Mercedes krempelt die A-Klasse komplett um

Selten war ein Modellwechsel radikaler: Die Neuauflage der Mercedes A-Klasse verabschiedet sich von der Devise ,kurz und hoch". Nun lautet das Motto ,flach und dynamisch". Vorgestellt wird das Fahrzeug auf dem Genfer Auto-Salon vom 8. bis zum 18. März 2012.

Progressiv gleich größer?
Mercedes-Chefdesigner Gorden Wagener schlägt schon mal große Töne an, wenn es um die Optik der neuen A-Klasse geht: ,Kein Auto in diesem Segment ist so progressiv wie die A-Klasse". Für die Dimensionsänderungen gilt das schon mal in jedem Fall: Der kleinste Mercedes wächst in der Länge von 3,88 auf 4,29 Meter, während die Fahrzeughöhe von bislang 1,59 Meter auf künftig 1,43 Meter gekappt wird. Die Breite hingegen legt nur wenig auf 1,78 Meter zu. Insgesamt liegt die neue A-Klasse von den Maßen her auf Augenhöhe mit dem 1er-BMW.

Neue Schicht-Arbeit
Das Motorenangebot reicht bei den Benzinern von 115 PS im A 180 über 156 PS im A 200 bis zu 211 PS im A 250. Merkmale der Otto-Aggregate ist die Kombination der Direkteinspritzung mit Turboaufladung. Hinzu kommen erweiterte Schichtbereiche für den Magerbetrieb durch schnellschaltende Injektoren für die Mehrfacheinspritzung. Beim 1,6-Liter-Motor von A 180 und A 200 feiert die so genannte Camtronic Premiere: Durch die Verstellung des Ventilhubs auf der Einlassseite wird die Frischgasmenge im Teillastbereich begrenzt. Wer einen Dieselmotor unter der Haube bevorzugt, hat drei Varianten zur Auswahl: den A 180 CDI mit 109 PS, den A 200 CDI mit 136 PS sowie den 170 PS starken A 220 CDI, der 350 Newtonmeter maximales Drehmoment bereitstellt. Alle A-Klasse-Aggregate weisen serienmäßig eine Start-Stopp-Funktion auf. Geschaltet wird manuell mit sechs Gängen, auf Wunsch ist ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen erhältlich.

Assistierte Dynamik
Die von Mercedes gepriesene Dynamik soll ein Fahrwerk mit Vierlenker-Hinterachse und deutlich abgesenktem Schwerpunkt garantieren. Möglich ist laut den Schwaben auch der Einsatz eines Allradantriebs. Der Kunde hat die Wahl zwischen verschiedenen Fahrwerksabstimmungen, darunter ein optionales Sportfahrwerk mit Direktlenkung. Generell wurde die elektromechanische Lenkung der A-Klasse neu konzipiert, der Elektromotor der Servounterstützung sitzt jetzt direkt am Lenkgetriebe. Wie bereits von der im Herbst 2011 erschienenen B-Klasse bekannt, gibt es auch im A diverse Assistenzsysteme. Zu ihnen gehört eine radargestützte Kollisionswarnung mit adaptivem Bremsassistenten, aber auch das Pre-Safe-System, welches Fahrer und Fahrzeug auf einen Crash vorbereitet. Zum Angebot gehören darüber hinaus Dinge wie ein Abstandsregelradar, ein Totwinkel-Assistent oder eine Schilderkennung. Neben der Basisausstattung können Kunden aus drei Linien namens ,Urban", ,Style" und ,AMG Sport" wählen.

AMG-Variante schon zum Start
An der Entwicklung der AMG-Sport-Ausstattung wurde die Power-Sparte von Mercedes bereits früh beteiligt. Optisch ist der Sport-A am so genannten Diamantgrill erkennbar, der das Design der A-Klasse-Studie vom Frühjahr 2011 aufgreift. Hinzu kommen dunkle 18-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 235er-Bereifung, rot lackierte Bremssättel sowie rote Akzente im Innenraum. Unter dem Blech gibt es eine von AMG entwickelte Vorderachse und ein entsprechend abgestimmtes Fahrwerk. Erhältlich ist die besondere Ausstattung nur für die Topmotoren A 250 und A 220 CDI.

A wie Angriff
Zu den Händlern rollt die neue Mercedes A-Klasse im September 2012, zu den Preisen gibt es noch keine Details. Wahrscheinlich dürfte sich der Einstieg aber zwischen 22.000 und 23.000 Euro bewegen. Daimler-Chef Dieter Zetsche ist von seinem neuesten Baby bereits überzeugt: , A steht für Angriff: Die A-Klasse ist neu bis ins letzte Detail und ein klares Statement zur neuen Dynamik der Marke Mercedes-Benz."

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