Die Huet Brothers planen HB Coupé auf Basis des BMW 1er M Coupé

Die Niederlande haben viel zu bieten. Tulpen aus Amsterdam, Käse aus Gouda, die rasanten Leichtbauflundern von Donkervoort und vielleicht bald auch das HB Coupé. HB steht dabei für die Huet Brothers. Das holländische Brüderpaar Paul und Tino Huet hat bereits vor einigen Jahren den HB Special auf die Räder gestellt, ein Fahrzeug auf der stark modifizierten Basis des Triumph TR6. Die Eigenbaukarosserie erinnerte an Rennwagen der 1950er-Jahre. Das Faible für Karosseriedesign aus dieser Zeit kommt nun auch beim HB Coupé zum Tragen. Unter der Haube soll es im Vergleich zum HB Special aber ungleich moderner zugehen.

Komfort oder harter Knochen
Das HB Coupé soll mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn die Huet Brothers wollen Kunden nicht nur eine schöne Hülle bieten, sondern auch noch moderne Sicherheit, Sparsamkeit, ein erstklassiges Fahrverhalten, genug Platz für Gepäck, Korrosionsbeständigkeit, Tuningmöglichkeiten für den Einsatz auf der Rennstrecke sowie Komfort mit Klimaanlage und Sitzheizung. Das geht nicht? Tino und Paul sagen: Doch! Des Rätsels Lösung: Vom HB Coupé soll es mehrere Varianten geben. Neben der einfach nur HB Coupé genannten Luxus-Version wollen die Brüder noch die Ableger RR und RR M anbieten. Bei dem ,M" der zuletzt genannten Version wird man mit Recht stutzig: Es klingt verdächtig nach BMW-Technik.

Technik von BMW
Als Basis für das HB Coupé haben sich die Huet-Brüder das BMW 1er M Coupé auserkoren. Sie wollen aus Kostengründen seine bewährte Chassis-Plattform nehmen und das Monocoque aus leichtem Karbon nachformen, während die Hilfsrahmen original bleiben sollen. Diese werden mit dem Monocoque vernietet. Das Karbon soll für noch mehr Steifigkeit und weniger Gewicht sorgen. Auch die Maße stehen schon fest. Das HB Coupé wird einen Radstand von 2,66 Meter aufweisen, rund 4,38 Meter lang und ohne Außenspiegel 1,80 breit sein. Die Höhe fällt unterschiedlich aus: Das normale Coupé wird knapp über 1,25 Meter hoch sein, der RR 1,19 Meter. Das liegt unter anderem daran, dass der sportlichere RR nicht die ,fetten" Reifen des komfortablen Modells erhält. Innen sollen Dreipunkt-Gurte mit Gurtstraffern sowie Front- und Seiten-Airbags für Sicherheit sorgen.

Ein Diesel, zwei Benziner
Die Spritsparfanatiker unter ihren Kunden wollen die Huet Brothers mit dem Zweiliter-Biturbodiesel aus dem BMW-Regal zufriedenstellen. Im 1.121 Kilogramm schweren Coupé soll der Motor serienmäßige 204, im knapp 1.050 Kilogramm leichten RR 220 PS leisten. Das Drehmoment beträgt in beiden Fällen 400 Newtonmeter. Schon mit diesem Triebwerk peilt HB eine Beschleunigung von 5,6 beziehungsweise 5,3 Sekunden von null auf 100 km/h an. Wer auf Benziner steht, wird mit dem turboaufgeladenen, 306 PS starken Dreiliter-Reihensechszylinder von BMW bedient. Coupé und Coupé RR wiegen damit etwas mehr, 1.159 beziehungsweise 1.082 Kilogramm. Hier peilen die Huet Brothers Beschleunigungszeiten zwischen vier und 4,3 Sekunden an. Noch schneller geht es im RR M, in dem das Aggregat 330 PS leisten und statt 450 statt 400 Newtonmeter generieren soll. Für das 1.100-Kilogeschoss streben die Holländer einen Wert von 3,8 Sekunden an. Die Höchstgeschwindigkeit geben sie in allen Fällen mit 250 km/h an.

Verschiedene Getriebe
Auch verschiedene Getriebeoptionen sind fest eingeplant. Standard ist ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Der Diesel soll auch mit einer Sechsgang- und der neuen BMW-Achtgangautomatik kombiniert werden können. Im 306-PS-Benziner kann die Kraft alternativ mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe verwaltet werden.

Bei genug Bestellungen startet die Produktion
Als Preise setzen Tino und Paul Huet 68.500 Euro für den Diesel und 74.000 für das Coupé mit Dreiliter-Sechszylinder an. Der RR M soll bei 82.500 Euro starten. Das ganze Projekt hat natürlich einen kleinen Haken. Alle Kalkulationen basieren auf einem Produktionsvolumen von 40 Fahrzeugen pro Jahr. Kommen nicht genügend Bestellungen zusammen, kann die die Produktion nicht starten. Sollte alles glatt laufen und mit dem Bau Ende 2012 begonnen werden, könnte das erste HB-Coupé im Jahr 2014 ausgeliefert werden.

Gentleman oder Racer