GTÜ vergleicht vier verschiedene Reifentypen

Jetzt kommt wieder die Zeit des Grauens: Es graut der Morgen, es graut der Abend und vielen graut es schon vor dem anstehenden Reifenwechsel. Von ,O bis O", also Oktober bis Ostern, so raten Experten, sollten Winterreifen aufgezogen werden. Manche Autofahrer hoffen jedoch, um eine meist teure Neuanschaffung oder um den zeitaufwendigen Wechsel herumzukommen. Könnte das funktionieren? Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und der Automobilclub ACE haben die Probe aufs Exempel gemacht und vier Reifentypen auf verschiedenen Untergründen getestet und miteinander verglichen. Am Start standen der Allwetterreifen Goodyear Four Seasons, der Winterreifen Goodyear Ultra Grip 8, der runderneuerte Winterreifen Ökon M&S von Respa sowie der Sommerreifen Dunlop Fast Response.

Winterreifen siegt auf Schnee
Beim Test auf Schnee konnte die GTÜ den reinrassigen Winterreifen als klaren Sieger ermitteln, der Sommerreifen versagte erwartungsgemäß. Spannend war der Vergleich zwischen Allwetter-Pneu und Runderneuertem: In der Summe aus den Einzeltests bei Traktion, Bremsen, Handling, Fahrzeit und einer subjektiven Bewertung setzte sich der Goodyear-Allwetterreifen gegen den runderneuerten Ökon M&S durch. Das lag laut GTÜ daran, dass der Runderneuerte mit einem technisch veralteten Conti-Laufstreifen versehen war und der Allwetterreifen darüber hinaus noch die volle Profiltiefe aufwies.

Bei Nässe sind alle verbesserungsfähig
Auf nasser Fahrbahn mussten die Reifen Prüfungen bei Bremsweg, Aquaplaning, Kreisbahn und Handlingdisziplinen bestehen. Die Tester haben festgestellt, dass der Sommerreifen hier zwar den kürzesten Bremsweg hat, aber im Aquaplaning Punkte verliert. Der runderneuerte Winterreifen konnte geradeaus am schnellsten durch Pfützen pflügen, versagte aber bei der gleichen Disziplin in Kurven. Seine Handlingeigenschaften blieben ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Auch der Allwetterreifen erzielte in keiner der Einzeldisziplinen Spitzenwerte, schaffte es in der Summe seiner Eigenschaften aber, den Anschluss zu halten.

Winterreifen leiden bei Trockenheit
Bei trockener Fahrbahn war nur der Sommerreifen in seinem Element. Im Vergleich zum runderneuerten Pneu konnte er aus Tempo 100 einen um zehn Meter kürzeren Bremsweg bieten, so die GTÜ. Auch in den Handlingeigenschaften überzeugte der Trockenspezialist mit manierlichen Umgangsformen. Die Wintergummis raspelten im Test bei forscher Kurvenfahrt ihre Lamellen im Zeitraffertempo ab, hielten aber eine Weile erstaunlich gut mit. Der reine Winterreifen bremste mit 41,5 Metern Anhalteweg im GTÜ-Test sogar noch besser als der Allwetter-Pneu mit 43,8 Meter, gab sich aber im Handling nach Aussage der Tester etwas schwammiger.

Ganzjahresreifen als Alternative für Wenigfahrer
Die GTÜ-Experten ziehen ihr Fazit: Die Fahrt mit Winterreifen auf warmer, trockener Straße ist im Zweifelsfall sicherer, als mit Sommerreifen in ein Schneegestöber zu geraten. Fest steht: Der Ganzjahresreifen ist inzwischen zur sinnvollen Alternative für Wenigfahrer geworden, die sich die nervige Wechselei sparen wollen. Auch der runderneuerte Winterreifen habe seine Daseinsberechtigung: Sparfüchse bekommen zum halben Preis immerhin drei Viertel der Leistung eines neuen Winterreifens geboten. Für den Stadtverkehr sei das allemal ausreichend, so die Meinung der GTÜ.

Gallery: Welcher Reifen packt den Winter?