Hybrid-Rennversion: Erste Bilder des McLaren P1 GTR

Stück für Stück geht es voran mit dem McLaren P1 GTR, das zeigen jetzt auch die neuesten Innenraum- sowie Testfahrtaufnahmen. Alleine der Anblick des Lenkrads macht klar: McLaren meinte es ernst, als es hieß, mit dem P1 GTR werde das bisher beste Rennstreckenfahrzeug gebaut. Man sollte allerdings angesichts des horrenden Kaufpreises von 2,5 Millionen Euro sowie der Limitierung auf gerade einmal 30 Fahrzeuge lieber nach draußen gehen und auf einen Blitz warten – die Wahrscheinlichkeit von einem getroffen zu werden wird wohl höher sein –, als jemals auf eine eigene Testfahrt in einem P1 GTR zu hoffen.

Weltmeister-Lenkrad
Die Bilder zeigen ein Interieur, das völlig auf den zukünftigen Fahrer ausgerichtet sein wird. Reduziert auf das Nötigste besteht der Innenraum – wie auch das nur 90 Kilogramm leichte Monocoque – aus Kohlefaserverbundwerkstoff. Zentrales Element ist wie bereits erwähnt das neu entwickelte Lenkrad. Es basiert auf dem Design des Formel-1-Wagens MP4-23, der unter der Pilotierung von Lewis Hamilton 2008 den Weltmeistertitel gewinnen konnte.

System-Motorleistung
Während der Serien-P1 mit schlappen 916 PS und 900 Newtonmeter maximalem Drehmoment zurechtkommen muss, entwickelt das System aus 3,8-Liter-V8 und Elektromotor im P1 GTR ziemlich genau 1.000 PS. Mit dem reduzierten Fahrzeuggewicht (der Standard-P1 wiegt rund 1,5 Tonnen) sollten sicher bessere Fahrleistungen drin sein als die trägen 16,5 Sekunden, die der P1 mit Straßenzulassung braucht, um auf 300 km/h zu beschleunigen.

Komfortabel für den Kunden
Auf den nötigen Komfort bei heißen Rennen muss im GTR aber keineswegs verzichtet werden. Man höre und staune, aber die Klimaanlage bleibt selbst in der Rennversion erhalten. Die aktuellen Testfahrer werden sich sicherlich freuen, denn die jetzigen Erprobungsfahrten fanden auf der Wüstenrennstrecke in Bahrain statt. Vielleicht nur ein Zufall, aber die Vermutung liegt nahe, dass McLaren gerade in den arabischen Ölmultis und Emirats-Führern den Hauptkundenstamm sieht. Steigen die um 2,5 Millionen Euro erleichterten Neubesitzer ein, nehmen sie in ultraleichten Sitzen im DTM-Design Platz. Sie sind mit Sechspunktgurten ausgestattet und direkt mit der Karosserie verschraubt.

Fahrertraining inklusive
Obwohl alle Fahrzeugkäufer eigentlich mit dem P1 vertraut sein dürften (man kann sich nur einen GTR kaufen, wenn man bereits einen von 375 regulären P1 besitzt), erhalten sie ausnahmslos ein 1:1-Fahrertraining für den Super-Boliden. Die meisten der Käuferschicht hätten zwar keinen finanziellen Schaden, wenn sie aus ihren Petro-Dollars im Handumdrehen Altcarbon (Altmetall passt hier ja leider nicht) machen, aber die Fahrtraining-Events muss man sich angesichts der gewählten Lokalitäten auch nicht unbedingt entgehen lassen. Sie finden auf den geschichtsträchtigsten Formel-1-Kursen statt und ähneln in ihrem Aufbau den Trainingseinheiten, die auch künftige Formel-Fahrer absolvieren ,müssen".

Vielleicht doch einen Gebrauchten?
Auch wenn das Folgende völlig obsolet erscheinen mag: Ab Juni 2015 wird die Produktion des P1 GTR beginnen. Genau dann, wenn der letzte straßenzugelassene P1 die Fertigung verlässt. Wer dann keinen GTR ersteht, hat immer noch die Möglichkeiten auf den McLaren F1 GTR auszuweichen. Von der Rennversion des V12-Boliden wurden zwar nur 28 Stück gebaut, dafür haben einige aber sogar eine offizielle Zulassung für den Straßenverkehr.

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