Bentley stellt Continental GT3 vor

Race on sunday, sell on monday: Dieses Motto stand bei Bentley schon zu Zeiten des Unternehmensgründers Walter Owen Bentley im Mittelpunkt. Er wollte, dass die Firma an Rennsportveranstaltungen teilnahm, um bessere Verkaufszahlen zu generieren. In den 20er- und 30er-Jahren war Bentley bei Rennen dabei, dann aber erst wieder von 2001 bis 2003. Nun will die Marke zurück in den Sport, wie auf dem Pariser Autosalon 2012 verkündet wurde. Das Wettbewerbsauto, der Continental GT3, war in Paris als Studie zu sehen. Nun zeigt Bentley die endgültige Version und nennt die technischen Daten.

Über 1.000 Kilo abgespeckt
Ein Abglanz des Rennfahrzeugs soll natürlich auf die Serie fallen. Daher betont Bentley, dass der Continental GT3 auf dem Serienfahrzeug Continental GT basiert. Aber die Änderungen sind gewaltig: ,Wir haben über 1.000 Kilogramm Gewicht eingespart, unseren 4,0-Liter-V8 auf 608 PS abgestimmt sowie ein umfangreiches Aerodynamik-Paket entwickelt", sagt Bentley-Entwicklungsvorstand Rolf Frech. Die Serienversion GT V8 leistet ,nur" 507 PS und wiegt 2.295 Kilo, ist also im Vergleich zur weniger als 1.300 Kilogramm schweren Rennversion ein ziemlich dicker Brocken. Das Abspecken gelang unter anderem durch den Verzicht auf die übliche Komfortausstattung. Leder und Holz wurden aus dem Innenraum verbannt, genauso wie das Infotainmentsystem.

Hinterrad- statt Allradantrieb
Der Serienmotor des Continental GT V8, ein 4,0-Liter-Twinturbo, wurde mit einer Trockensumpfschmierung und einer anderen Motorsteuerung versehen. Die Kraft wird über eine aus Carbonfasern gefertigte Kardanwelle an die Hinterachse übertragen – das Serienmodell hat dagegen einen permanenten Allradantrieb. Statt der Achtgang-Automatik aus der Serie besitzt die Rennversion ein automatisiertes Schaltgetriebe mit sechs Gängen vom britischen Spezialisten Xtrac.

Anderes Fahrwerk und riesiger Heckflügel
Das Fahrwerk basiert auf Doppelquerlenkerachsen vorne und hinten. Statt der Luftfederung hat das Rennauto Stahlfedern. Die Dämpfer sind wie in der Serie vierfach verstellbar, wenn auch in Rennabstimmung. Für die Verzögerung sorgen Bremsen mit belüfteten Stahlscheiben. Vorne werden sie mit Sechskolben-Sätteln von Brembo kombiniert, hinten mit Vierkolben-Sätteln. Wie die Studie hat die endgültige Version einen riesigen Carbon-Heckflügel, einen sehr tief liegenden Frontspoiler und einen gewaltigen Diffusor. Auch Motorhaube, Stoßfänger, Kotflügel und Seitenschweller wurden überarbeitet.

Premiere beim Schaulaufen in Goodwood
Premiere feierte der Continental GT3 beim Rennen während des Goodwood Festival of Speed (12. bis 14. Juli 2013). Dieses Event auf einer knapp zwei Kilometer langen, hügligen Strecke vor Goodwood House ähnelt einem Bergrennen, ist aber mehr ein Schaulaufen als eine Motorsportveranstaltung. Dort starten Renn- und Sportwagen aus den verschiedensten Epochen des Motorsports, oft mit Stars wie Stirling Moss oder Jochen Mass am Steuer. Am Lenkrad des Continental GT3 saß der 38-jährige Brite Guy Smith, der 2003 mit einem Bentley Speed 8 das Le-Mans-Rennen gewann.

Rennauftritt in der Blancpain-Serie 2014
Der Continental GT3 soll 2014 in der so genannten Blancpain-Serie starten. Ihren Namen hat diese seit 2011 existierende Rennserie für Gran-Turismo-Fahrzeuge von einem Schweizer Uhrenhersteller, der als Sponsor auftritt. Als Geldgeber für den eigenen Rennauftritt hat Bentley den Mineralölkonzern ExxonMobil gewonnen. Der will offensichtlich seine Motoröl-Expertise ins Licht stellen, ganz nach Walter Owen Bentleys Devise: Race on sunday, sell on monday.

Bildergalerie: Leder raus, PS rein