Bespoke-Veredelungsprogramm von Rolls-Royce beliebt wie nie zuvor

Wer viel Geld hat, entscheidet sich gern für einen Rolls-Royce. Wer noch mehr Geld besitzt, lässt sein Fahrzeug durch die Bespoke-Abteilung des Herstellers rollen. Das englische Wort ,bespoke" bedeutet auf Deutsch ,maßgeschneidert". Jedes Fahrzeugs wird also nach individuellem Kundenwunsch gestaltet. Laut Rolls-Royce lassen sich mittlerweile weltweit 56 Prozent der Käufer des Einstiegsmodells Ghost ihr Fahrzeug veredeln. Es bleibt also nicht bei den mindestens 253.470 Euro, die für den günstigsten Rolls fällig werden.

Personalisierungswunsch steigt
Beim Modell Phantom, zu haben ab 411.383 Euro, sind es sogar 80 Prozent der Käufer, die ihren Luxusschlitten noch personalisiert haben wollen. Dabei gibt es regionale Unterschiede. So hat fast jeder Phantom im Nahen Osten – 99 Prozent – die Bespoke-Abteilung durchlaufen. In Europa sind es nach Herstellerangaben immerhin 89 Prozent. 2005 betrugen die Werte noch 75 beziehungsweise 50 Prozent. In Nordamerika stieg der Anteil von 30 auf 84 Prozent, im Asien-Pazifik-Raum von 50 auf 79 Prozent. Im Vereinigten Königreich, dem drittgrößten Einzelmarkt von Rolls-Royce Motor Cars, legte der Anteil an Bespoke-Fahrzeugen der Phantom-Modellfamilie von 60 auf 88 Prozent zu. Die gesteigerte Nachfrage führt dazu, dass Rolls-Royce die Zahl seiner Experten für die Bereiche Design, Entwicklung, Projektmanagement sowie Holzbearbeitung und Sattlerei erhöht. Auch die Fertigungskapazitäten werden vergrößert.

Was bietet Bespoke?
Wer eine Bespoke-Ausstattung wählt, bekommt alles technisch Machbare. Die Ausstattung eines Rolls-Royce kann beispielsweise um eine Champagner-Bar, einen maßgeschneiderten Picknick-Koffer oder einen Humidor, also eine klimatisierte Zigarrenkiste, erweitert werden. Für den Preis des Picknick-Koffers, rund 18.000 Euro, ist locker auch ein gut ausgestatter Kleinwagen oder ein Kompaktauto zu haben. Bei der Innenraumgestaltung sind zahlreiche Details möglich. So kann man sich seine eigenen Initialen ins Holzfurnier einarbeiten oder den Boden mit Leder anstatt mit Teppichen auskleiden lassen. Eine Lederausstattung in allen Farben und verschiedene Holzarten sind sowieso möglich. Eine auffälligere Kühlerfigur? Kein Problem: Die "Spirit of Extasy" lässt sich beleuchten. Gekühlte Glashalter im Kofferraum? Auch kein Problem. Zudem gestaltet das Bespoke-Team noch zum Fahrzeug passende Accessoires wie Taschen oder Gläser.

Sondermodelle und Einzelstücke
Ab und zu präsentiert Rolls-Royce limitierte Sondermodelle oder Einzelstücke, um die Fähigkeiten von Bespoke zu verdeutlichen. 2010 wurde ein Fahrzeug für das 60-jährige Jubiläum des Pebble Beach Concours d'Elegance umgebaut. Der veredelte Luxusschlitten soll innerhalb von Minuten verkauft gewesen sein. 2011 präsentierte der Hersteller die Kollektion ,Year of the Dragon" zum chinesischen Jahr des Drachen. Die für den Rolls-Royce Phantom erhältlichen Details und Designs umfassen beispielsweise einen goldfarbenen Zierstreifen und ein Drachenmotiv. Der Drache ist auch als Einprägung im Leder, als Verzierung für die Holzvertäfelungen oder in gestickter Form vorhanden. Der Preis für die Bespoke-Veredelungen richtet sich logischerweise nach dem Aufwand. So ist es nach Angaben von Rolls-Royce problemlos möglich, den Wert eines 400.000-Euro-Fahrzeugs zu verdoppeln.

Teures wird noch teurer