Dritte Generation des Kompaktwagens kommt im Oktober

Mazda stellt die dritte Generation des Modells 3 vor. Die Vorgänger waren mit zwei Generationen nur zehn Jahre lang am Markt, jetzt kommt bereits ein komplett neu entwickeltes Modell. Mazda stellte das Fahrzeug der europäischen Motorpresse an drei Orten gleichzeitig vor: in London, Istanbul und Sankt Petersburg (zusätzlich in New York und Melbourne). Wir waren in London für Sie dabei.

Drittes Kodo-Auto nach CX-5 und Mazda 6
Nach dem Kompakt-SUV CX-5 sowie 6er-Limousine und -Kombi ist der Mazda 3 das dritte Serienmodell, das nach dem Designkonzept ,Kodo" gestaltet wurde, welches die optische Dynamik der Fahrzeuge besonders in den Vordergrund stellt. Das Design kommt bei den Käufern weltweit gut an, der CX-5 entwickelte sich aber auch wegen seiner sparsamen ,Skyactiv"-Benzin- und Dieselmotoren zu einem so großen Erfolg für das japanische Unternehmen, dass die Produktionskapazitäten beträchtlich ausgeweitet werden mussten.

Marktführer in Australien
Der Mazda 3 landete mit 8.591 verkauften Einheiten im Jahr 2012 auf Platz 17 der deutschen Zulassungsstatistik. Vom Klassenführer und -namensgeber Golf wurden dagegen (inklusive des Stufenheckderivats Jetta) 240.700 Wagen verkauft. In Australien war der Mazda 3 allerdings in den Jahren 2011 und 2012 der meistverkaufte PKW. Immerhin werden in Europa jährlich rund drei Millionen Einheiten in diesem Marktsegment, der C-Klasse, verkauft – ein Markt, in dem Mazda künftig stärker mitmischen will. Das Kodo-Design und die neuen Skyactiv-Maschinen werden in dem neuen Kompaktwagen ergänzt durch Assistenzsysteme, die sonst eher in größeren Fahrzeugen zu finden sind, sowie durch die derzeit populäre Anbindung an das Internet.

Im Trend: Freistehender Monitor
Innenraum- und Außendesign des neuen Mazda 3 sind schon mal gelungen, mit einem schwebenden Monitor in der Mitte des Armaturenbretts nach Art der Mercedes A-Klasse und einem zum Fahrer hin orientierten Aufbau, macht der Wagen einen hervorragenden ersten Eindruck. Was wir noch nicht ausprobieren konnten: Mazda verspricht sportlichen Fahrspaß, eine hohe Wirtschaftlichkeit und eine hohe Sicherheit. Doch der Reihe nach.

Flacher und breiter
Der Mazda 3 presst sich zwei Zentimeter flacher und vier Zentimeter breiter als der Vorgänger auf die Straße. Durch die nach hinten versetzte Fahrgastzelle sowie kürzere Karosserieüberhänge vorne und hinten wirkt er recht kraftvoll. Kennzeichnend sind die deutlich herausgearbeiteten Radhäuser und das zum Heck ansteigende Profil. Bei identischer Länge mit dem Vorgänger (4,46 Meter) ist der Radstand sechs Zentimeter gewachsen. Ein stark konturierter Kühlergrill und Scheinwerfer mit Lichtleitringen, LED und inneren Linsen stellen die Verwandtschaft des Mazda 3 insbesondere zu den neueren Familienmitgliedern CX-5 und 6 her. Mazda betont das hohe Niveau der Fertigungsqualität mit minimalen Spaltmaßen zwischen Türen und Karosserie. Die Karosserie sei durch den Einsatz hochfester Stähle leichter und deutlich steifer.

Innenraum mit mehr Komfort
Die nach hinten versetzte Fahrgastzelle und um 10 Zentimeter nach hinten verlagerte A-Säulen sollen das Sichtfeld des Fahrers erweitern. Somit ergebe sich ein größerer und komfortablerer Innenraum. Bei der Schulterfreiheit erreiche man Klassenbestwerte – Kuscheln mit dem Sitznachbarn ist also nicht mehr. Dabei ist das Lenkrad tiefer positioniert als bisher und es gibt mehr Möglichkeiten zur Einstellung des Fahrersitzes. Die Sitze sollen einen guten Seitenhalt und Langstreckenkomfort bieten, steifere Rückenlehnen sollen Vibrationen unterdrücken. Der Kofferrauminhalt des zunächst vorgestellten Schrägheck-Modells (vom Mazda 3 wird es traditionsgemäß auch wieder eine Stufenheckausführung geben) konnte um zehn Liter auf 350 Liter vergrößert werden. Der Luftwiderstandsbeiwert von cW = 0,275 gehört zu den besten Werten in der Klasse der Schrägheck-Kompaktfahrzeuge, so Mazda.

Head-up-Display
Im Innenraum fällt ein zum Fahrer hin orientiertes Cockpit mit einer asymmetrischen Armaturentafel auf. So sollen sich alle wichtigen Funktionen bei voller Konzentration auf das Verkehrsgeschehen bedienen lassen. Erstmals wird bei Mazda ein so genanntes Active Driving Display (Head-up-Display) verbaut. Dieses spiegelt wichtige Fahrinformationen auf ein kleines Plastikschild hinter dem Lenkrad, so dass einerseits der Blick nicht zu sehr von der Fahrbahn genommen werden muss, andererseits die hohen Kosten einer Projektion der Daten auf die Windschutzscheibe vermieden werden. Weitere Informationen erscheinen im neu gestalteten Kombiinstrument. Oberhalb der Mittelkonsole sitzt ein Sieben-Zoll-Touchscreen zur Anzeige der Infotainment-, Kommunikations- und Komfortsysteme. In der Mittelkonsole findet sich ein neu gestalteter ,Multi-Commander", mit dem die Infotainment-Funktionen bedient werden, einzelne Funktionen lassen sich auch via Spracheingabe steuern.

