Audi Sport quattro concept auf der IAA 2013

Er wurde nur 220 Mal gebaut und hat sich trotzdem zur Legende entwickelt: Die Rede ist vom Audi Sport quattro, der auf der IAA 1983 vorgestellt wurde. Genau 30 Jahre später belebt Audi den Klassiker wieder und präsentiert auf der diesjährigen IAA (12. bis 22. September 2013) mit der Studie Sport quattro concept eine Neuinterpretation des knackigen Sportlers. Den Antrieb übernimmt hier ein Plug-in-Hybridsystem mit einer Gesamtleistung von 700 PS.

Deutlich gewachsen
Optisch übernimmt das Showcar mit seinen Ecken und Kanten viele Elemente des vor drei Jahren auf dem Pariser Salon gezeigten Audi quattro concept. Die stark geneigte C-Säule ist ebenso als Reminiszenz zu verstehen wie die so genannten Blister-Kanten über den Kotflügeln. Mit einer Länge von 4,60 Meter übertrumpft das jüngste Konzeptauto den Vorgänger aus dem Jahre 2010 um stattliche 32 Zentimeter. Der Ur-Ahne aus den 1980ern war mit 4,16 Meter allerdings nochmals deutlich kompakter. Die Frontpartie der neuen Sport-quattro-Studie ist geprägt von einem mächtigen sechseckigen Kühlergrill, der sich in ähnlicher Form künftig in weiteren Modellen aus Ingolstadt finden wird. Links und rechts davon tun sich zwei weitere große Lufteinlässe auf. Die Doppelscheinwerfer nutzen die Matrix-LED-Technologie, die in Kürze auch im gelifteten A8 erhältlich sein wird. Hier können Leuchtdioden einzeln zu- und abgeschaltet oder gedimmt werden.

Puristisches Interieur
Die Türgriffe fahren elektrisch aus, sobald man sich mit der Hand nähert. Die Heckpartie wird von einer weit nach unten reichenden Scheibe, zweifarbigen Rückleuchten und einem in die Karosserie integrierten Spoiler dominiert. Dieser fährt bei höheren Geschwindigkeiten aus der Klappe des Gepäckraums aus. Das Stauabteil, das unter der Hutablage von einer massiven Querstrebe versteift wird, bietet 300 Liter Volumen. Ziemlich puristisch gehalten ist das überwiegend graue Interieur. Alle wichtigen Informationen kann der Fahrer über ein digitales Kombiinstrument abrufen, das klassische Rundinstrumente ersetzt. Zur Wahl stehen beispielsweise eine Race-Anzeige mit zentralem Drehzahlmesser, Rennstreckeninformationen und Stoppuhr oder ein Setup-Modus mit detaillierten Informationen zu zahlreichen Rennstrecken. Fahrer und Beifahrer nehmen auf Schalensitzen mit ausgeprägten Wangen und integrierten Kopfstützen Platz. Im Fond stehen ebenfalls zwei vollwertige Sitze zur Verfügung, so Audi.

In 3,7 Sekunden auf Tempo 100
Nachdem sich die Marke mit den vier Ringen von reinen Elektroantrieben komplett verabschiedet hat, zeigt sie im Sport quattro concept, was in Sachen Plug-in-Hybrid möglich ist. Und das sind bei der Studie eine Systemleistung von satten 700 PS und ein maximales Drehmoment von gewaltigen 800 Newtonmeter. Sie werden über eine modifizierte Achtstufen-Automatik und den quattro-Antriebsstrang auf alle vier Räder übertragen. Als Verbrennungsmotor dient der Vierliter-V8 mit Biturbo-Aufladung, Zylinderabschaltung und 560 PS, der aus dem RS 6 und RS 7 bekannt ist. Zwischen dem 4.0 TFSI und dem Getriebe platziert ist ein scheibenförmiger Elektromotor, der 110 kW (entspricht 150 PS) und 400 Newtonmeter abgibt. Er bezieht seine Antriebsenergie aus einer flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterie im Heck, die maximal 14,1 Kilowattstunden speichert. Im rein elektrischen Betrieb soll das Concept Car bis zu 50 Kilometer zurücklegen können. Außer dem EV-Modus für rein elektrisches Fahren stehen ein Hybrid-Modus für sparsames Vorankommen und ein Sport-Modus für maximale Performance zur Wahl. In Letzterem absolviert die Studie den Spurt von null auf Tempo 100 in 3,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 305 km/h. Als Normverbrauch gibt Audi für den Hybridboliden einen Wert von lediglich 2,5 Liter an, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 59 Gramm je Kilometer.

Kleinserie wahrscheinlich
Über eine Serienfertigung des neuen Sport quattro ist noch nicht entschieden. Wahrscheinlich ist jedoch, dass 2016 zumindest eine Kleinserie aufgelegt wird. Der Ur-Ahne kostete vor rund 30 Jahren übrigens knapp 200.000. Die dürften bei einer Neuauflage deutlich überschritten werden – allerdings in Euro und nicht in D-Mark, mit der man damals noch zahlte.

Bildergalerie: Audi Sport quattro concept