Opel Monza Concept: So fährt die Marke in die Zukunft

Woran hapert es bei Opel? Ein Punkt ist sicherlich, dass Autos mit Strahlkraft, wie einst der GT oder der Manta, fehlen. Zum anderen vermissen nicht wenige die alten, traditionsreichen Modellnamen, zumal mit Omega oder Astra die berüchtigten Qualitätsprobleme kamen. Genau hier scheint der neue Opel-Chef Karl-Thomas Neumann anzusetzen: Die Studie Opel Monza Concept hat das Zeug zum Publikumsmagneten auf der IAA in Frankfurt (12. bis 22. September 2013).

Der Wau-Effekt
Monza? Da war doch mal was? Genau: Von 1978 bis 1986 hieß so der Coupé-Ableger des Senator. Senator wie Monza boten bis zu sechs Zylinder unter der Haube und spielten damals in einer Liga mit BMW. Und zukünftig? ,Der Monza Concept stellt das Opel-Fahrzeug von morgen dar", klärt Konzernboss Neumann auf. Mit ihm zeige man ,die Kernpunkte bei der Entwicklung der nächsten Generation von Opel-Modellen", so Neumann weiter. Die Studie mixt Elemente des Insignia-Designs mit Erinnerungen an den alten Monza. So soll die Motorhaube mit ausgeprägtem zentralen Falz an den Opel-Star der späten 1970er-Jahre erinnern. Richtig abgehoben wird es beim Gesamteindruck des 4,69 Meter langen, viersitzigen Monza Concept. Hier sind die Oberflächen laut Opel ,auslaufenden Meereswellen" nachempfunden. Die Seitenschweller verjüngen sich vor den hinteren Radhäusern. Für die Formgebung des Fahrzeugs stand angeblich der Körperbau eines Windhundes Pate. In diesem Sinne: Wau.

Flaches Raumwunder
Trotz einer Höhe von nur 1,31 Meter soll der Innenraum passabel ausfallen, 500 Liter Kofferraumvolumen wären eine echte Ansage. Weil das Cockpit um 15 Zentimeter tiefer liegt als in herkömmlichen Modellen, soll die Passagierkabine so luftig wie in einem Mittelklasseauto sein. Flügeltüren eröffnen den Insassen eine Kabine ohne B-Säule. Besonders stolz ist Opel auf die von Tür zu Tür reichende Instrumententafel, deren Oberfläche nach Lust und Laune eingerichtet werden kann. 18 LED-Projektoren entwerfen ein durchgängiges Display, laut Opel eine Weltneuheit. In 3D-Grafiken spiegeln sich sämtliche wichtigen Funktionen wieder, die Bedienung des Systems erfolgt über Lenkradtasten oder Sprachsteuerung. Überspitzt formuliert: Das Monza-Cockpit soll der krasse Gegensatz zur Tastenflut im Astra sein.

Der gläserne Autofahrer
Insgesamt hält das Monza Concept drei so genannte Erlebniswelten bereit, sie hören auf die Namen ,Me", ,Us" und ,All". Bei ,Me" ist der Fahrer gewissermaßen offline und allein mit seinem Auto. ,Us" steht für die Vernetzung mit Freunden und Familienmitgliedern. Hier kann der Fahrer Musik und Bilder austauschen, aber sich auch verabreden. Zum gläsernen Piloten wird man bei ,All". Dort wird der Fahrer mit der gesamten Außenwelt verbunden. Beispielsweise kann die eigene Routenplanung veröffentlicht werden, damit Personen unterwegs zusteigen können und eine Fahrgemeinschaft bilden. Facebook-Fans werden diese Ebenen schon kennen, in dem sozialen Netzwerk kann damit entschieden werden, wer was sieht. Ob das Monza Concept freilich abhörsicher ist, steht auf einem anderen Blatt. Durch die Vollvernetzung sind laut Opel auch so genannte ,Car-to-car"- und ,Car-to-X"-Systeme möglich sowie zukünftiges autonomes Fahren.

Strom plus Erdgas
Was steckt unter der Haube des Monza Concept? Bei der IAA-Studie ist es ein Elektroantrieb mit einem Reichweitenverlängerer, welcher mit Erdgas läuft. Kurz gesagt: eine Weiterentwicklung der Ampera-Technologie. Bei dem Reichweitenverlängerer handelt es sich um den neuen 1.0-SIDI-Turbo-Dreizylinder, der 2014 im Adam debütiert. Ob das Monza Concept jemals in Serie geht, ist offen. Karl-Thomas Neumann sieht es als ,Impulsgeber" für die Zukunft. Das deutet darauf hin, dass man eher einzelne Aspekte der Studie in diversen künftigen Opel-Modellen finden wird. Doch selbst das wäre schon ein wichtiger Schritt auf dem richtigen Weg.

Bildergalerie: Scharfes Comeback