Mega-Expeditionsfahrzeug KiraVan

Bran Ferren ist Chefdesigner bei einem US-Unternehmen namens Applied Minds. Applied Minds baut Expeditions-, Forschungs- oder Filmfahrzeuge für Industrie und Regierung. Große, ungewöhnliche, technische ziemlich anspruchsvolle Fahrzeuge. Nun besagt die Geschichte hinter dem Gefährt, das wir Ihnen hier vorstellen, dass Ferren das ganz große Ding für seine vierjährige und offenbar recht abenteuerlustige Tochter bauen wollte. Also nutzte er die günstige Job-Situation und entwarf den KiraVan. Der Triple Whopper unter den Reisemobilen soll Ende 2014 bereit sein, einen ziemlich bemerkenswerten Eindruck des KiraVan bekommen wir aber schon jetzt.

1.100 Newtonmeter, 23,5 Tonnen
Zugfahrzeug für das geballte Abenteuer ist ein Mercedes Unimog U500 mit einstellbarer Luftfederung und einem 6,4-Liter-R6-Turbodiesel, der 280 PS und pralle 1.100 Newtonmeter Drehmoment bereitstellt. Da so ein Unimog in der Regel ja etwas klein ist, streckte man den Rahmen und setzte eine viertürige Kabine sowie eine Aufnahme für einen Sattelauflieger darauf. Der zugehörige Anhänger erhöht die Gesamtlänge des Männerspielzeugs auf Waschstraßen-untaugliche 15,85 Meter. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt für die Straße 23,5 Tonnen. Im harten Geländeeinsatz darf der KiraVan immerhin 19,3 Tonnen wiegen. Damit der Saft nicht ausgeht, verfügt der KiraVan über einen 770 Liter großen Dieseltank, zwei 34-PS-Dieselgeneratoren, extragroße Batteriepakete und Solarmodule auf dem Dach. 3.200 Kilometer Reichweite klingen vernünftig. Und damit die Besatzung währenddessen nicht in die Knie geht, bunkert das extreme Mobil einen Drei-Mann-Proviant für bis zu drei Wochen.

Schwer und durstig
Selbige nächtigen gleich auf zwei Ebenen und freuen sich über ein großes Bad, einen Aufenthaltsraum, eine Küche und ein gut eingerichtetes Forschungslabor. Der KiraVan verfügt sogar über seine eigene Müllverbrennungsanlage. Hinzu kommen eine Radaranlage, ein mobiler Internetzugang und – wenn es mal etwas außerhalb des noblen Gefährts zu erforschen gibt – mehrere fernbedienbare Sonden sowie das KiraBike (eine Enduro mit Dreizylinder-Diesel aus dem Smart). Das Cockpit des KiraVan wirkt wie eine Mischung aus Kreuzfahrtschiff und Transatlantik-Flugzeug. Elf Displays, sechs davon mit Touchscreen, zeigen alle relevanten Daten in 3D-Optik. Eine monumentale Funkanlage sorgt für jederzeitige Kommunikation. Für die Verbindung zum Untergrund hat man neben den beiden angetriebenen Achsen des Unimog übrigens auch eine angetriebene Achse am Trailer. Der KiraVan rollt auf kevlarverstärkten, 46 Zoll großen und 395 Millimeter breiten Pneus von Michelin. Diese kann man auch während der Fahrt per Kompressor befüllen. Und wenn gar nichts mehr geht, sollen zuschaltbare Kettensysteme helfen. Der Preis für diesen einzigartigen Wohnmobil-Traum ist noch nicht raus, einige Millionen Dollar wird man dafür aber wohl berappen müssen.

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