Erstkontakt mit dem Opel Adam

Ob das ein gutes Zeichen war? Just in dem Moment, als die Präsentation des Opel Adam (sprich: Ädämm) am Fuße des Pariser Eiffelturms begann, öffnete der Himmel seine Schleusen und ließ es wie aus Bindfäden gießen. Marketing-Vorstand Alfred Rieck und Chef-Designer Mark Adams trotzten dem heftigen Regen und priesen stolz die Vorzüge des neuen, trendigen Kleinstwagens aus Rüsselsheim an. Mit dem Adam beschreitet Opel in der Tat neue Wege. Allen Negativschlagzeilen zum Trotze, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren schrieb, könnte der Adam zu Recht ein Hoffnungsträger für eine positivere Zukunft der Marke werden.

Individualisierung ist Trumpf
Beim ersten Blick auf das Auto mag sich mancher fragen, ob das wirklich ein Opel ist. In der Tat grenzt sich der 3,70 Meter kurze, dreitürige Adam mit seinem Design deutlich von seinen Markengeschwistern. Er ist weniger aggressiv als etwa der Astra, lieblicher dreinschauend als der Corsa und bietet optisch vieles, was man von einem Lifestyleauto erwartet. Gewisse Ähnlichkeiten mit dem Fiat 500, dem Audi A1 oder vor allem dem Mini sind nicht zu leugnen. Aber im Vergleich zum neuaufgelegten Mini verzichtet der Adam auf einen Retrolook – denn einen Vorgänger oder ein Vorbild in der Opel-Historie gibt es nicht. Durchaus vom Mini abgekupfert sind die zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten. Über 300.000 Gestaltungskombinationen sind theoretisch möglich, so dass ein Auto kaum dem anderen gleichen wird. Das Dach etwa kann zu fast jeder Lackierung in Schwarz, Weiß oder Dunkelbraun geordert werden. Drei unterschiedliche Exterieurdekore stehen zur Wahl, die auf Dach, Motorhaube, Außenspiegeln sowie im Türbereich angebracht werden können. 31 verschiedene Felgenvarianten von 15 bis 18 Zoll sind erhältlich. An einige Räder können Zierclips in unterschiedlichen Farben befestigt werden.

Hochwertiges Interieur
Von außen betrachtet ist der Adam also allemal ein echter Hingucker. Dazu wird er aber erst, wenn der Kunde kräftig in der umfangreichen Ausstattungsliste zuschlägt. In der Grundausstattung rollt der Kleinstwagen nämlich ohne Kontrastdach und mit Stahlfelgen vom Band. Auch der Innenraum wird erst gegen Aufpreis richtig schick. Mit entsprechenden Zierleisten in Armaturentafel und Türen, mit Sportsitzen und Lederausstattung hinterließ die Adam-Kabine bei einer ersten Sitzprobe jedoch einen überraschend hochwertigen Eindruck. Das Cockpit fällt zudem deutlich übersichtlicher als im verspielten Mini aus. Zahlreiche Dekorelemente für den Adam sind übrigens separat als Zubehör erhältlich und erlauben auch nachträglich eine fortlaufende Individualisierung beziehungsweise eine Anpassung an wechselnde Geschmäcker. Nicht mehr als eine nette Spielerei ist der optionale ,Sternenhimmel". Mit Hilfe von 60 LEDs kann hier die Illusion einer sternenklaren Nacht simuliert werden. Alternativ ist ein Panorama-Glasdach erhältlich. Der Adam ist als kleiner und wendiger Stadtflitzer konzipiert, das Platzangebot im Fond fällt entsprechend überschaubar aus. Das gilt auch für den Kofferraum, der mit einem Fassungsvermögen von 160 bis 663 Liter fast exakt auf dem Niveau des Mini (160 bis 680 Liter) liegt. Zum Beladen des Gepäckraums muss beim Opel allerdings eine hohe Ladeschwelle überwunden werden.

Zunächst mit 70 bis 100 PS
Zum Start stehen für den Adam drei verschiedene Benziner zur Wahl: ein 1,2-Liter-Aggregat mit 70 PS sowie zwei 1,4-Liter-Triebwerke mit 87 und 100 PS. Optional ist ein Start-Stopp-System erhältlich. In der sparsamsten Variante soll Opels Kleinster sich mit 5,0 Liter pro 100 Kilometer und einem CO2-Ausstoß von 118 Gramm je Kilometer begnügen. Alle Motoren sind an ein Fünfgang-Schaltgetriebe gekoppelt. Dieselaggregate sind vorerst nicht geplant, aber es soll später eine neue Generation Ottomotoren mit Direkteinspritzung und Turboaufladung kommen. Sie wird es auch in Verbindung mit einem neuen Sechsgang-Schaltgetriebe geben. Die Varianten mit 17- und 18-Zoll-Felgen verfügen serienmäßig über ein Sport-Fahrwerk und eine direktere Lenkung. Die elektrische Servolenkung bietet einen speziellen, auf Knopfdruck aktivierbaren City-Modus. Dank erhöhter Lenkunterstützung bei niedrigen Geschwindigkeiten soll dadurch das Rangieren erleichtert werden.

Infotainmentsystem mit Siebenzoll-Monitor
Premiere feiert im Adam das neue Infotainment-System namens IntelliLink. Es integriert sowohl das iPhone als auch auch Android-Smartphones und ermöglicht die Nutzung fast all derer Funktionen im Fahrzeug. Das System überträgt die Smartphone-Inhalte via USB und Bluetooth auf einen sieben Zoll großen Farbmonitor in der Mittelkonsole. Außer den Telefonfunktionen gibt es Zugriff auf Musik, Fotogalerien und Videos. Zusätzlich werden einige speziell entwickelte Apps angeboten, etwa zur Navigation. Als weitere Extras können Kunden unter anderem einen Einparkassistenten, eine Lenkradheizung und den in den hinteren Stoßfänger integrierten Fahrradträger FlexFix ordern.

Einstieg ab 11.500 Euro
Erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird der Opel Adam auf dem Pariser Autosalon 2012 (29. September bis 14. Oktober). Bestellungen sind ab sofort möglich, die Auslieferungen beginnen Anfang 2013. Der Einstiegspreis für den Adam beträgt 11.500 Euro, das sind 100 Euro weniger als für den günstigsten Fiat 500. Der Mini startet erst bei 15.650 Euro. Zum Ende der Adam-Präsentation in Paris hörte es übrigens auf zu regnen, die Sonne kämpfte sich für ein paar Minuten durch die dicken Wolken. Die Verantwortlichen von Opel strahlten mit ihr um die Wette und waren sich sicher, dass dieses Zeichen kein Zufall gewesen sein kann.

Gallery: Premiere in Paris: Der neue Opel-Mini