Erste Premieren-Begegnung mit dem neuen Mazda 6

Mazda stellte heute die vollkommen neue dritte Generation des Modells 6 auf dem Moskauer Autosalon (29. August bis 9.September 2012) vor. Warum ausgerechnet in Moskau, wird sich so mancher fragen? Mazda-Pressechef Jochen Münzinger gibt die Antwort: Weil Russland für den Mazda 6 nach den USA der zweitwichtigste Absatzmarkt auf der Welt ist. Und insgesamt ist Russland für Mazda inzwischen der siebtgrößte Markt.

Zweites Skyactiv-Auto von Mazda
Nach dem Kompakt-SUV CX-5 ist der Mazda 6 das zweite Modell einer neuen Generation von Fahrzeugen des japanischen Herstellers, die sich durch die Integration der spritsparenden Skyactiv-Technologien und die Umsetzung der Designsprache ,Kodo – Soul of motion" auszeichnen.

Ein Riese: 4,87 Meter lang
Die Mazda 6 Limousine (vom Kombi wird es Anfang September erste Bilder geben) ist groß geraten: In der Länge misst sie jetzt 4,87 Meter, bislang waren es 4,76 Meter. Im Vergleich zum Vorgängermodell rücken die Vorderräder im Verhältnis zur A-Säule um zehn Zentimeter nach vorne. Dadurch reduziert sich der vordere Überhang. Die Frontansicht wird von einem Kühlergrill mit Flügelmotiv geprägt, dem neuen Erkennungszeichen von Mazda. Drei so genannte ,Charakterlinien" dominieren die Seitenansicht: eine Linie, die sich von den Hinterrädern nach vorne ausdehnt; eine Linie an den hinteren Radhäusern, die eine Vorwärtskraft im hinteren Viertel des Fahrzeugs andeutet, und eine Linie an den vorderen Radhäusern. ,Der neue Mazda 6 kombiniert eine kräftige Statur mit einer geduckten und breiten Haltung", sagt Chefdesigner Akira Tamatani über seine Arbeit.

LED-Tagfahrleuchten und Leitringe
An den Frontscheinwerfern kommen erstmals bei einem Mazda-Serienmodell LED-Tagfahrleuchten und Lichtleitringe zum Einsatz. Die in einem neuartigen technologischen Prozess entwickelte Farbe ,Soul Red" soll durch Tiefe und Schattierungen die dynamische Form des Fahrzeugs betonen. 19 Zoll große Leichtmetallräder sollen den in Moskau ausgestellten 6 stabil wirken lassen.

Mehr Platz als bisher
Der Radstand von 2,83 Meter erlaubt bessere Platzverhältnisse als bisher, die man nach einer ersten, kurzen Sitzprobe durchaus als geräumig bezeichnen kann. Mit einem Zuwachs von gut vier Zentimeter gegenüber dem Vorgängermodell gehört die Kniefreiheit auf den Rücksitzen nach Einschätzung von Mazda zur größten des Segments. In den Kofferraum passen nun 483 Liter Gepäck, die Laderaumlänge bis zur zweiten Reihe beträgt 1,19 Meter.

Doppelte Anzeige
Für Bereiche des 6-Cockpits, die besonders häufig berührt werden, etwa die Türinnenverkleidungen und die obere Instrumententafel, wurden weiche Materialien verwendet. In der Mittelkonsole überrascht ein neuer Dreh-Drücksteller mit der Bezeichnung ,Multi Commander" zur Bedienung einer Vielzahl von Funktionen wie Audio- und Navigationssystem sowie diverser Fahrzeug-Parameter nach Art des iDrive-Controllers von BMW. Informationen des Bordcomputers werden auf einem 3,5-Zoll-Multi-Informations-Display im Kombiinstrument angezeigt, Navigationshinweise auf einem Fünf-Zoll-Display in der Mittelkonsole. Die Aufteilung der Informationen nach Kategorien und die Anzeige auf zwei separaten Displays soll sowohl Ablesbarkeit als auch Bedienung verbessern.

Viele Sicherheitsassistenten
Für den neuen Mazda 6 ist zudem eine Reihe von Sicherheitsfeatures erhältlich, etwa ein Spurwechselassistent RVM (Rear Vehicle Monitoring), ein Spurhalteassistent LDWS (Lane Departure Warning System), ein adaptives Kurvenlicht AFS (Adaptive Front Light System) ein Fernlichtassistent HBC (High Beam Control System), ein Berganfahrassistent HLA (Hill Launch Assist), eine Notbrems-Warnblinkautomatik ESS (Emergency Stop Signal) oder ein City-Notbremsassistent SCBS (Smart City Brake Support). Technisch nutzt SCBS einen Nah-Infrarot-Sensor, um Auffahrunfälle bei geringen Geschwindigkeiten bis 30 km/h zu verhindern oder die Unfallschwere zu verringern. Erkennt das System ein Hindernis, wird automatisch eine Vollbremsung eingeleitet.

Drei Benziner, zwei Diesel
Fünf Motoren kommen in Deutschland beim Mazda 6 zum Einsatz, drei Benziner und zwei Diesel. Bei den Benzinern wird es zwei Zweiliter-Maschinen mit 145 und 165 PS geben, während zum Beispiel für den russischen Markt nur eine 150-PS-Variante ins Angebot kommt. Dazu gesellt sich in Deutschland ein neuer 2,5-Liter-Vierzylinder mit 192 PS. Dessen maximales Drehmoment beträgt 256 Newtonmeter bei 3.250 U/min. Eine Ausgleichswellen-Einheit soll für die Verringerung von Vibrationen und Geräuschen sorgen. Für den 2,0-Liter-Skyactiv stehen das komplett neue Sechsgang-Schaltgetriebe Skyactiv-MT und die ebenfalls neue Sechsstufen-Automatik Skyactiv-Drive zur Wahl. Die 2,5-Liter-Maschine wird ausschließlich mit dem Automatik-Getriebe kombiniert. Bei den Diesel-Motoren handelt es sich um die 2,2-Liter-Maschine, die bereits aus dem Mazda CX-5 bekannt ist. Es gibt sie in Leistungsstufen von 150 und 175 PS.

Energie aus dem Kondensator
Als erstes Modell von Mazda verfügt der neue 6 über i-ELOOP. Das neu entwickelte System zur Bremsenergie-Rückgewinnung trägt zu einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs unter alltäglichen Fahrbedingungen bei. Es ist das erste Pkw-System seiner Art, das mit einem Kondensator arbeitet. Aus ihm werden die Verbraucher mit Strom gespeist, was nach Angaben von Mazda bis zu einem halben Liter Sprit sparen kann. Erstmals wird der Mazda 6 auch mit dem Start-Stopp-System i-stop ausgerüstet. Es soll einen Neustart des Motors in nur 0,35 Sekunden erlauben.

Ab Februar 2013 beim Händler
Marktstart für den neuen Mazda 6 in Deutschland ist der 2. Februar 2013. Ab dem Zeitpunkt wird es alle Motorisierungen geben und zusätzlich zur Limousine auch den Kombi, der von den Abmessungen her übrigens kleiner als die Limousine wird (sechs Zentimeter Unterschied, entsprechend dem bisherigen Kombi). Die Vorverkaufsphase startet Ende November 2012, dann wird Mazda auch die Preise bekannt geben. Das Einstiegsmodell soll inklusive Radio, Klimaanlage und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 225er-Bereifung weniger als 25.000 Euro kosten, soviel konnten wir auf der Automesse in Moskau schon einmal erfahren.

Ganz schön sechsi