Neuer Turbo-Dreizylinder debütiert 2014 im Adam

Von wegen Kleinwagenantrieb: Dreizylinder kommen immer mehr in Mode, bevorzugt mit Turboaufladung. Nach Ford und BMW setzt jetzt auch Opel auf die kompakten Triples. Der 1.0 SIDI mit drei Töpfen ist das erste Mitglied einer modular aufgebauten Motorenfamilie von Drei- und Vierzylindern im Hubraumspektrum bis 1,6 Liter. Erstmals zum Einsatz kommt der 1.0 SIDI ab 2014 im Opel Adam, vorgestellt wird das Aggregat auf der Frankfurter IAA (12. bis 22. September 2013).

Ordentlich eingeschenkt
Der direkteinspritzende Turbobenziner holt aus einem Liter Hubraum eine Leistung von 115 PS. Das maximale Drehmoment des Dreizylinders beträgt 166 Newtonmeter und soll zwischen 1.800 bis 4.700 Touren zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: Der aktuelle 1,6-Liter-Saugbenziner mit gleicher Leistung und vier Zylindern stellt 155 Newtonmeter bei 4.000 Umdrehungen bereit. Somit stellt der Dreizylinder mehr Durchzugskraft bei niedrigen Drehzahlen zur Verfügung, wie man es bislang nur vom Diesel gewohnt ist Die Kraftstoffeinsparung soll laut Opel bei 20 Prozent liegen.

Präziseres Getriebe
Der 1.0 SIDI ist an ein Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt, welches mit 37,5 Zentimeter Länge kompakt baut. Das neue Getriebe soll in Opel-Modellen der Kleinwagen- und Kompaktklasse verbaut werden, in denen Motoren mit bis zu 220 Newtonmeter Drehmoment zum Einsatz kommen. Es soll laut Hersteller kurze und exakte Schaltwege bieten, was gegenüber aktuellen Opel-Getrieben ein echter Fortschritt wäre.

Besondere Laufruhe
Noch einmal zurück zum neuen Dreizylinder: Besondere technische Details sind eine in die Ölwanne integrierte Ausgleichswelle für mehr Laufruhe. Laut Opel soll die Laufkultur des 1.0 SIDI spürbar besser als bei vielen Vierzylindern sein. Gut für die Haltbarkeit: Die Nockenwellensteuerung erfolgt nicht per Zahnriemen, sondern mit einer Kette. Um die Durchzugskraft zu verbessern, ist der Auspuffkrümmer unmittelbar mit dem wassergekühlten Turbolader verschraubt. Gefertigt wird der 1.0 SIDI in Ungarn, zukünftig dürfte der Dreizylinder auch im nächsten Corsa und dem Astra zu finden sein. Bis zum Jahr 2016 will Opel drei neue Triebwerksfamilien und 13 neue Motoren auf den Markt bringen.

Technik im Detail
Noch einige Fakten des neuen Dreizylinders für Technikfreaks: Der Motorblock aus Aluminium-Druckguss soll nicht nur leicht sein, sondern auch die Abstrahlung strukturbedingter Triebwerksgeräusche eindämmen. Die Hochdruck-Einspritzanlage ist vom Zylinderkopf isoliert, um die Übertragung von Schwingungen zu vermeiden; auch die Kraftstoffpumpe und -leitungen wurden akustisch optimiert. Angetrieben von einer Kette mit umgekehrten Zähnen für besonders sanften Betrieb, dreht sich die Ausgleichswelle exakt gegenläufig zur Kurbelwelle. Dank eines sorgfältigen Massenausgleichs werden laut Opel die für einen Dreizylinder typischen Eigenvibrationen fast vollständig ausgeblendet. Als weitere Maßnahmen zur Geräuschreduzierung kommen zum Einsatz: akustisch optimierte Abdeckungen vorne und oben am Motor, die speziell ausgeführten Ansaugkrümmer und Nockenwellengehäuse, die isolierte Kurbelwelle mit Metall-Hauptlagerschalen, die Nockenwellen-Steuerkette mit umgekehrten Zähnen, der leise laufende Lader und eine abgeflachte Ölwanne aus Stahl. Die innermotorischen Maßnahmen sollen so effizient sein, dass der zusätzliche Aufwand für den Innenraum-Schallschutz deutlich reduziert werden konnte und sich komplexe Motoraufhängungs- oder Hilfsrahmenlösungen als unnötig erweisen. Die Einspritzdüsen mit je sechs Öffnungen sind für einen effizienten Verbrennungsvorgang zentral über dem Kolben positioniert, die zweifache Nockenwellenverstellung erlaubt eine variable Ventilsteuerung zwecks optimaler Sauerstoffversorgung des Motors. Die zweistufige Ölpumpe sowie die abschaltbare Wasserpumpe – sie bleibt für eine schnellere Warmlaufphase bei kaltem Motor aus – reduzieren ebenfalls den Verbrauch.

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