Modellpflege für Jaguar XJ

Jaguar gönnt seinem Flaggschiff XJ das größte Update seit der Markteinführung im Jahr 2010. Wobei ,größtes Update" im Prinzip heißt: Mini-Retuschen im Außenbereich, etwas mehr Power für den Diesel und ein paar dringend benötigte Technologie-Auffrischungen. Außerdem erhält nun auch die Luxus-Limo Jaguars neue elektromechanische Servolenkung EPAS.

Erkennen Sie den Unterschied?
Von außen erkennt man den gelifteten XJ an einem etwas größeren Kühlergrill, neuen Voll-LED-Scheinwerfern und neu gestalteten LED-Tagfahrleuchten. Innen will Jaguar das Ausstattungs- und Qualitätsniveau verbessert haben. Neu sind dazu die Ausstattungslinien R-Sport und Autobiography. ,R-Sport" orientiert sich mit allerlei Spoilern, Splittern und Schwellern sowie 20-Zöllern optisch am Topmodell XJR. ,Autobiography" kommt mit Chrom-Lufteinlässen und einem aufwendig verzierten Innenraum, allerdings nur in Verbindung mit langem Radstand.

Entstaubtes Infotainmentsystem
Viel wichtiger: Eine der größten Schwachstellen des XJ – das ziemlich antiquierte Infotainmentsystem – wandert zugunsten einer deutlich schnelleren Lösung mit Acht-Zoll-Touchscreen endgültig aufs Altenteil. Zudem können die Navi-Karten nun im Vollbild auf dem frei konfigurierbaren 12,3-Zoll-Instrumentendisplay angezeigt werden. Für Konzertsaal-mäßigen Klanggenuss soll beim XJ künftig ein 1.300 Watt starkes Meridian-Soundsystem mit sage und schreibe 26 Lautsprechern sorgen. Für die Fondpassagiere gibt es ein neues Entertainment-Paket mit zwei klappbaren 10,2-Zoll-Bildschirmen.

Neue Helferlein
Auf dem Gebiet der elektronischen Alltags-Heinzelmännchen rüstet der geliftete XJ mit einer Verkehrszeichenerkennung, einem Einpark-Assistenten, einer 360-Grad-Ansicht und einer Geschwindigkeitsregelung mit Stauassistent auf. Und auch die von Land Rover entwickelte All-Surface-Progress-Control ist nun lieferbar. Das System lässt den großen Jag auf sehr schlechtem oder rutschigem Grund ohne durchdrehende Antriebsräder beschleunigen. Zwischen 3,6 und 30 km/h übernimmt die Elektronik Gas und Bremse. Nur lenken muss der Fahrer dann noch selbst.

Neuer Diesel ist stärker und sparsamer
Der XJ war schon immer eines der agilsten und Fahrspaß-orientiertesten Angebote seiner Klasse. Dass der 3,0-Liter-V6-Diesel (der Motor, den die meisten Menschen kaufen) nun eine ganze Schippe mehr Kraft bekommt, dürfte da nicht wirklich stören. Jaguar spendiert 25 PS und großzügige 100 Newtonmeter mehr. Insgesamt reißen nun also 300 PS und 700 Newtonmeter an der hinteren Achse. Die Zeit für den Null-auf-100-km/h-Sprint fällt um 0,2 auf 6,2 Sekunden, der Verbrauch tut das gleiche und zwar von 6,1 auf 5,7 Liter. Weitere Motorisierungen sind der 3,0-Liter-V6-Benziner mit 340 PS und Allradantrieb sowie der brachiale 550-PS-Kompressor-V8 im XJR. Der XJ Modelljahr 2016 ist ab sofort bestellbar. Die Preise starten bei 81.000 Euro für den Diesel (680 Euro teurer als bisher), der XJR kostet mindestens 142.400 Euro (plus 1.080 Euro). Zum Vergleich: Für den brandneuen BMW 7er mit 265-Diesel-PS werden im besten Fall 81.900 Euro fällig.

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