ADAC-Rastanlagentest

Die Pause an einer Autobahn-Raststätte lässt sich meistens in entspannter und familienfreundlicher Atmosphäre verbringen, ist allerdings auch wesentlich teurer als der Halt auf einem Autohof. Das ist das zentrale Ergebnis des aktuellen ADAC-Tests von je 20 Raststätten und Autohöfen entlang wichtiger Reiserouten in Deutschland. Autohöfe weisen im Gegensatz zu Raststätten keine eigene Zufahrt von der Autobahn auf.

20 Prozent mehr für den Raststätten-Einkauf
Positivere Bewertungen bei Service, Familienfreundlichkeit oder Sanitäranlagen waren ausschlaggebend für das gute Abschneiden der Raststätten. Allerdings hat Qualität auch hier ihren Preis. So musste für einen Test-Einkauf im Raststätten-Kiosk durchschnittlich 20 Prozent mehr bezahlt werden als für den gleichen Warenkorb im Autohof-Shop. Im Gastronomie-Bereich erwiesen sich die Autohöfe um etwa zehn Prozent günstiger als die Raststätten.

Drei Anlagen durchgefallen
Insgesamt wurden 15 Anlagen mit "gut" bewertet, 22 waren "ausreichend", drei fielen mit der Gesamtnote "mangelhaft" durch. Die Wertungen "sehr gut" und "sehr mangelhaft" wurden nicht vergeben. Testsieger ist die Raststätte Börde Süd an der A2 in Sachsen-Anhalt – eine gepflegte, familienfreundliche Anlage mit sauberen Sanitäranlagen. Ebenfalls auf den vorderen Plätzen rangiert die Raststätte Michendorf Nord am Berliner Ring (A10) sowie der hessische Autohof Lohfeldener Rüssel an der A7. Trotz teilweise sehr guter Bewertungen in den Kategorien Außenanlagen und Shop wird dieser Hof allerdings aufgrund sehr mangelhafter Hygiene-Werte im Test gesondert ausgewiesen. Testverlierer ist der Autohof Plötzin an der A10 in Brandenburg. Die Anlage war weder familien- noch behindertengerecht und auch die Sicherheit für Fußgänger auf dem Parkplatz ließ zu wünschen übrig.

Mängel bei Familienfreundlichkeit
Teilweise erhebliche Schwächen offenbarten viele Betriebe bei den Themen Familie und Barrierefreiheit. Für Kinder fehlten oftmals Spielmöglichkeiten oder ein Angebot an altersgerechten Mahlzeiten. Einen vollständig barrierefreien Zugang zum Restaurant boten lediglich drei Anlagen. Während der so genannte Euroschlüssel die Tür von Behinderten-Toiletten in fast allen Raststätten öffnete, war dies nicht einmal bei jedem zweiten Autohof der Fall. Der Euroschlüssel ist ein 1986 eingeführter Einheitsschlüssel, mit dem Behinderte Zugang zu behindertengerechten Einrichtungen erhalten sollen.

Optisch hui, hygienisch pfui
Die sanitären Einrichtungen präsentierten sich optisch meist in gepflegtem Zustand. Einige optisch saubere Toiletten wiesen allerdings schlechte Hygienewerte auf – so zum Beispiel der Autohof Lohfeldener Rüssel (A7), die Raststätte Hüttener Berge West (A7) und der Autohof Gau-Bickelheim (A61).

40 Rastanlagen getestet
Jede der 40 Rastanlagen wurde an zwei verschiedenen Tagen von unterschiedlichen Testern ohne Voranmeldung getestet. Dabei wurde eine mehr als 110 Punkte umfassende Checkliste abgearbeitet, die sich in die Kategorien Verkehrsgestaltung, Außenanlage und Zugang, Service, Gastronomie, Shop/Kiosk, Familienfreundlichkeit, Sanitäranlagen, Hygiene und Preise gliederte.

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