Goodyear ist Erstausrüster für alle Porsche-Baureihen

Welcher Reifen für welches Auto? Viele Fahrer kümmern sich darum herzlich wenig. Dabei ist die Wahl der richtigen Gummis fürs Fahrverhalten und die Sicherheit eines Autos ungemein wichtig. Deswegen legen die Automobilhersteller großen Wert auf qualitativ hochwertige Reifen, die sie ab Werk montieren. Für die Reifenhersteller ist es ebenso wichtig, als Erstausrüster für Neuwagen zu fungieren. Nur so können sie ihre Produkte in großen Stückzahlen verkaufen. Zudem steigt die Chance, dass der Kunde beim Reifenwechsel erneut den gewohnten Pneu ordert. Wie eng verzahnt die Abstimmung zwischen Auto- und Reifenhersteller ist, zeigt die Zusammenarbeit zwischen Goodyear und Porsche. Der amerikanische Reifenkonzern liefert der schwäbischen Sportwagenmarke Reifen für die komplette Modellpalette: Erstausrüsterfreigaben gibt es für die Baureihen Cayman/Boxster, 911, Panamera sowie Cayenne.

Porsche verlangt kurze Bremswege
Bereits in der frühen Entwicklungsphase eines neuen Fahrzeugs existiert ein Lastenheft, in dem detailliert die Leistungseigenschaften eines Reifens definiert sind, um eine Erstausrüsterfreigabe zu bekommen. Welche Punkte genau in diesem Lastenheft aufgeführt sind, ist in der Regel streng geheim. Immerhin eine typische Anforderung verrät Holger Rehberg, Produktmanager bei Goodyear: ,Porsche will für seine Heck- und Mittelmotorsportwagen stets kurze Bremswege. Kein Konkurrent soll schneller zum Stehen kommen als ein Porsche", so lautet die Philosophie der Zuffenhausener für 911, Cayman und Boxster. Um dieses Kriterium umzusetzen, sind für den Reifen drei Konstruktionsmerkmale erforderlich: ,Zum einen muss beim Bremsvorgang möglichst viel Gummi Kontakt zur Fahrbahn haben. Dann sollte der Reifen eine stabile Karkasse aufweisen. Und schließlich sollte er über eine haftungsintensive Laufflächenmischung verfügen", so Fachmann Rehberg weiter.

Vergrößerte Kontaktfläche zur Fahrbahn
Umgesetzt werden diese Anforderungen bei Goodyear durch mehrere Maßnahmen. Der Eagle F1 Asymmetric 2 – freigegeben für die Porsche-Modelle 911 und Cayman – vergrößert mit seiner so genannten Active-Braking-Technologie den Straßenkontakt der Reifenaufstandsfläche beim Bremsen. Denn während sich herkömmliche Profilblöcke in dieser Situation wenig oder gar nicht verändern, dehnen sich die dreidimensionalen Blöcke des Eagle F1 Asymmetric 2 durch die gerundete Kontur der Profilrippen aus und vergrößern damit die Kontaktfläche zur Fahrbahn, wenn der Vorderreifen auf die Straße gepresst wird. Eine Karkassen-Struktur mit gekreuzten Kordlagen in der Seitenwand erhöht die Verwindungssteifigkeit des Reifens. Daraus resultieren eine verbesserte Lenkpräzision und ein optimiertes Bremsverhalten auf trockenem Asphalt. Als dritte Besonderheit setzt Goodyear für kurze Bremswege auf eine haftungsintensive Laufflächenmischung. Durch eine Feinverteilung des Füllstoffes kann hier die Oberfläche vergrößert und somit eine bessere Verbindung zum Gummipolymer erreicht werden.

Erhöhte Seitenstabilität
Für die Porsche-Baureihen mit Frontmotor, also den Panamera und den Cayenne, sind Reifen mit hoher Seitenstabilität gefragt. Denn in Kurven werden deren Außenschultern besonders beansprucht. Der Eagle F1 Asymmetric (freigegeben für den Panamera) und dessen robustere SUV-Ausführung (für den Cayenne) wird dem durch zwei Maßnahmen gerecht: einem anderen Profil im Bereich der Innenschulter als auf der Außenseite sowie einer asymmetrischen Karkasse. ,Bei Goodyear sprechen wir hierbei von der Active- Cornership-Technology", erklärt Produktmanager Rehberg. ,Eine Verstärkung der inneren Seitenwand erhöht in Kurven den Druck auf die Innenschulter. Dadurch wird die Außenschulter entlastet und die Aufstandsfläche vergrößert." Der Kontakt des Reifens zur Straße wird breitflächiger und Kurvenfahrten sowohl auf trockener als auch auf nasser Fahrbahn werden deutlich sicherer.

,Erstausrüstung als technologischer Treiber"
Kurze Bremswege und hohe Seitenstabilität sind nur zwei von vielen Kriterien, die Goodyear erfüllen muss, um für seine Reifen Erstausrüsterfreigaben von Porsche zu erhalten. Komfort, Sicherheit, Verbrauch oder eine geringe Geräuschentwicklung sind weitere Punkte aus einem stetig wachsenden Katalog von Vorgaben. Die Erstausrüstung ab Werk ist für die Reifenhersteller bei Neuentwicklungen aber ebenfalls von Vorteil: Durch die enge Kommunikation mit den Automobilherstellern werden Trends und Technologie-Anforderungen früh erkannt und fließen in die Produktentwicklung ein. ,So wirkt das Engagement im Erstausrüstungsgeschäft auch als technologischer Treiber", sagt Holger Rehberg. Goodyear beliefert als Erstausrüster nicht nur Porsche mit Reifen, sondern viele namhafte Autohersteller – darunter deutsche Marken wie Audi, BMW, Mercedes und VW ebenso wie zahlreiche ausländische Hersteller, etwa Ford, Chrysler, GM oder Toyota.

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