780 PS, 984 Newtonmeter, gigantisches Top-Speed: Wer überholt ihn?

Bloß 300 km/h? Wir wollen mehr! Mehr! Mehr! Diese Rufe schallen aus den Reihen solventer Automobilkunden und sie werden erhört. Zwar sind leistungsstarke Mobile vieler Marken aus Vernunfts- und Verschleißgründen artig bei 250 km/h abgeregelt, doch diese Grenze bekommt immer mehr Löcher. So lassen sich für potente Modelle wie BMW M6 oder Audi RS 6 gegen viel Geld Vmax-Aufhebungen bis 305 km/h bestellen. Einigen reicht das immer noch nicht und so sind Tuner gefragt, die noch weiter an der Schraube drehen.

Neuer Kompressor macht noch mehr Druck
Dass nicht nur deutsche Autos deutlich schneller rennen können als vom Werk programmiert, zeigt US-Car-Importeur und -Tuner Karl Geiger aus München mit dem Chevrolet Camaro ZL1. Der ist schon in der Serienversion nicht schwächlich: Sein 6,2-Liter-V8 liefert 587 PS und ein maximales Drehmoment von 754 Newtonmeter. Die reicht für eine Spitze von 290 km/h. Bei Geigercars hat man dem Camaro nun einen neuen Kompressor namens LS9 verpasst und der macht dem Ami richtig Druck. Hinzu kommen ein großer Ladeluftkühler, eine Ladedruckerhöhung und geschmiedete Kolben. Zudem werden die Zylinderköpfe, die Nockenwellen und die Kurbelwelle optimiert.

Sportbremse und neue Kotflügel
Rennstabilisatoren, eine steifere Hinterachse und ein KW-Rennfahrwerk mit verstellbaren Stützlagern sollen den Camaro in der Spur halten. Vorn sind 285er- und hinten 355er-Reifen auf 19-Zoll-Schmiedefelgen gezogen. Eine Sportbremsanlage, ein Sportauspuff und ein Design-Paket samt Lackierung, Frontumbau und Kotflügelverbreiterung gehören ebenfalls zur Geiger-Kur.

Insgesamt 189.000 Euro
Saftige 780 PS stehen nach der Kur bereit, das maximale Drehmoment von 984 Newtonmeter liegt bereits bei 4.200 Touren an. Im Ergebnis soll ein Sprintwert von 3,7 Sekunden auf Tempo hundert ebenso drin sein wie eine Spitze von 338 km/h. Allerdings ist der Umbau zum LS9 nicht ganz billig: Man braucht als Basis einen Camaro ZL1 für 68.000 Euro. Hinzu kommen die Leistungssteigerung, das beschriebene Rennfahrwerk und der optische Feinschliff. Das addiert sich schnell zu einem üppigen Fahrzeugpreis – der gezeigte Wagen kostet 189.000 Euro. Obwohl man für diesen Preis ein High-Speed-Mobil bekommt, könnte sich der Nachbar trotzdem ein noch viel Schnelleres kaufen. In unserer Bildergalerie zeigen wir Kandidaten, die am Geiger-Camaro auf der linken Spur noch vorbeiziehen können.

Bildergalerie: 338 km/h: Geiger pusht Camaro