Kooperation soll Kosten senken

General Motors und PSA Peugeot Citroën wollen eine weltweite strategische Allianz eingehen. Damit sollen gemeinsame Stärken und Fähigkeiten genutzt werden, um die Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit beider Partner noch weiter zu verbessern.

Riesiges Einkaufsvolumen
Im Rahmen der Vereinbarung plant GM, einen siebenprozentigen Aktienanteil von PSA zu erwerben, womit General Motors der zweitgrößte Aktionär nach der Peugeot-Familiengruppe wäre. Die Allianz gründet auf zwei Hauptsäulen: der gemeinsamen Nutzung von Fahrzeugarchitekturen, Komponenten und Modulen sowie dem Aufbau eines weltweiten Einkaufs-Joint-Ventures. Das gemeinsame geschätzte jährliche Einkaufsvolumen soll rund 125 Milliarden US-Dollar betragen. Jedes Unternehmen wird seine Fahrzeuge weiterhin als eigenständiger Wettbewerber vermarkten und verkaufen. Die gemeinsame Nutzung von Architekturen soll es beiden Partnern erlauben, speziell in Europa Fahrzeugprogramme in den nötigen Stückzahlen kosteneffizient umzusetzen.

Akerson: Enorme Chancen
,Die Partnerschaft birgt enorme Chancen für unsere beiden Unternehmen," sagt GM-Chef Dan Akerson: ,Addiert man die erwarteten Synergien dieser Allianz noch zu unseren eigenen, davon unabhängigen Plänen für eine Ergebnisverbesserung, dann ist GM in Europa auf langfristige und nachhaltige Profitabilität ausgerichtet.", so Akerson. Nach fünf Jahren sollen durch die entstandenen Synergieeffekte rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden können.

Gemeinsame Architektur
Zunächst wollen sich GM und PSA auf Klein- und Mittelklassefahrzeuge sowie auf die Fahrzeuggattungen MPV und Crossover konzentrieren. Die beiden Unternehmen erwägen darüber hinaus, eine neue gemeinsame Architektur für Automobile mit besonders niedrigen Emissionen zu entwickeln. Das erste Fahrzeug auf Basis einer gemeinsamen Architektur wird für das Jahr 2016 erwartet. Bereits seit 2002 produziert PSA gemeinsam mit BMW Vierzylinder-Motoren, die unter anderem im Mini eingesetzt werden. Darüber hinaus entwickeln PSA und BMW zusamen Hybrid- und Elektroantriebe, hier soll die Fertigung im Jahr 2015 starten.

Gefahr für Opel?
Sowohl GM als auch PSA haben in Europa mit sinkenden Zulassungszahlen und Überkapazitäten in der Produktion zu kämpfen. Allein Peugeot machte im Jahr 2011 dreistellige Millionenverluste in der Autosparte. Insgesamt gingen die Neuzulassungen von PSA in Westeuropa um knapp neun Prozent zurück, bei GM sind es gut zwei Prozent. Bereits für das Jahr 2012 plant PSA den Abbau von 2.500 Arbeitsplätzen. Experten sehen in dem neuen Bündnis indes auch eine Gefahr für die Opel-Standorte. Gegenüber dem Handelsblatt bestätigte PSA-Vorstandschef Philippe Varin, dass langfristig auch Opel-Modelle bei PSA und umgekehrt produziert werden könnten.

Allianz für Europa