Woher kommt der Trend? Was ist legal, was nicht?

Die Angewohnheit des modernen Menschen, alles mit Fotos oder Filmaufnahmen zu dokumentieren, schlägt große Wellen. Seit eine Kamera nicht mehr größer als ein Stecknadelkopf ist, stecken die kleinen Weltaufzeichner einfach überall. So auch im Fall von Dashcams.

Das Fernsehen lügt nicht
Die kleinen Kameras werden hinter die Windschutzscheibe oder auf das Armaturenbrett geheftet. So sollen Verkehrsunfälle oder andere Verstöße im Straßenverkehr aufgezeichnet werden.

Totalitärer Überwachungsapparat
Aber woher kommt auf einmal dieser Drang, alles um sein Auto herum mitzuschneiden? Macht es die Straßen sicherer, wenn Verkehrsteilnehmer live und in Farbe mitfilmt und sich jeder von jedem überwacht fühlen muss?

Die Anfänge
Bekannt wurden die kleinen Dokumentarfilmer durch Videoplattformen wie Youtube. Viele Russen stellen ihre selbstgemachten Videos ins Internet. So konnten sich die Clips, voll von Kuriositäten und Unfällen, wie ein Lauffeuer über das Internet verbreiten. Die harten Gepflogenheiten des russischen Straßenverkehrs machten Dashcams zu einer Art Serienausstattung. Kaum ein Russe fährt noch ohne sie, denn die polizeiliche Korruption und die tatsächliche Aufklärungsrate von Verkehrsunfällen ist in dem riesigen Land sehr niedrig.

Biblische Ankündigung
Massenpopularität erlangten die Kameras noch spektakulärer. Der biblischen Geschichte gleich erschien am 15. Februar 2013 über der russischen Stadt Tscheljabinsk ein Meteor. Die Aufnahmen, die danach um die Welt gingen, stammten zum größten Teil genau von diesen kleinen Auto-Blackboxen.

Legale Aufzeichnungen?
Die Aufnahmen sollen als Beweismittel dienen. Was im Gericht erst einmal im Fernsehen verbildlicht ist, lässt sich mit einem simplen Einspruch schwer widerlegen – oder? Viele deutsche Autofahrer wollen sich nun rechtlich und bildlich absichern. Aber der Gesetzgeber weiß mal wieder nicht so recht, was Recht ist. Aufnahmen vom fließenden Verkehr werden gestattet, soweit – Vorsicht, Beamtendeutsch – ,dies zur Wahrnehmung berechtigter Interessen für konkret festgelegte Zwecke erforderlich ist und keine Anhaltspunkte bestehen, dass schutzwürdige Interessen der Betroffenen überwiegen." Auf gut Deutsch: Der Einsatz der Kamera muss gerechtfertigt und der rechtliche Nutzen höher als der rechtliche Schaden sein. Darüber hinaus könnten die Dokumente natürlich gefälscht werden. So entscheidet derzeit der zuständigen Richter, ob er die Filmaufnahmen als Beweismittel zulässt oder nicht.

Rechtliche Grauzone und Angebote
Bis der träge deutsche Staatsapparat das Dilemma geklärt hat, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Bis dahin heißt es: Achtung, rechtliche Grauzone. Nichtsdestotrotz ist auch der deutsche Markt für die kleinen Verkehrsbeobachter stetig gewachsen. Viele Geräte sind mittlerweile HD-fähig und liegen preislich schon oft unter 100 Euro.

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