SUV-Designstudie Peugeot Quartz auf dem Pariser Salon

Bei den derzeit so populären SUVs nimmt Peugeot nur eine Außenseiter-Position ein. Ein paar schüchterne Versuche mit dem 2008, dem 4008 und dem 508 RXH haben daran bislang nichts ändern können. Mit der Designstudie Quartz zeigt die Löwenmarke nun, dass man das Segment künftig stärker beackern will.

Peugeots Premium-Ambitionen
Außerdem verfolgt Peugeot mit der Studie seine Premium-Ambitionen weiter, die der Hersteller schon im Frühjahr auf der Auto China 2014 mit der Studie Exalt verdeutlicht hatte. ,Mit den Concept Cars Exalt und Quartz präsentiert die Marke ihre Vision von Fahrzeugen der automobilen Oberklasse", erklärt Peugeot-Markenchef Maxime Picat. Der auf dem Mondial de l'Automobile in Paris (4. bis 19. Oktober 2014) gezeigte, noch serienferne Quartz hat mit 4,50 Meter allerdings nur die Länge eines typischen Kompakt-SUVs à la VW Tiguan. Die Studie basiert auch auf der EMP2-Plattform, die von PSA Peugeot Citroën für die Kompakt- und Mittelklasse entwickelt wurde. Auf ihr beruhen die 2013 erschienenen Versionen des Peugeot 308 sowie des Citroën C4 Picasso.

Zwischen SUV und Coupé
Der Quartz verbindet SUV- und Coupé-Elemente, ähnlich wie der Nissan Juke, der Infiniti QX50 oder der BMW X4. Die Breite von über zwei Meter unterstreicht zusammen mit den 23-Zoll-Rädern und 31 Zentimeter breiten Reifen die Sportlichkeit. Für Technik-Kompetenz stehen LED-Scheinwerfer. Wie beim 508 ist das Löwenlogo in der Mitte des Kühlergrills angeordnet. Letzterer zeigt ein Zielflaggenmuster, das sich je nach Position des Betrachters verändert. Ein weiteres Schmankerl – und ein weiterer Beleg für die Serienferne der Studie – ist das elektrisch einziehbare Trittbrett. Die Scheiben sind in Polycarbonat-Kunststoff ausgeführt. Von der grauschwarzen Lackierung heben sich knallrote Details an den Lufteinlässen und an den Trittbrettern ab. Die Türen öffnen sich gegenläufig, die B-Säule entfällt.

Rennwagen-Cockpit und Hosenträgergurte
Innen gibt es ein auf den Fahrer ausgerichtetes Cockpit. Wie bei einem Rennwagen sind etliche Funktionen im Lenkrad integriert. Das Kombiinstrument ist wie beim 208 und 308 oberhalb des kleinen Lenkrads positioniert. Das Display ist konfigurierbar. Zusätzlich können in der Mitte auf einer um 45 Grad geneigten Polycarbonatscheibe zusätzliche Informationen eingespiegelt werden, was einen 3D-Effekt ermöglicht. Vier Insassen schnallen sich mit Hosenträgergurten in Schalensitzen fest.

Basalt, Kunstfasern und Leder
Auch innovative Materialien waren den Designern wichtig. So wurde für die Mittelkonsole Basaltstein eingesetzt. Außerdem werden weltweit erstmals Textilien verwendet, die mit einem digitalen Webverfahren hergestellt wurden. Der für das Weben verwendete Polyesterfaden wird aus recyceltem Kunststoff gewonnen. Doch auch das traditionelle Material Leder bekommt eine Aufgabe: Boden, Säulen und Dachhimmel sind mit schwarzen Tierhäuten bezogen, die Sitze mit rotbraunen.

Plug-in-Hybrid-System mit zwei E-Motoren
Für den Antrieb sorgt ein Plug-in-Hybridsystem mit einer Gesamtleistung von 500 PS. Unter der Fronthaube arbeitet der vom RCZ R her bekannte 270 PS starke 1,6-Liter-Turbobenziner. Er wird mit einer Sechsgang-Automatik kombiniert. Zusätzlich wird die Vorderachse direkt von einem 85 Kilowatt (115 PS) starken Elektromotor angetrieben. Ein weiteres Exemplar dieses E-Motors ist für die Hinterachse zuständig, sodass sich ein Allradantrieb ergibt. Drei Modi stehen zur Wahl: Im ZEV-Modus fährt der Wagen bis zu 50 Kilometer rein elektrisch. Im Route-Modus sorgen Verbrennungs- und vorderer Elektromotor gemeinsam für Vortrieb über die Vorderachse. Im Race-Modus schließlich greifen alle drei Motoren ein. Eine Luftfederung sorgt für eine Bodenfreiheit zwischen 30 und 35 Zentimeter. Die zu einem bestimmten Zeitpunkt optimale Fahrwerkshöhe wird automatisch über optische Sensoren sowie das Navigationssystem bestimmt – der Quartz hat also ein Hightech-Fahrwerk. Für moderne Technik ist Peugeot bislang genauso wenig bekannt wie für Sportlichkeit. Aber gerade auf diesen Feldern müssen sich die Franzosen steigern, wenn sie ihr Markenimage auf Premiumniveau heben wollen.

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