Nicht nur Mercedes widmet sich Golf-Carts

Für gewöhnlich schenkt man einem Golf-Cart keine große Aufmerksamkeit. Das Ding hat meistens vier Räder, zwei Sitze, ein Lenkrad und ein Dach. Es dient dazu, Golf-Spieler nebst Equipment zu den Abschlagstellen zu fahren und zurück an die Sektbar ins Clubhaus zu bringen. Dass damit natürlich auch ein wenig der Begriff Golf-Sport ad absurdum geführt wird, wird jeder Golfer vehement bestreiten, schließlich muss man ja nicht immer laufen, um sich zu bewegen.

"Vision Golf Cart" von Mercedes
Doch vor allem auf den grünen Rasenplätzen gilt die Devise ,sehen und gesehen werden" und warum sollte nicht auch das Transportwägelchen zu etwas Exklusivem avancieren? Mercedes hat jetzt den ,Vision Golf Cart" entworfen. Computerbilder zeigen einen schnittigen Flitzer, der sich schon von der Form her von den sonst kastigen Rasentransportern abhebt. In die Studie flossen Ideen und Wünsche von Golfspielern ein, die mit Technologien aus Mercedes-Automobilen verknüpft wurden.

Steuerung per Joystick
Da auch ein Mercedes-Golfwagen aussehen muss wie ein Mercedes, trägt das Mobil den aktuellen ,Diamantgrill". Das Cart wird von einen Elektromotor angetrieben, dessen Batterie von einem Solarmodul im Dach mit Strom gefüttert wird. Gesteuert wird das Gefährt per Joystick in der Mittelkonsole, dort finden auch iPad oder iPhone in einer Dockingsstation Platz. Am Screen der Mobilgeräte werden die Funktionen des Hightech-Carts gesteuert, E-Mails geschrieben oder per Bluetooth-Telefonie beim Clubhaus Speisen und Getränke geordert. Per Head-up-Display werden der aktuelle Spielstand oder die Wetterdaten in die Windschutzscheibe projiziert. Die Carts werden sogar untereinander vernetzt: Per ,Fore-Button" werden andere Spieler bei einem Fehlschlag schnell gewarnt, indem eine Info an alle Carts in der Gefahrenzone gesendet wird. Diese stoßen dann, ebenso wie das eigene Mobil, ein Warnsignal aus.

Nackenheizung und Kühlschrank
Alle weiteren Features könnten aus der Ausstattungsliste eines Mittelklassewagens stammen: Die elektrisch verstellbaren Sitze sind beheiz- und belüftbar, die erstmals im SLK eingesetzte Kopfraumheizung Airscarf soll an kühlen Tagen für Wärme am Hals sorgen, darüber hinaus wird eine Klimaanlage eingebaut. Optional sind Leichtbau-Türen zu haben, die bei kaltem Wetter simpel eingeklickt werden. Ein kleiner Kühlschrank in der Mittelkonsole und beheiz- und kühlbare Cupholder kümmern sich um die jeweils passende Getränketemperatur. Und selbst an die Golferinnen wurde gedacht, indem ein beleuchteter Schminkspiegel montiert wurde.

LED-Scheinwerfer mit Flutlicht
Zu den weiteren coolen Funktionen gehört ein ausfahrbarer Blitzableiter, zudem lässt sich die Windschutzscheibe bei starkem Lichteinfall per Knopfdruck verdunkeln. Nicht fehlen darf auch ein Regensensor und ein spezieller Platz hinter den Sitzen für die Regenschirme. Das Cart soll straßentauglich sein, indem es mit Blinkern, Rückleuchten und Scheinwerfern bestückt wurde. Letztere strahlen mit LED-Technik und erlauben dank Flutlichtfunktion, auch in der Dämmerung weiterzuspielen.

Bedarf für coole Golfplatz-Renner ist da
Das Super-Cart ist derzeit eine reine Vision, daher lässt sich über einen eventuellen Verkaufspreis auch nur spekulieren. Ein denkbarer Vergleich wäre der Elektro-Smart namens ,ed", der etwa 24.000 Euro kostet, aber eine schlichtere Ausstattung bietet. Die Zielgruppe fürs Nobel-Vehikel dürfte also ein eher kleinerer Kreis sein. Doch der Bedarf für exklusive oder augenfällige Golfmobile scheint vorhanden zu sein. So arbeitet beispielsweise der dänische Golfauto-Hersteller Garia mit dem Edel-Tuner Mansory zusammen und bietet entsprechend fein ausstaffierte Fahrzeuge an. Wer einen Golfwagen sucht, der dem eigenen Automobil ähnelt, wird bei verschiedenen Herstellern fündig. Ein Anbieter ist das hawaiianische Unternehmen Luxurycarts, dessen ungewöhnliche Golfplatz-Renner wir in unserer Bildergalerie zeigen.

Gallery: Stilvoll von Loch zu Loch