McChip-DKR baut aufgebockte 800-PS-G-Klasse

Die Mercedes G-Klasse musste in ihrem ellenlangen Leben bereits für sehr viele Tuningsünden herhalten. Aber was soll sie auch machen? In ihrem 37. Lebensjahr ist die kastige Ikone beliebter denn je. Vor allem muss man attestieren: Je absurder (sprich: stärker oder höher) die G-Klasse, desto mehr Menschen wollen sie. Und wo viele Menschen etwas Schnelles, Verrücktes und exorbitant Teures wollen, sind in der Regel andere Menschen nicht weit, die das Ganze noch schneller, noch verrückter und noch teurer machen.

Es hat 810 PS
Lange Rede, kaum Sinn: Tuner McChip-DKR hat einen Mercedes G 63 AMG aufgebaut, der an reiner Absurdität nur schwer zu übertreffen ist. In etwa wie der hanebüchene G 63 AMG 6x6, nur mit einer Achse weniger und wesentlich mehr Dampf. Das finden wir an sich schon mal ziemlich gut. Was wir auch gut finden: McChip holt aus dem 5,5-Liter-Biturbo-V8 mittels allerlei Software-Tricks, einer Turbolader-Überarbeitung und ein bisschen mehr Freiheit im Abgasstrang reichlich sagenhafte 810 PS und 950 Newtonmeter. Nur zur Einordnung: Das sind 266 PS und 190 Newtonmeter mehr, als ursprünglich von AMG vorgesehen.

Fahrwerk für gröbere Situationen
Um seinem MC800 genannten G-Klasse-Umbau den letzten Rest Vernunft aus dem Blech zu jagen, setzt der Mechernicher Tuner auf eine ,Fahrwerksanpassung" per Portalachsen (wie beim G 63 AMG 6x6 und dem kaum weniger wilden G 500 4x4²). Neu ist allerdings ein exakt auf diesen Wahnsinn abgestimmtes KW-Fahrwerk mit elektronischen und wahrscheinlich äußerst großen Dämpfern. Damit geht der G 63 um satte 15 Zentimeter in die Höhe und um insgesamt 24 Zentimeter in die Breite. Das sieht nicht nur beängstigend aus, sondern macht in Verbindung mit seriös profilierten 18-Zoll-Rädern auch in jeglichem Gelände einen ziemlich schlanken Fuß. Der Luftdruck dieser Ich-mache-alles-platt-Pneus ist übrigens vom Fahrzeug aus regulierbar.

Auch der Preis ist heiß
Ach ja, wer 810 PS rumschleppt, sollte auch ein bisschen bremsen können. In diesem Fall richtet es eine Movit-Anlage an beiden Achsen. Sollten Sie also vorhaben, ein Viertel-Meilen-Rennen im Urwald zu fahren oder wenn die Nordschleife irgendwann mal zu Sumpfgebiet mutiert, dann wissen Sie jetzt, wo sie das passende Auto finden. Alles in allem kostet der Umbau etwa 100.000 Euro (allein das Fahrwerk verschlingt um die 60.000 Euro). Den knapp 140.000 Euro teuren G 63 müssen Sie allerdings selber mitbringen. Und dennoch, sehen Sie es positiv: Sollte der G 500 4x4² jemals auf den Markt kommen, wird er auch nicht günstiger sein. Und der 544 PS starke G 63 AMG 6x6 kostet (wenn Sie überhaupt noch einen kriegen) mindestens 450.000 Euro.

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