BKA-Statistik zum Autodiebstahl

Der Rückgang beim Fahrzeugdiebstahl, der längere Zeit zu beobachten war, scheint zu einem Ende gekommen zu sein. Das ist der aktuellen Untersuchung des Bundeskriminalamts (BKA) zur Kfz-Kriminalität 2011 zu entnehmen. Die Zahl der geklauten Autos nahm von rund 63.000 im Jahr 2003 auf rund 37.000 im Jahr 2008 ab. Seither ist jedoch wieder ein leichter Anstieg auf etwa 41.000 Stück im Jahr 2011 zu verzeichnen. Davon fehlten nach Jahresende immer noch etwa 19.000 Autos.

Porsche wird am meisten geklaut
Bei den geklauten Marken liegen die Premiumhersteller vorne – laut BKA wegen besserer Absatzmöglichkeiten und höherer Gewinnspannen. 2011 lag Porsche mit 99 geklauten Autos pro 100.000 im Bestand vorhandenen Fahrzeugen vorne. BMW und Audi folgten dicht mit 97 beziehungsweise 96 Autos pro 100.000 Fahrzeuge. Mercedes-Fahrzeuge wurden jedoch deutlich weniger oft geklaut, hier verschwanden nur 27 von 100.000 zugelassenen Autos. Noch niedriger lagen die Zahlen bei Ford und Opel, während VW mit einem Ergebnis von 71 gestohlenen je 100.000 zugelassenen Vehikeln bei den Langfingern deutlich beliebter war.

Beträchtliche Versicherungsschäden
Auch wenn rund 19.000 dauerhaft verschwundene Autos bei einem hohen Fahrzeugbestand von 42,9 Millionen Pkw eine kleine Zahl ist: Die Schäden sind beträchtlich. Daten zur Schadenssumme 2011 lagen dem BKA noch nicht vor, doch 2010 mussten die Versicherungen Schäden in Höhe von gut 250 Millionen Euro kompensieren. Dabei bevorzugen die Diebe zwei- bis dreijährige Fahrzeuge, was die Statistiken der kaskoversicherten Fahrzeuge ergibt. Was die örtliche Verteilung angeht, so liegen die Kriminalitätsschwerpunkte im Osten. Berlin behauptet einen wenig schmeichelhaften ersten Platz, Brandenburg ist ebenfalls stark vom Autoklau betroffen, aber auch der Stadtstaat Hamburg. Die Tatverdächtigen sind zu zwei Dritteln Deutsche, beim Rest sind – dem Klischee folgend – die Polen die stärkste Gruppe, auch wenn sie nur acht Prozent der Tatverdächtigen ausmachen.

Hochprofessionelle Tätergruppen
Die internationale Verschiebung geklauter Autos spielt weiterhin eine Rolle. Die Kriminalitätsszene wird von hoch qualifizierten, spezialisierten und in der Regel arbeitsteilig vorgehenden Tätergruppen dominiert. Diese unterhalten eine ausgeklügelte Logistik für die Überwindung elektronischer Sicherungseinrichtungen und den Fahrzeugtransport. Weitere Spezialisten kümmern sich um die Zerlegung der Fahrzeuge, die Fälschung von Kennzeichen und Fahrzeugpapieren sowie den Absatz der entwendeten Fahrzeuge. Es dominieren litauisch und polnisch dominierte Gruppen, gefolgt von deutsch dominierten Gruppen. Die Zielmärkte liegen überwiegend in Osteuropa, und Polen ist als Ziel- und Transitland einer der zentralen Staaten der internationalen Kfz-Verschiebung. Aber eine Verlagerung in weiter entfernte Regionen wie Tadschikistan oder Usbekistan ist zu beobachten.

Weniger Auslandsdiebstähle
Im Ausland wurden im Jahr 2011 genau 633 Autos dauerhaft entwendet, was einen Rückgang von 21 Prozent bedeutet. Als Grund vermutet das BKA: Der Anteil höherwertiger Autos ist in den betroffenen Staaten, vor allem in Osteuropa, gestiegen. Daher müssen die Diebe nicht mehr so oft auf deutsche Pkw zurückgreifen. Mit anderen Worten: In Polen werden immer öfter polnische Porsche-Fahrzeuge entwendet.

Trends beim Autodiebstahl