Gewaltig abgespeckt: DP Motorsport stellt Porsche 911 Sleeper auf die Räder

Dass der erste Porsche 911 schon vor 50 Jahren das Licht der automobilen Welt erblickte, sieht man den Boliden heute kaum an. Die wahren Revolutionen fanden im Lauf der Jahre hinter der Form statt, die mindestens so vertraut ist wie die der Coca-Cola-Flasche. Der Tuner DP Motorsport aus Overath hat das Jubiläum zum Anlass genommen, um ein individuell modifiziertes Herz in den athletischen Körper eines klassischen Elfers zu packen. Das Auto erinnert ein wenig an die Modelle des US-Tuners Singer. Auch er packt geänderte Technik in alte Elfer – und verkauft sie zu hohen Preisen.

Gnadenlos abgespeckt
Als Basis für ihren Umbau diente den Veredlern von DP Motorsport ein 911 Carrera von 1986. Dieser Elfer der werksintern ,G" genannten Baureihe wurde serienmäßig von einem 3,2-Liter-Boxer angetrieben, dessen Abgas von einem damals gerade in Mode kommenden Katalysator gereinigt wurde. Seine Leistung betrug also 217 PS im Vergleich zum 231 PS starken Modell ohne Kat. Dem Oldie wurde zunächst eine Menge an Gewicht abtrainiert, um ihn in einen federleichten Clubsport-Rennwagen im originalen Look zu verwandeln. Laut Tuner hat der Bolide fette 280 Kilogramm gegenüber der Erstauslieferung verloren, nach der Kur zeigte die Waage noch 905 Kilogramm an. Das ist darauf zurückzuführen, dass jede Menge extraleichter Karosserie-Anbauteile zum Einsatz kommen. Zudem bestehen die Scheiben aus gehärtetem Plexiglas, Scharniere und Halterungen sind gelocht und verzinkt. RS-Veloursteppiche, eine 25-Ah-Gelbatterie und ein spezieller Rennkabelstrang sollen außerdem für ein geringes Gesamtgewicht sorgen.

270 PS nach dem Umbau
Auch der Boxer wurde fit für den Ring gemacht: Gedopt wird die Maschine mit 288-Grad-Nockenwellen von Schrick, einem bearbeiteten Zylinderkopf, einer auf 67 Millimeter vergrößerten Drosselklappe, einer leichteren Schwungscheibe, zwei 100-Zellen-Katalysatoren und einer Titan-Rennauspuffanlage. Nach dem Umbau liefert die Maschine 270 PS und ein maximales Drehmoment von 307 Newtonmeter. Laut Tuner wird auch das Fünfgang-Getriebe überarbeitet und erhält unter anderem eine Schaltwegverkürzung. Fahrwerksseitig werden Bilstein-Dämpfer verbaut. Fuchsfelgen in 16 Zoll, bestückt mit Michelin-Semislicks in den Größen 225/50 und 245/45, stellen die Verbindung zur Straße her. Eine vom jüngeren Bruder aus der Baureihe 964 adaptierte Bremsanlage sorgt für die negative Beschleunigung.

Lollipop-Sitze
Innen sind jene Schalensessel zu finden, die Fans unter dem Namen Lollipop-Sitze bestens bekannt sein dürften. Williams-4-Punkt-Hosenträgergurte halten Fahrer und Beifahrer fest, außerdem wird ein Clubsport-Überrollbügel montiert. Gesteuert wird der leichte Renner am Sportlenkrad mit 350 Millimeter Durchmesser. Als Zugeständnis an den Komfort kann die Windschutzscheibe elektrisch beheizt werden. Das wars dann aber auch schon an Helferlein: Es gibt weder ein ABS, noch eine Servolenkung oder gar ein ESP.

89.911 Euro
Von außen sieht man dem Elfer die Leichtigkeit seines Seins und die damit verbundene Dynamik-Steigerung nicht an. ,Sleeper" nennt ihn daher der Tuner. Der Begriff kommt aus der VW-Käfer-Szene und lässt sich am besten mit ,Wolf im Schafspelz" umschreiben. Der auf den Bildern gezeigte Porsche Sleeper steht für 89.911 Euro zum Verkauf, die verbauten Teile sind aber auch einzeln bestellbar.

Gallery: Elfer-Wolf im Schafspelz