Der VW-Konzernabend auf dem Pariser Autosalon 2012

Die Zeiten sind derzeit für die Autoindustrie nicht rosig, wenn es um den europäischen Markt geht. Das sieht auch VW-Chef Martin Winterkorn so, der im Vorfeld des Pariser Autosalons 2012 (29. September bis 14. Oktober) auf dem traditionellen Konzernabend die Highlights von Volkswagen und der anderen Marken des Unternehmens präsentiert.

Ein Kombi von Porsche?
Den Anfang macht Porsche, hier rollt der Panamera Sports Tourer auf die Bühne. Er ist noch eine Studie mit Plug-in-Hybridsystem. Doch das kombiartige Modell dürfte schon 2013 das Modellangebot der Zuffenhausener ergänzen. Gleichzeitig zeigt die Front des besonderen Panamera schon das Facelift der Baureihe. Unter dem Namen e_hybrid werden ab 2013 diverse Porsche-Modelle mit Plug-in-Hybridsystem auf den Markt kommen, darunter Panamera, 918 und der Cayenne.

A3 statt Q2
Audi stellt den neuen A3 Sportback in den Mittelpunkt. Die Studie Crosslane Coupé, welche einen Vorgeschmack auf den künftigen Q2 gibt, wird erst auf der Messe enthüllt, ebenso der 300 PS starke S3. Firmenchef Rupert Stadler verrät den gut 1.000 Anwesenden, dass der Sportback das zweite von insgesamt vier Derivaten des A3 ist. Mit von der Partie sind auch Zweiräder, die noch junge Konzernmarke Ducati hat ein starkes Doppel mitgebracht.

Starkes Trio
Apropos stark: Natürlich dürfen die Nobelmarken des VW-Konzerns bei dem aufwendig inszenierten Abend nicht fehlen. Bentley stellt eine für 2013 geplante Tourenwagen-Version des Continental GT vor, Bugatti ist stolz auf eine spezielle Version des Veyron 16.4 Grand Vitesse, seines Zeichens schnellster Zweisitzer der Welt mit 375 km/h. Lamborghini verpasst dem Gallardo LP 560-4 Retuschen an Front und Heck.

Winfrieds Eiskratzer
Eine Überraschung gibt es bei Seat: Hier steht zwar der schicke Golf-Ableger Leon im Rampenlicht, nicht aber der relativ konservative Toledo, der ebenfalls in Paris debütiert. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um ein Zugeständnis an Skoda. Denn die Tschechen feiern auf dem Konzernabend den Rapid, der mit dem Toledo fast baugleich ist. Skoda-Chef Winfried Vahland ist übrigens nicht nur auf den riesigen Kofferraum des Rapid stolz: Beeindruckt holt er den in der Tankklappe befindlichen Eiskratzer und reckt ihn triumphierend in die Höhe. Da wir gerade bei Nutzwert sind: Die Nutzfahrzeugsparte von VW zeigt den Cross Caddy im martialischen Offroad-Look.

Der Drei-Liter-Golf
Künstliche Nebelschwaden umhüllen die Bühne, als es um das Highlight geht. Der Star ist unbestritten der neue VW Golf, der freilich seit seiner nicht minder üppig inszenierten Premiere Anfang September 2012 keine echte Überraschung mehr ist. Doch VW-Boss Martin Winterkorn kann noch etwas aus dem Hut zaubern: Als sich die Schwaden verziehen, entsteigt er dem neuen Golf BlueMotion. Um 15 Prozent habe man den Verbrauch reduziert, nun sind es 3,2 Liter auf 100 Kilometer. Der magische Zauberwert in Zeiten der CO2-Anbetung: 85 Gramm. Unter der Haube der ,Sparspitze", wie Winterkorn ironisch meint, steckt ein 110-PS-Diesel, der den BlueMotion bis zu 202 km/h schnell macht. Gekoppelt ist die Maschine an ein lang übersetztes Fünfgang-Schaltgetriebe, das maximale Drehmoment beträgt 250 Newtonmeter. Doch es geht noch mehr Sparsamkeit, wie Winterkorn durchblicken lässt. Ab 2014 gibt es Passat und Golf mit Plug-in-Hybridantrieb, aber auch den Audi A8 und Audi Q7.

Gallery: VW-Neuheiten in Paris