Audi zeigt den Innenraum des neuen A3 und nebenbei das fertige Auto

Während weiter getarnte Erlkönige des nächsten A3 ihre Runden drehen, präsentiert Audi auf der Consumer Electronics Show (CES, 10. bis 13. Januar 2012) in Las Vegas bereits das Cockpit des kompakten Ingostädters. Und nicht nur das: Im Fokus steht das Bedienkonzept des A3 und sein Fahrerinformationssystem. Letzteres hält eine ganz besondere Überraschung parat, denn es zeigt den neuen Audi bereits in seiner endgültigen Gestalt.

Mit Sprachsteuerung
Schon zuvor gelang es unserem Erlkönigfotografen, den Innenraum abzulichten. Damals endete eine Verfolgungsjagd in einem Stau, der Fahrer ließ netterweise die Tür offen. Auf der CES ist das Cockpit nun ohne Tarnung oder Test-Ausrüstung zu sehen. Die runden, chromumrandeten Lüftungsdüsen sind im A1-Stil gestaltet. Auf einen Knopf-Overkill verzichten die Ingolstädter. Einen herkömmlichen Handbremshebel sucht man zwischen den Vordersitzen vergeblich: Der neue A3 erhält nämlich eine elektromechanische Handbremse. Sein Multifunktionslenkrad ist unter anderem mit einer frei belegbaren Taste ausgestattet. In der Mittelkonsole sind – wie auch schon auf den Erlkönigbildern zu erkennen – der Controller für das Fahrerinformationssystem und die Tasten für die wichtigsten Funktionen für Telefon, Navigation, Medien, Radio und die Menüs untergebracht. Alternativ ist auch eine Sprachsteuerung möglich.

Modularer Infotainmentbaukasten
Als erstes Audi-Modell wird der neue A3 den so genannten Modularen Infotainmentbaukasten (MIB) an Bord haben. Sein Zentralrechner beinhaltet zwei Teile, die Radio-Kontrolleinheit und ein Steckmodul für die restliche Infotainment-Elektronik. Das Modul kann leicht ausgetauscht werden, wodurch sich die Hardware leicht auf den neuesten Stand bringen lässt.

Monitor für 3D-Darstellung optimiert
Im Armaturenbrett ist der 1,1 Zentimeter dünne, versenkbare Monitor untergebracht. Darauf werden alle Informationen angezeigt, beispielsweise auch die – laut Audi erstmals überhaupt – mit Google-Earth-Bildern verquickte Navigation. Auf dem Sieben-Zoll-Display, das eine Auflösung von 800 mal 480 Pixel bietet und mit Hilfe der Grafiktechnologie des Herstellers Nvidia für 3D-Darstellungen optimiert ist, sind auch fahrzeugbezogene Informationen abrufbar. Während wir den echten A3 noch in Form verhüllter Erlkönige zu sehen bekommen, zeigt ihn Audi uns ganz selbstverständlich als virtuelles Modell im Infotainmentsystem. Die Passagiere können ihn im ,Car"-Menü in zahlreichen Blickwinkeln und Details studieren.

Mit Head-up-Display
Zu den weiteren Ausstattungsfeatures des neuen A3 gehört auch ein Head-up-Display, das alle Daten zu Navigation, Verkehrszeichen, dem Auto und Assistenzsystemen ausgibt. Zu Letzteren gehören beispielsweise ein Tempomat mit Abstandsfunktion und ein Nachtsichtsystem. Die Entwicklung des Head-up-Displays soll in der Zukunft in jeweils einer eigenen Anzeige für Fahrer- und Beifahrerseite gipfeln. Auf der CES zeigte Audi bereits eine Lösung, welche die Darstellung von digitalen Reiseführern, Nachrichten und Bildern von Videotelefonaten erlaubt. Dem Fahrer werden sicherheitshalber nur Standbilder und einfache Animationen eingeblendet. Eine dritte Projektion ist auch von den Hinterbänklern einsehbar. Für die Bedienung sollen auch Gesten eingesetzt werden können. Noch ist diese Form der Head-up-Displays aber Zukunftsmusik. Die bereits serienreife Variante gehört zu dem, was Audi unter dem Begriff Audi connect zusammenfasst. Darunter versteht der Hersteller die intelligente Vernetzung von Auto, Besitzer, Internet, Infrastruktur und anderen Fahrzeugen. Eine schnelle Datenübertragung soll künftig die Nutzung des Highspeed-Mobilfunkstandards LTE (Long Term Evolution) sicherstellen.

A3-Debüt im Frühjahr 2012
Präsentiert wird der neue A3 auf dem Genfer Autosalon im März 2012. Er teilt sich die Technik mit dem VW Golf VII. Unter der Haube erwarten wir weiterentwickelte und sparsamere Ausgaben der aktuellen TDIs mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum sowie Turbobenziner von 1,2 bis 2,0 Liter Hubraum. Im Golf soll es einen 1,4-Liter-TSI mit 140 PS und Zylinderabschaltung geben – es wäre nur logisch, wenn dem A3 auch dieses Triebwerk eingepflanzt werden würde. Zudem will Audi ab 2013 den A3 TCNG anbieten, der mit Methan betrieben wird, das bei Audi ,e-gas" heißt. Bei der Verbrennung des Methans soll nicht mehr CO2 freigesetzt werden, als bei seiner Produktion gebunden wurde. Das Methan entsteht unter Verwendung von Öko-Strom in einer e-gas-Anlage im niedersächsischen Werlte, die 2013 in Betrieb gehen soll.

Das ist der neue A3