Bentley präsentiert EXP 9 F auf dem Genfer Autosalon 2012

Mit nur zwei Baureihen fällt die Bentley-Palette recht schmal aus. Zurzeit besteht sie aus den Modellen Mulsanne sowie den Continental-Varianten GT, GTC und Flying Spur. Etwas fehlt den unter VW-Regie operierenden Briten also noch. Vielleicht nicht mehr lange, denn mit dem EXP 9 F präsentieren sie auf dem Genfer Autosalon vom 8. bis 18. März 2012 die Studie eines imposanten Pracht-SUVs.

EXP 9 F mit markanten Details
Der Anspruch der Marke ist klar umrissen: Besser sein als die Konkurrenz. Das Fahrzeug soll als Grand Tourer fungieren und sowohl vor der Oper, auf Sanddünen als auch auf der Autobahn eine gute Figur machen. Von Understatement hält der EXP 9 F nichts. Mit den ausgeprägten hinteren Kotflügeln zitiert Bentley aktuelle Modelle wie den Continental GT. Auch der große Kühlergrill ist typisch für die Marke. Markant sind auch die so genannten Bentley Blower, die Öffnungen der Tagfahrscheinwerfer im Turbinenraddesign mit Gitterabdeckung und geriffelten Innenflächen. Sie dienen beispielsweise ebenso als Lufteinlässe für die Ladeluftkühler des W12-Doppelturbomotors.

Turbinenoptik rundum
Die mächtigen 23-Zoll-Räder des EXP 9 F greifen das Turbinendesign ebenfalls auf. Eine mittig angebrachte Radmutter erinnert an die Zentralverschlüsse alter Bentley-Le-Mans-Rennwagen der 1920er-Jahre – oder wahlweise an die Speed-8-Rennwagen, mit denen Bentley den französischen Rennklassiker 2003 gewinnen konnte. Im Bereich der C-Säulen, die recht schräg stehen, verzichteten die Designer auf eine allzu zweckmäßige Optik. Die Heckklappe ist zweigeteilt, die dicken Endrohre elliptisch geformt. Diese Form tragen auch die Leuchteinheiten unter den rechteckigen Rücklichtgläsern, was an das hintere Ende von Strahlturbinen erinnern soll.

Luxus pur im EXP 9 F
,Hell und luftig" lauteten die Vorgaben für die Innenraumdesigner. Die verwendeten Elemente – beispielsweise Holz, Leder und polierte Metalle wie Aluminium, Bronze oder Rotguss – wurden in traditioneller Handarbeit gefertigt. Im EXP 9 F sind die Rückenlehnen der Sitze, die obere Armaturenabdeckung und die Gepäckraummatte mit Sattelleder bespannt. Klassische Rundinstrumente werden mit TFT-Anzeigen kombiniert. Der EXP 9 F ist als 4+1-Sitzer ausgelegt. In der Fondarmlehne verbirgt sich ein Kühlfach für Champagner und Gläser. Die Fondpassagiere haben die Wahl zwischen einem Geschäftsmodus mit großzügiger Beinfreiheit, ausklappbarer Tastatur und vollwertiger Internet-Anbindung, oder einer Ruheposition mit elektrischer Fußstütze, Getränketisch sowie einem Infotainment-Bildschirm. Sind die Fondsitze nicht besetzt, können sie elektrisch nach vorne geklappt werden, um mehr Gepäckraum zu schaffen.

Picknik-Set im Kofferraum
Das untere Segment der zweigeteilten Heckklappe kann als Sitzbank oder Picknicktisch verwendet werden. Zu beiden Seiten der Ladefläche sind maßgeschneiderte Picknick-Körbe – so etwas kennen wir auch von Rolls-Royce – verstaut. Ein Stoffsegel lässt sich wie ein Zeltdach über die Heckklappe spannen. Zum Picknick oder nach Hause kann es ruhig auch über holpriges Geläuf gehen: Mit den drei Fahrprogrammen Komfort, Sport und Gelände lässt sich das Fahrverhalten des EXP 9 F an verschiedene Straßenverhältnisse anpassen. Ein Display in der Mittelkonsole zeigt unter anderem das Bild des Navigationssystems oder kann beispielsweise das Bild einer tief eingebauten Frontsichtkamera übertragen. Letztere würde zum Einsatz kommen, wenn es durch unwegsames Gelände geht.

610 PS starker Zwölfzylinder
Souveräne Fahrleistungen verspricht im EXP 9 F der beispielsweise aus dem Continental GT bekannte Sechsliter-W12-Doppelturbomotor. Er ist an eine Achtgang-Automatik gekoppelt, leistet 610 PS und bietet ein Drehmoment von 800 Newtonmeter. Für ein Serienmodell ist alternativ ist auch der jüngst vorgestellte Vierliter-V8 als Triebwerk möglich. Bentley denkt aber auch über einen Hybridantrieb nach.

Bildergalerie: Britisches Pracht-SUV