Ein Privatpanzer von Mercedes: Der S 600 Guard

Je nach Klasse bieten gepanzerte PKWs Schutz gegen einfache Straßenräuber oder militärisch operierende Terroreinheiten. Vor allem Menschen von öffentlichem Interesse schützen sich im Straßenverkehr mit den rollenden Tresoren. Mercedes beliefert diesen speziellen Kundenstamm seit über 80 Jahren mit Sonderschutzfahrzeugen. Die aktuellen Mercedes-Guard-Modelle werden auf den Klassen E, M, S und G aufgebaut. Das neueste Mitglied der Familie ist jetzt der Mercedes S 600 Guard.

PKW-Panzer
Der S 600 Guard ist äußerlich kaum von seinem Serienpendant zu unterscheiden. Eine wichtige Eigenschaft für die Fahrzeuge dieses Typs. Unauffälligkeit im Straßenverkehr schafft Sicherheit. Falls doch etwas passieren sollte, ist die S-Klasse gewappnet. Verstärkte und überlappende Stahlplatten wurden rund um die Fahrgastzelle verbaut. Die Fenster bestehen aus mehreren Schichten Glas und sind gegen Splitterbildung mit Polycarbonat beschichtet. Der Fahrzeugboden ist zudem mit einer schweren Metallplatte verkleidet. Die resultierende Schutzklasse VR9 ist gegen Gewehrprojektile aus militärischen Waffen konzipiert, die fast doppelt so schnell fliegen wie Revolvergeschosse. Außerdem leistet die Schutzklasse Widerstand gegen Splitter von Handgranaten und Sprengsätzen.

Sonderausstattung für den Ernstfall
Dazu erschweren blickdichte Rollos den Angreifern das Ausmachen der gewünschten Zielpersonen. Eine automatisch auslösende Feuerlöschanlage erstickt Brände und das Notfall-Frischluft-System schützt die Insassen vor eindringendem Rauch oder Reizgasen. Zum Serienumfang gehört eine Notlaufbereifung. Mit ihr ist es möglich, eine Gefahrenstelle bis zu 30 Kilometer hinter sich zu lassen, auch wenn die Reifen schadhaft sind.

Gewichtsanpassungen
Die Sicherheitsfeatures machen die sowieso schon beleibte S-Klasse noch schwerer. Die Experten der Mercedes-Guard-Abteilung mussten deswegen auch Fahrwerk und Motor anpassen. Der V12-Ottomotor leistet im S 600 Guard beachtliche 530 PS und 830 Newtonmeter Drehmoment. Seine Kraft wird über ein Siebengang-Automatikgetriebe weitergeleitet. Die Höchstgeschwindigkeit des gepanzerten Schlachtschiffs wurde aus Sicherheitsgründen auf 210 km/h begrenzt. An der Vorderachse arbeiten stärkere Luftfedern und an der Hinterachse kommen zusätzliche Stahlfedern zum Einsatz. Darüber hinaus sind die Bremsscheiben gegenüber dem Serienfahrzeug deutlich größer dimensioniert.

Achtung, Sprengung
Die bombensichere S-Klasse hat mit 324.300 Euro auch einen bombastischen Preis. Das ist zwar nicht gerade günstig, aber die Kunden eines solchen Fahrzeugs haben lieber ein Loch im Konto als im Auto.

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