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014. Dort tritt VW als offizieller Fahrzeugsponsor in Erscheinung und will damit sein Wachstum in Russland weiter vorantreiben. ,Russland ist auf dem Weg zum Autoland", hebt Martin Winterkorn hervor, ,es ist der Wachstumsmarkt in Europa." Bis 2018 sollen dort eine halbe Million Autos von den Konzernmarken verkauft werden. ,Wir können und werden hier viel bewegen", schließt der Firmenchef selbstsicher.

Neue Modelle – aber nur für Russland
Und was haben die VW-Marken an neuen Modellen mit nach Moskau gebracht? Jede Menge, allerdings nur Russland-Premieren: vom Audi RS 4 Avant über die Lamborghini-SUV-Studie Urus, den Porsche Cayenne GTS und den Bentley Continental GT Speed bis hin zum VW E-Bugster. Vor allem große, protzige und PS-starke Autos sind in Russland sehr gefragt. Der dortige Markt und der Moscow International Automobile Salon gewinnen zwar zunehmend an Bedeutung. Doch für die wirklich heißen Neuheiten, etwa die siebte Generation des Golf, gehen Volkswagen und seine Konzernmarken dann trotzdem lieber auf Nummer sicher. Sie werden erst in vier Wochen zu sehen sein, dann auf altbekanntem Terrain – auf dem Pariser Autosalon (29. September bis 14. Oktober 2012).

Bildergalerie: Erste Neuheiten aus Moskau