Dicke Backen und 781 PS für den Ferrari F12berlinetta

Tuner Novitec Rosso, bekannt für spektakuläre Ferrari-Umbauten, hat wieder zugeschlagen. Bereits vor einem Jahr hatten die Stettener beim F12berlinetta die Muskeln gestählt, nun gibt es noch einen Power-Nachschlag. Außerdem kam jetzt auch die Karosserie unter den Hammer und das ist ziemlich wörtlich gemeint: Nach dem Besuch bei Novitec misst der F12 an der Hinterachse 205 Zentimeter in der Breite, elf Zentimeter mehr als beim Original. Bei Autobahnbaustellen ist die linke Zwei-Meter-Spur nun also endgültig tabu.

Elf Zentimeter breiter
Erzeugt werden die dicken Backen durch Kotflügelverbreiterungen, die nahtlos in die Serienkarosserie übergehen. Für die vergrößerten Radhäuser wurden eigens Innenkotflügel modelliert. Hier drehen sich nun spezielle 22-Zoll-Schmiederäder, die mit Pirellis in der Dimension 335/25 ZR 22 bezogen sind. Da auch die Vorderkotflügel gegen jeweils drei Zentimeter breitere Exemplare ausgetauscht werden, entsteht eine schicke Wespentaille. Vorn rotieren 21-Zöller, die Reifen der Größe 255/30 ZR 21 tragen.

Große Öffnungen für Kühl- und Abluft
Für die Luftströme am Auto hat der Tuner neue Lösungen gefunden: An der Rückseite der vorderen Kotflügel gibt es auf jeder Seite einen Längsschlitz, der die heiße Abluft der Keramikbremsen schnell ableitet. In den hinteren Seitenteilen finden sich große Atemlöcher, die den Fahrtwind zu den Verzögerungselementen an der Hinterachse leiten. Markante Carbon-Seitenschweller sollen den Luftstrom verwirbelungsfrei von vorn nach hinten transportieren. Und wie nicht anders zu erwarten, kümmern sich neue Schürzen und Spoiler um die Belange der Aerodynamik. Besonders auffällig sind das zentrale Frontschwert und der Carbon-Grill, die den Zweisitzer bitterböse grinsen lassen. Hinten generiert eine Kombination aus fünfteiligem Diffusor und großem Heckflügel zusätzlichen aerodynamischen Abtrieb bei hohem Tempo.

40 Millimeter tiefer
Der heiße Hengst wird mit Sportfedern um bis zu 40 Millimeter tiefergelegt. Da der Wagen dann fast den Asphalt küssen könnte, hat der Tuner ein Front-Lift-System im Angebot, das beispielsweise Tiefgaragen-Einfahrten den Schrecken nimmt. Auf Knopfdruck hebt eine Hydraulik die Vorderachse um etwa 40 Millimeter an.

350 km/h Spitze
Da ein Ferrari offensichtlich nie genug Leistung haben kann, werden dem 6,3-Liter-V12 per Kennfeldoptimierung 781 PS bei 8.600 Touren abgepresst. Das maximale Drehmoment von 722 Newtonmeter prasselt bei 6.400 Umdrehungen auf die Kurbelwelle. Nur zur Info: Schon das Serienmodell powert mit 740 PS und 690 Newtonmeter. Der Novitec Rosso fährt 350 km/h schnell und überholt damit die Serie um zehn km/h.

400.000 Euro
Der Innenraum wird nach den Vorstellungen der Kunden individuell mit Leder und Alcantara gestaltet, daher variiert natürlich auch der Preis des Autos. Wer den getunten F12berlinetta will, muss sich bei Günther Jauch schon weit hochkämpfen: Der Serienwagen kostet 268.400 Euro, für den Umbau kommen nochmal etwa 130.000 Euro hinzu, das macht knapp 400.000 Euro.

Bitterböser Breitling