Reichen sieben Millionen Euro, um in die Top Ten der Teuersten zu kommen?

Für schier unglaubliche 5.937.500 englische Pfund, das sind umgerechnet 7,04 Millionen Euro, wechselte kürzlich ein Alfa den Besitzer. Das Auto wurde vom Auktionshaus Bonhams beim Goodwood Revival Meeting Mitte September 2013 versteigert. Noch nie zuvor hatte ein alter Alfa soviel Geld gebracht: Der bisherige Rekordhalter war ein Monza 2300, der im Jahr 2010 in Pebble Beach gegen umgerechnet rund fünf Millionen Euro eingetauscht wurde.

Nur noch ein Exemplar
Der Rennwagen, der nun unter den (zum Glück nur symbolischen) Hammer kam, hat eine spannende Geschichte. Und es ist wohl diese Story, die einen Bieter bewogen hat, den Gegenwert von 350 gut ausgestatteten VW Golf für ein gebrauchtes Vorkriegsautomobil auszugeben. Doch der Wagen ist in Ehren ergraut: Es ist der laut Alfa weltweit einzig noch erhaltene Tipo 8C-35 Grand-Prix-Monoposto aus dem Baujahr 1935.

330 PS bei 5.500 Touren
Der auch als ,Tipo C" bekannte Grand-Prix-Renner wurde 1935 entwickelt, um gegen die Kompressor-Mercedes W25 und die V16-befeuerten Auto-Union-Rennwagen mithalten zu können. Der Reihen-Achtzylinder des Einsitzers mit der Chassisnummer ,50013" brachte es dank Kompressoraufladung auf gewaltige 330 PS bei 5.500 Touren. Seine Premiere feierte der Tipo 8C-35 im September 1935 beim GP von Italien in Monza. Danach sah man ihn laut Hersteller noch bis weit in die Saison 1936 hinein bei Rennen in Modena, San Sebastian, Brünn, Tunis, Tripolis, Monaco, Budapest sowie beim Eifel-Rennen und GP von Deutschland auf dem Nürburgring.

Dreifachsieg mit Nuvolari
Der größte Erfolg des jetzt versteigerten 8C-35 geht auf die Coppa Ciano des Jahres 1936 zurück, als Tazio Nuvolari am Steuer einen Dreifach-Sieg einfuhr. Kurz danach verkaufte Alfa den Wagen im September 1936 an den jungen Schweizer Privatfahrer Hans Ruesch. Nur einen Monat später gewann der 23 Jahre alte Züricher zusammen mit dem späteren Mercedes-Werksfahrer ,Dick" Seaman den Donington Grand Prix. Er setzte den Wagen danach in weiteren Rennen ein und veräußerte ihn 1939. Nach mehreren Besitzerwechseln und weiteren Renneinsätzen wurde das Auto 1955 stillgelegt und fristete fortan in einer Scheune sein Dasein. Erst 1987 wurde der Bolide aus seinem Dornröschenschlaf befreit und bei einer Auktion in Monaco für umgerechnet zirka 2,11 Millionen Euro versteigert – das war bereits damals ein Rekord für einen GP-Rennwagen. Vor der aktuellen Auktion wurde das Mobil von einem Restaurator in den Originalzustand der Saison 1937 zurückversetzt.

Hoher Preis? Denkste!
Der erzielte Preis von über sieben Millionen Euro ist ein absoluter Rekordwert für einen Alfa. Dennoch schafft es der Rennwagen damit noch nicht einmal in die Top Ten der teuersten Oldtimer der Welt. In unserer Bildergalerie zeigen wir die Spitzenreiter.

Oldie knackt den Alfa-Rekord