Mit Internet-Radio und Apps
Premiere hat das neue mobile Konnektivitäts-Konzept von Mazda, das auf die Integration von Smartphones setzt. Es baut auf existierende Bluetooth-, E-Mail-, SMS- und Navigationsfunktionen auf und bringt eine wachsende Anzahl von mobilen Inhalten und Services ins Auto, zum Beispiel die ,Aha-Cloud"-Plattform, Facebook und Twitter, Nachrichten, Hörbücher, Suchmaschinen und mehr. Aha ist ein Internet-Radiodienst, der von Harman gestartet wurde und an den sich mittlerweile einige Produzenten von Auto-Infotainmentgeräten und mehrere Autohersteller angeschlossen haben. Zusätzlich werden Apps (kleine Programme) von Mazda integriert wie ein ,Eco-Display", Wartungserinnerungen oder Warnhinweise.

Premium-Soundsystem von Bose
Weitere optionale Infotainment-Angebote sind ein Premium-Soundsystem mit neun Lautsprechern und einem virtuellen Surround-Sound-System, das von der Firma Bose exklusiv für den Mazda 3 entwickelt wurde, Anzeige- und Vorlesefunktionen für SMS, MMS und E-Mails bei verbundenem Smartphone sowie ein neues Navigationssystem mit präziseren Routenberechnungen, erweiterten Suchfunktionen sowie kostenlosen Karten-Updates für drei Jahre.

Zum Verkaufsstart vier Motorvarianten
Als Antriebe stehen drei Benzindirekteinspritzer und ein Turbodieselmotor in Verbindung mit Sechsgang-Schalt- und Sechsstufen-Automatikgetrieben zur Verfügung. Alle Motoren sind mit dem "weltweit schnellsten Start-Stopp-System" i-Stop und der Rekuperationstechnik i-Eloop sparsamer als bisher. Bei den Benzinern sind es der Skyactiv 100 mit 1,5 Liter Hubraum und 100 PS, der Skyactiv 120 mit 2,0 Liter Hubraum und 120 PS sowie der Skyactiv 165 mit 2,0 Liter Hubraum und 165 PS. Die drei Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 5. Als Diesel steht der Skyactiv 150 mit 2,2 Liter Hubraum, 150 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 380 Newtonmeter bei 1.800 Umdrehungen pro Minute bereit. Die Maschine erfüllt die Abgasnorm Euro 6.

Schaltung im Stil des Roadsters MX-5
Das Sechsstufen-Automatikgetriebe arbeitet mit direktem Durchtrieb und einer Überbrückungs-Kupplung für den gesamten Aktionsbereich, während das Sechsgang-Schaltgetriebe ein leichtgängiges und knackiges Schaltgefühl im Stile des Mazda MX-5 bieten soll, so zumindest der Pressetext. Zu einem agileren Handling soll die überarbeitete Servolenkung führen. Wir werden diese Aussagen schon recht bald in einem Test überprüfen.

Aktive Sicherheit wird groß geschrieben
Die aktive Sicherheit wird bei Mazda großgeschrieben. So gibt es für den neuen Mazda 3 einen Hinderniswarner (FOW = Forward Obstruction Warning). Dieser erfasst vorausfahrende Fahrzeuge im Geschwindigkeitsbereich zwischen 15 und 200 km/h und warnt den Fahrer optisch und akustisch bei einer drohenden Kollision. Ein Pre-Crash-Safety-System mit aktivem Bremseingriff (SBS = Smart Brake Support) versetzt bei einer Warnung des FOW die Bremsen in Bereitschaft und leitet notfalls eine automatische Bremsung ein. Der City-Notbremsassistent SCBS soll im Geschwindigkeitsbereich zwischen 4 und 30 km/h das Risiko von Auffahrunfällen im Stadtverkehr verringern.

Abstandsradar für die Kompaktklasse
Die radargestützte Distanzregelung (MRCC = Mazda Radar Cruise Control) hält automatisch einen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug bei Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h ein. Ferner gibt es einen Spurwechselassistenten (RVM = Rear Vehicle Monitoring) und einen Spurhalteassistenten (LDWS = Lane Departure Warning System), der bei einem Tempo ab 65 km/h vor dem unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur warnt. Weitere Sicherheitsfeatures, die angeboten werden, sind eine Notbrems-Warnblinkautomatik, ein Fernlichtassistent, ein adaptives Kurvenlicht AFS und ein Berganfahrassistent. In der Serienausstattung sind ABS, elektronische Bremskraftverteilung EBD, Bremsassistent, dynamische Stabilitätskontrolle DSC und Traktionskontrolle TCS enthalten. Dazu kommt eine Einparkhilfe vorne und hinten.

Premiere auf der IAA
Der neue Kompaktwagen kommt im Oktober 2013 auf den deutschen Markt, die Publikumspremiere wird Anfang September auf der Automesse IAA in Frankfurt stattfinden. Zu den Preisen konnte Mazda noch keine Angaben machen.

Weltpremiere: Mazda 3