BMW Concept X5 eDrive mit Plug-in-Hybridantrieb

ActiveHybrid 3, ActiveHybrid 5 und ActiveHybrid 7: BMWs mit Hybridantrieb gibt es schon eine ganze Menge. Andere, wie der ActiveHybrid X6, wurden sang- und klanglos wieder eingestellt. So populär wie die geliebten Dieselautos wurden Hybridfahrzeuge in Europa jedenfalls nicht. Nun versucht es die Industrie mit den an der Steckdose aufladbaren Plug-in-Hybriden. Vorteil: Man kann damit die täglichen Kurzstrecken rein elektrisch zurücklegen, und braucht bei Langstrecken durch den zusätzlichen Verbrennungsmotor keine Angst vor dem Liegenbleiben zu haben. Diesem Konzept folgt auch der BMW Concept X5 eDrive, der auf der IAA (12. bis 22. September 2013) debütiert.

Vollvariabler Allradantrieb
Die X5-Studie demonstriert die Anwendung des Plug-in-Systems auf ein SUV mit Allradantrieb: eDrive trifft xDrive. Allzu viel zur Technik verraten die Münchner allerdings noch nicht. Die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, so heißt es, ist vollvariabel. Das heißt, zwischen reinem Front- und reinem Hinterradantrieb sind alle Verteilungen möglich. Die Kraft kann von der E-Maschine, dem Verbrennungsmotor oder von beiden kommen. Die Verteilung wird elektronisch so gesteuert, dass maximale Traktion herauskommt. Offenbar kann die Kraft der zwei Motoren zur Vorderachse allein, zur Hinterachse allein oder zu beiden Achsen fließen. Wie dies technisch umgesetzt wird, teilt BMW noch nicht mit.

Elektromotor für viel PS bei hoher Last
Die Systemleistung liegt bei über 270 PS. Als Verbrennungsmotor wird ein Vierzylinder-Turbobenziner eingesetzt, aber Leistung und Hubraum bleiben vorerst geheim oder sind noch nicht definiert. Um den 1,5-Liter-Motor aus dem BMW i8 handelt es sich jedoch nicht, denn das ist ein Dreizylinder. 170 PS wären plausibel. Diese Leistung ergibt sich, wenn man von der Systemleistung die des E-Motors von 95 PS abzieht. Die von BMW selbst entwickelte Ausführung eines Synchron-Elektromotors ermöglicht laut Hersteller viel Leistung bis in hohe Lastbereiche hinein. So kann der Elektromotor alleine die X5-Studie auf 120 km/h bringen. Den Standardsprint auf 100 km/h schafft der X5 eDrive in 7,0 Sekunden. Der Normverbrauch liegt bei 3,8 Liter je 100 Kilometer. Der viel stärkere i8 begnügt sich mit 2,5 Liter, ist jedoch durch die Verwendung von viel Carbon auch deutlich leichter und aerodynamisch günstiger konstruiert.

Drei Modi
Wie bei den aktuellen Serienmodellen gibt es auch im Concept X5 eDrive einen ,Fahrerlebnisschalter", mit dem man einen Eco-Pro-Modus aktivieren kann. Dann wird das Zusammenwirken zwischen Verbrennungs- und Elektromotor automatisch auf Effizienz getrimmt. In Kombination mit dem Navigationssystem wird dabei auch die vorausliegende Strecke mit Gefälle oder Steigung, Tempolimits und Verkehrslage berücksichtigt. Außerdem gibt es einen rein elektrischen Fahrmodus sowie eine ,Save Battery"-Betriebsart. Letztere ermöglicht es, die Batterieladung zu erhalten. So kann zum Beispiel das durch die Stadt führende Schlussstück einer Strecke rein elektrisch zurückgelegt werden. Die Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen eine rein elektrische Reichweite von 30 Kilometer. Sie sind unter dem Gepäckabteil angeordnet, sodass sich der Kofferraum nur wenig verkleinert. So bleibt Platz für zwei große Reisekoffer oder vier 46-Zoll-Golfbags – das Volumen in Liter wird nicht verraten.

Vierte Auslegungsart
Mit der neuen Studie zeigt BMW – nach dem i3 mit Range Extender als Kleinwagen, dem Supersportler BMW i8 und dem Kompaktvan Concept Active Tourer Outdoor – eine weitere Auslegungsmöglichkeit des Plug-in-Antriebs. Interessant sind dabei die Unterschiede: Im Stadtauto i3 liegt der Akzent auf dem elektrischen Antrieb. Deshalb arbeitet der optionale, kleine Benziner als reiner Range Extender: Er treibt nicht direkt eine Achse an, sondern liefert über den Generator nur elektrische Energie nach. So ist die Systemleistung identisch mit der der E-Maschine: 170 PS. Mehr als doppelt so viel Leistung hat der i8, bei dem der Fokus auf der Sportlichkeit liegt. Hier gibt es neben dem Elektromodus, bei dem der E-Motor die Vorderräder dreht, einen Allradbetrieb. Dann schaltet sich der 231 PS starke Turbobenziner zu und dreht zusätzlich die Hinterachse. Beim Kompaktvan Concept Active Tourer Outdoor kam es BMW vor allem auf die Raumausnutzung an. Zur Technik wurde wenig mitgeteilt, doch die Akkus sind im Unterboden positioniert. So wird ein großes Ladeabteil möglich. Ob und wann der Kompaktvan und das SUV mit Plug-in-Antrieb starten, steht noch in den Sternen. Dagegen kommt der i3 schon im November 2013 auf den Markt, und im Sommer 2014 folgt der i8.

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