Neues BMW 4er-Coupé startet im Oktober 2013

Die Spatzen haben es schon von den Dächern des BMW-Hochhauses gepfiffen: Die Coupé- und Cabrioversionen des 3er werden zukünftig als 4er-Reihe firmieren. Den Anfang macht ab Herbst 2013 das Coupé, das Cabrio mit Blechklappdach folgt Anfang 2014. Die gerade Ziffer gesellt sich zu ähnlichen Baureihen wie 6er und 8er (sowie bald dem 2er). Außerdem begründet BMW den Zahlentausch mit dem Einsatz von High-Tech-Extras, die es in der 3er-Limousine und dem Kombi nicht gibt. Indirekt dürfte die neue Zahl aber auch der Übersichtlichkeit im Modellprogramm der Marke dienen, das in den nächsten Jahren um völlig neue Varianten erweitert wird.

Kein Unbekannter mehr
Bereits Anfang 2013 zeigte BMW eine seriennahe Studie auf der Automesse in Detroit. Daran knüpft das Serienmodell an: Das 4er-Coupé ist 4,64 Meter lang und damit drei Zentimeter länger als der Vorgänger der 3er-Reihe. Der Radstand wächst auf 2,81 Meter, hinzu kommen eine breitere Spur und eine Tieferlegung um zehn Millimeter. Durch diese Maßnahme soll die Schwerpunktlage verbessert werden. Sowohl an Front als auch Heck ist die Verwandtschaft zur derzeitigen 3er-Limousine unverkennbar. Den Unterschied machen aber nicht nur die fehlenden hinteren Türen aus: Neue Elemente sind die schon vom 3er GT bekannten ,Air Breather" hinter den vorderen Radläufen. Sie sollen den Luftwiderstand reduzieren. Hinzu kommt ein geänderter Frontstoßfänger, dessen Form mit großen Luftöffnungen entfernt an einen Knochen erinnert. Besonders betont wird seitens BMW, dass der hintere Radlauf die breiteste Stelle des Fahrzeugs ist, um den Wagen satter wirken zu lassen. In den Kofferraum passen 445 Liter Gepäck, bei Bedarf ist die Rückbank umklappbar.

Von zart bis hart
Parallel zur 3er-Reihe stehen auch beim 4er neben der Basisausstattung die drei optionalen Linien ,Sport", Luxury" und ,Modern" bereit. Auch ein M-Sportpaket ist im Angebot. Das dort enthaltene Sportfahrwerk ist darüber hinaus einzeln erhältlich. Es arbeitet mit einer strafferen Abstimmung sowie härteren Stabilisatoren. M-Leichtmetallräder in 18 oder 19 Zoll Größe ergänzen die reichhaltige Liste der Sonderausstattungen. Dort findet sich auch ein betont sportlich angestimmtes adaptives Fahrwerk mit Tieferlegung und elektronisch geregelten Dämpfern. Die Lenkarbeit übernimmt im neuen 4er ab Werk eine elektromechanische Servolenkung, welche geschwindigkeitsabhängig arbeitet. Auf Wunsch wird der 4er mit einer variablen Sportlenkung ausgeliefert, die das Übersetzungsverhältnis im Lenkgetriebe je nach Einschlag anpasst.

Heller leuchten
Die Kraftübertragung erfolgt im Normalfall per manuellem Sechsgang-Getriebe, wie gehabt ist alternativ eine Achtgang-Automatik plus Schaltwippen am Lenkrad und dem bekannten ,Fahrerlebnisschalter" lieferbar. Hier kann der Fahrer zwischen wirtschaftlicher und sportlicher Fahrweise wählen. Fahrwerk, Lenkung, Motor und Getriebe werden dann je nach Ausstattung beeinflusst. Je nach Variante soll der 4er bis zu 45 Kilogramm leichter als sein Vorgänger sein. Die Achslastverteilung beträgt 50:50. Kommen wir zu den wichtigsten Extras: Voll-LED-Scheinwerfer gibt es vorerst nur im 4er. Weitere Highlights sind ein farbiges Head-up-Display oder ein System, welches vor Kollisionen mit Fußgängern warnt und bei Gefahr automatisch bremst.

Starkes Angebot
Zur Markteinführung stehen zunächst drei Motoren bereit: Der 428i mit 245 PS starkem Vierzylinder sowie der 435i mit sechs Töpfen und 306 PS bilden die Otto-Fraktion, hinzu kommt ein 184-PS-Diesel im 420d. Kurz darauf wird die Familie wachsen: Als Basisbenziner rückt der 420i mit 184 PS nach, desweiteren ergänzen zwei kräftige Selbstzünder mit sechs Zylindern das Angebot. Der 430d bringt es auf 258 PS, während der 435d 313 Pferdestärken bereitstellt. Bei ihm ist ein Allradantrieb immer Serie, während dieser für alle anderen Motoren, den 430d ausgeschlossen, optional erhältlich ist.

Mehr für weniger
Ab dem 5. Oktober 2013 steht das BMW 4er-Coupé beim Händler, Bestellungen werden voraussichtlich ab Juli möglich sein. Wenn die 4er-Palette vollzählig ist, werden die Preise bei 35.750 Euro für den 420i starten. Damit liegt der Zweitürer 2.350 Euro über der vergleichbaren 3er-Limousine. Der Allrad-Aufpreis beträgt beim 4er exakt 2.500 Euro. Preiswertester Diesel ist der 420d für 39.200 Euro, während am anderen Ende der 435d xDrive mit serienmäßiger Automatik für 54.300 Euro rangiert. Dessen Benziner-Pendant mit dem i am Heck rollt für mindestens 52.450 Euro vom Hof. Dabei dürfte es aber wohl nur selten bleiben, die dicke Liste der Extras bietet unter anderem für 1.900 Euro die LED-Scheinwerfer, das M-Sportpaket kostet 3.500 Euro.

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