Das kostet der Nobel-Italiener im Vergleich zu Audi, BMW und Mercedes

Die obere Mittelklasse ist fest in deutscher Hand, daran gibt es nichts zu rütteln. An der Spitze der aktuellen Verkaufs-Charts des Kraftfahrbundesamtes steht in diesem Segment von Januar bis Mai 2013 der BMW 5er mit etwa 20.000 Fahrzeugen, dann folgen Audi A6 mit 17.000 Autos und Mercedes E-Klasse mit etwa 14.000 Stück. Als ausländische Marke in dieser Liga Fuß zu fassen ist so schwer, wie Opel-Autos in Wolfsburg zu verkaufen: Auf Platz vier steht der Volvo V70 mit 1.400 Stück und auf Platz fünf der Jaguar XF mit fast genauso vielen Exemplaren.

Erstmals mit Dieselantrieb
Auch wenn der Ghibli die Platzhirsche verdrängen wird, könnte er ihnen doch ein größeres Stück vom Kuchen wegnehmen. Der Ghibli ist nämlich nicht nur der erste Maserati in dieser Klasse, sondern auch der erste Dreizack-Wagen, der mit einem Dieselmotor angeboten wird.

BMW 530d über 10.000 Euro günstiger
Mit dem 275 PS starkem V6-Selbstzünder kostet der Ghibli 64.980 Euro. Schon ab Werk gibt es Lederbezüge für die Sitze, Bi-Xenonscheinwerfer, eine Zweizonen-Klimaautomatik und eine Achtgang-Automatik von ZF. Bis auf das Leder kommt der 258 PS starke BMW 530d mit ähnlichen Features, kostet mit 51.500 Euro allerdings viel weniger. Mit Lederausstattung ist er für 53.510 Eruo zu haben und ist somit fast 11.500 Euro preiswerter als der Maserati. Der 245 PS starke Audi A6 3.0 TDI mit Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ist 52.100 Euro teuer und hat dafür schon den Allradantrieb quattro dabei. Mercedes ruft für den E 350 BlueTec mit 252 PS und Automatikgetriebe 54.710 Euro auf.

Auf Wunsch Allradantrieb
Zum Marktstart im Sommer 2013 hält Maserati außerdem einen Benziner bereit: Für 79.500 Euro gibt's den Ghibli S mit Twin-Turbo-V6-Otto und 410 PS. Und: Diese Motorisierung lässt sich auch mit einem Allradantrieb koppeln, wird dann Ghibli S Q4 genannt und für 82.470 Euro verkauft. In dieser Leistungsklasse hat die Konkurrenz nur Achtzylinder zu bieten: BMW den 550i xDrive mit 450 PS für 75.300 Euro, Audi den S6 quattro mit 420 PS für 73.450 Euro und Mercedes den E 500 4Matic mit 408 PS für 73.393 Euro. Später wollen die Italiener noch einen preisgünstigeren 330-PS-V6 nachschieben.

Ehrgeizige Pläne
Gewiss, Schnäppchen sind die feinen Italiener nicht. Punkten soll der Ghibli vor allem mit seinem schnittigen, zeitlosen Design und damit sowohl private Käufer als auch Flottenkunden gewinnen. Ob das gelingt, wird sich zeigen. Die Fiat-Tochter Maserati jedenfalls hat mutige Pläne für die Zukunft. Ab 2015 sollen pro Jahr weltweit 20.000 Ghiblis verkauft werden. In Deutschland will der Hersteller ab 2015 insgesamt etwa 3.000 bis 3.500 Fahrzeuge der gesamten Modellpalette absetzen. Derzeit sind es pro Jahr 300. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das Händlernetz ausgebaut und unter anderem in München wieder ein Showroom eröffnet.

Bildergalerie: Maserati wetzt den Dreizack