45 Jahre altes Einzelstück: Riva Aquarama Lamborghini

Im Jahr 1968 ließ sich Ferruccio Lamborghini, der Gründer der gleichnamigen Sportwagenmarke, ein besonders exklusives Luxus-Boot bauen. Der Motorboothersteller Riva, gerne auch als Rolls-Royce der Meere bezeichnet, setzte den Wunsch von Herrn Lamborghini nach einem edlen Einzelstück gerne um. Der Clou dabei waren zwei V12-Motoren aus dem Hause Lamborghini. Nach dem Tod des Eigners 1993 blieb die Riva Aquarama Lamborghini jedoch viele Jahre verschollen. Das edle Boot gammelte in der Ecke einer Werft, versteckt unter einer alten Plane vor sich hin. Dann machte ein niederländischer Riva-Sammler das Sportboot ausfindig und ließ es wieder in den Originalzustand versetzen. Das Resultat kann nun 45 Jahre nach dem ersten Stapellauf wieder in See stechen – erneut angetrieben von zwei V12-Maschinen aus dem historischen Lamborghini 350 GT.

Aufwendige, dreijährige Arbeit
Die aufwendige Restaurierung dauerte immerhin drei Jahre, was auch der Detailversessenheit der damit beauftragten Firma Riva World geschuldet ist. Sandro Zani, Eigentümer der niederländischen Werft, reiste zahlreiche Male nach Italien, unter anderem ins Lamborghini-Museum, um alle Details und Elemente des Originals zu dokumentieren. Erst dann konnte mit der umfangreichen Restauration begonnen werden. Um den Originalzustand herzustellen wurde der hölzerne Rumpf repariert, abgeschliffen und mit sage und schreibe 25 Lackschichten versehen. Die Holzeinrichtung wurde ebenfalls wiederhergestellt, die Sitze erhielten frische Bezüge, alle Knöpfe und Schalter wurden erneuert.

Schneller als alle anderen
Vorwärts bewegt wird die Riva Aquarama – wie einst das Original – von zwei V12-Motoren, die aus dem allerersten Lamborghini stammen, der je gebaut wurde: dem 350 GT aus dem Jahr 1964. Die beiden Triebwerke schöpfen aus vier Liter Hubraum jeweils 350 PS. Einen der beiden ursprünglichen Motoren der Riva ist im Lamborghini-Museum im italienischen Sant'Agata Bolognese ausgestellt. Er stand für dieses Projekt zwar nicht zum Kauf, diente aber als Vorbild. Riva World erwarb also zwei andere Motoren und baute sie so um, dass sie vollkommen schiffsfähig sind. Unter anderem musste dafür gesorgt werden, dass eine der Maschinen linksherum und die andere rechtsherum läuft. Die starken Motoren machen das restaurierte Boot zum schnellsten Riva Aquarama, das es gibt. Maximal 48 Knoten (entspricht knapp 89 km/h) sind möglich. Zum Vergleich: Die gängigen Aquaramas, die serienmäßig mit zwei V8-Aggregaten ausgestattet sind, laufen höchstens 40 Knoten (rund 74 km/h) schnell.

Restauriertes Lambo-Boot