VW dominiert Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2013

Dass der VW Golf das beliebteste Auto Deutschlands ist, wissen Sie. Auch in vielen anderen Klassen stehen die Bestseller seit langer Zeit fest. Doch in anderen Segmenten verändern Newcomer das Bild. Das zeigt die neueste Statistik des Kraftfahrtbundesamts (KBA) mit den Neuzulassungen des ersten Halbjahres 2013 in Deutschland.

Up rauf, Smart runter
Ein Beispiel für einen entthronten König ist der Smart Fortwo, der früher die kleinste Klasse anführte. Seit der Einführung des VW Up im Herbst 2011 übernahm jedoch dieser souverän die Führung und behält sie auch im ersten Halbjahr 2013. Zählt man die baugleichen Modelle Skoda Citigo und Seat Mii dazu, entfällt gleich ein Drittel der Kleinstwagen-Verkäufe auf dieses Modell. Abgeschlagen auf Platz zwei liegt der Fortwo mit 14 Prozent, gefolgt vom schicken Fiat 500, der diesmal den Renault Twingo überholen konnte.

Kleinwagen: Achtungserfolg für Opel Adam
Die Bestseller-Reihenfolge bei den Kleinwagen ist seit langem die gleiche: VW Polo vor Opel Corsa und Ford Fiesta. Bemerkenswert ist jedoch der Opel Adam, den das KBA nicht zu den Kleinstwagen, sondern zu den Kleinwagen rechnet. Das seit Herbst 2012 angebotene Modell verkaufte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 10.000-mal. Nicht schlecht, aber bei den Kleinstwagen wäre der Adam nur auf Rang fünf gekommen.

Kompakte: Golf, und dann lange nichts
In der Kompaktklasse hat sich in letzter Zeit einiges getan. Zwar führt der VW Golf nach wie vor deutlich. 31 Prozent der Verkäufe entfallen auf ihn, und danach kommt lange, sehr lange nichts. Doch dann folgen statt den angestammten Platzhirschen Opel Astra und Ford Focus jetzt die Premiumautos Audi A3 und BMW 1er. Alle diese Modelle machen aber nur je sechs bis sieben Prozent der Kompaktwagenverkäufe aus. Der einzige Newcomer der Klasse, der Skoda Rapid, kam auf lediglich 0,7 Prozent der Segmentzulassungen.

Klassisches Trio in der Mittelklasse
In der Mittelklasse dominieren VW Passat und BMW 3er. Sie machen 19 beziehungsweise 18 Prozent des Segments aus. Mit deutlichem Abstand folgen Mercedes C-Klasse und Audi A4 mit jeweils rund 13 bis 14 Prozent. Die neue Mercedes CLA-Klasse, die zwar auf der kompakten A-Klasse basiert, aber größer als die C-Klasse ist, kam nur auf 2,7 Prozent. Der ebenfalls neue Opel Cascada blieb mit 0,6 Prozent als Cabrio erwartungsgemäß ein Nischenmodell. Überschaubar ist das Modellangebot in der oberen Mittelklasse, und noch weniger Autos bringen es auf nennenswerte Stückzahlen. BMW 5er, Audi A6 und Mercedes E-Klasse liegen Kopf an Kopf und machen jeweils etwa ein Drittel der Verkäufe aus. Daraus ergibt sich schon, dass andere Modelle, wie etwa der Jaguar XF, nichts zu melden haben.

Oberklasse: Siegeszug der Derivate
In der Oberklasse führte lange Zeit unangefochten die Mercedes S-Klasse vor BMW 7er und Audi A8. Seit Derivate wie der BMW 6er und der Mercedes CLS eingeführt wurden, ist das Bild nicht mehr so klar. Im ersten Halbjahr 2013 lag der CLS mit knapp 18 Prozent der Verkäufe vorne. BMW 6er und 7er zusammengenommen kommen auf etwa genauso viele Exemplare, der Audi A8 folgt abgeschlagen. Noch weiter hinten liegen der einstige Bestseller S-Klasse und der Porsche Panamera.

Im Gelände führen Qashqai und Tiguan
Bei den im weitesten Sinne geländetauglichen Wagen unterscheidet das KBA die Gruppen SUVs und Geländewagen. Bei den SUVs verteilen sich 40 Prozent der Verkäufe etwa gleich auf Nissan Qashqai, BMW X1, Skoda Yeti und den Newcomer Opel Mokka. Die anderen Neulinge, Peugeot 2008, Renault Captur und Chevrolet Trax, sind noch zu neu, um verwertbare Zahlen zu liefern. Deutlich VW-dominiert ist die Gruppe der Geländewagen: Der Tiguan steht für knapp 27 Prozent des Segments, Audi Q3 und BMW X1 folgen weit abgeschlagen mit jeweils rund zehn Prozent.

Vans: B-Klasse und Touran vorne
Rund 25.000 Sportwagen wurden im ersten Halbjahr 2013 verkauft, immerhin doppelt so viel wie Oberklassewagen. Früher führte hier der Porsche 911, doch seit das E-Klasse Coupé zu den Sportwagen zählt, hat es knapp die Führung übernommen. Auf Platz drei folgt der Mercedes SLK. Die Vans teilt das KBA in zwei Teile, und das Ergebnis ist wenig einleuchtend. So zählt die Mercedes B-Klasse zu den Minivans, der VW Touran aber zu den Großraum-Vans. Nimmt man beide Klassen zusammen, so führen Mercedes B-Klasse (15 Prozent) und VW Touran (14 Prozent). Seat Altea und Opel Zafira folgen auf den Plätzen. Bei den Utilities, zu denen das KBA Busse, Transporter und dergleichen zählt, führen der VW-Transporter mit seinen Derivaten sowie der VW Caddy. Bei den Wohnwagen schließlich spielt wie gewohnt nur der Fiat Ducato eine Rolle. Über 70 Prozent des Segments entfallen auf ihn.

1,5 Millionen Autos neu zugelassen
Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2013 etwa 1,5 Millionen Autos zugelassen, rund acht Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2012. Die beliebtesten Autos über alle Klassen waren der VW Golf (118.224 Stück), VW Passat (36.828 Stück), BMW 3er (35.498 Stück), VW Polo (34.525 Stück) und VW Tiguan (30.271 Stück). Die Dominanz von VW auf dem deutschen Markt ist nach wie vor bemerkenswert. Die Marke führt in sieben von 13 Segmenten, darunter sind auch die volumenstärksten Klassen.

Bildergalerie: VW-Dominanz