Elektro-Rennwagen soll 300 km/h schaffen

Über 4.500 Kilometer Gesamtdistanz und Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h: Die 24 Stunden von Le Mans scheinen sich als Spielwiese für Elektrofahrzeuge ganz und gar nicht zu eignen. Doch im Februar 2013 verkündete Nissan-Chef Carlos Ghosn das Ziel, im Jahr 2014 mit einem Elektroauto bei den 24 Stunden von Le Mans anzutreten. Schon im Juni 2013 wurde daraufhin ein erster Prototyp des Rennwagens gezeigt. Nun enthüllte Nissan in Yokohama eine weiterentwickelte Version. Der futuristisch gestylte Zeod RC erhielt unter anderem neue Kühllufteinlässe und aerodynamische Verbesserungen.

Wahlweise Elektro- und Verbrennungsantrieb
Anlässlich der Enthüllung wurden auch erste technische Details genannt. So wird klarer, wie die gestellten Aufgaben bewältigt werden sollen: Bei dem neuen Rennwagen handelt es sich offenbar eher um ein Hybrid- als um ein Elektrofahrzeug. Denn der Fahrer kann per Schalter vom Elektro- auf konventionellen Antrieb umstellen. Dazu hat der Zeod RC einen kleinen, leichten Verbrennungsmotor mit Turboaufladung an Bord. Die Batterie wird über Rekuperation wieder aufgeladen. Weitere technische Details, etwa zur Systemarchitektur, zur genauen Funktionsweise, den Leistungsdaten oder dem Gewicht, verrät Nissan noch nicht.

Eine Le-Mans-Runde rein elektrisch
Beim Rennen in Le Mans wird der Zeod RC in der ,Garage 56" starten, die für Experimentalfahrzeuge bestimmt ist. Als erstes Auto soll er eine volle Runde auf dem 13,5 Kilometer langen Le-Mans-Kurs ausschließlich mit elektrischer Kraft absolvieren. Das Fahrzeug soll dabei Geschwindigkeiten über 300 km/h erreichen und die Runde schneller beenden als ein Fahrzeug der GTE-Klasse. In dieser Gran-Turismo-Endurance-Kategorie starten serienbasierte Sportwagen mit stärkeren aerodynamischen Modifikationen – die Gruppe lief früher unter der Bezeichnung GT2.

300 km/h praktisch lautlos
"Das Auto bei 300 km/h praktisch lautlos die Mulsanne-Gerade runterrasen zu sehen, wird einmalig sein", so der Chef von Nissan Motorsport-Innovationen, Ben Bowlby. Das beim Le-Mans-Einsatz erworbene Wissen soll auch bei der Entwicklung kommender Versionen des Nissan Leaf und anderer Elektroautos von Nutzen sein, so Bowlby weiter. Einen Blick auf den Zeod RC konnte man bei den Sechs Stunden von Fuji werfen. Das Rennen der FIA-Langstreckenmeisterschaft (FIA World Endurance Championship, WEC) wurde am vergangenen Sonntag, den 20. Oktober, ausgetragen. Dabei konnte auch Michael Krumm das Auto kennen lernen. Der Deutsche gewann 2011 für Nissan die FIA GT1 World Championship und wird zu den Testfahrern gehören.

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