Von Plug-in-Hybrid bis Wasserstoff: BMW stellt die Weichen

Seien es die i-Modelle oder diverse Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid: BMW gilt unter den Premiumherstellern derzeit als innovativ. Aber man ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern blickt in die Zukunft. Die zentralen Themen sind Sparsamkeit und alternative Kraftstoffe. Hier zeigt BMW jetzt neue Lösungen.

Van unter Strom
Bereits recht seriennah wirkt der BMW 2er Active Tourer mit Plug-in-Hybrid. Die Verbrenner-Elektro-Kombination gibt es neben dem i8 seit kurzem auch im X5, der 3er wird sie ebenfalls erhalten. Im Fall des 2er Active Tourer wird ein quer eingebauter Dreizylinder-Turbo mit 136 PS mit einem E-Motor auf der Vorderachse gekoppelt, der aus dem Stand mit etwa 15 Kilowatt Leistung und rund 150 Newtonmeter den Ottomotor ,boostet". Ein weiterer Elektromotor ist mitsamt der Leistungselektronik über der Hinterachse positioniert. Mit einer Leistung von bis zu 65 kW respektive 88 PS und einem maximalen Drehmoment von 165 Newtonmeter werden die Hinterräder angetrieben. So entsteht ähnlich wie beim i8 eine Art Allradantrieb. In nur 6,5 Sekunden soll der Kompaktvan auf Tempo 100 sprinten, beim Normverbrauch erwartet BMW einen Wert von rund zwei Litern. Rein elektrisch kommt der Wagen 38 Kilometer weit, unter Strom sind bis zu 130 km/h drin. Das Kofferraumvolumen soll unverändert bleiben, der spätere Serienpreis soll auf dem Niveau des ungefähr gleich starken 225i Active Tourer liegen, der 38.000 Euro kostet.

Wasser marsch!
Die zweite Zukunftsidee von BMW klingt im ersten Moment eher bizarr: direkte Wassereinspritzung. Aber diese Lösung wird schon seit einiger Zeit im M4 MotoGP SafetyCar eingesetzt. Jetzt zeigt die Firma, wie eine praxisnähere Variante aussehen kann. Konkret handelt es sich um einen 1er mit Dreizylinder-Benziner. Mit der direkten Wassereinspritzung lässt sich laut BMW das Potenzial der Turboaufladung noch intensiver nutzen. Das Wasser wird als feiner Sprühnebel in den Sammler des Saugmoduls eingespritzt und soll so die Verbrennungstemperatur im Motor um gut 25 Grad senken. Dieser Kühleffekt führt bei Volllast zu einem deutlich gesteigerten Wirkungsgrad, zugleich kann die Verdichtung angehoben werden, während die Gefahr der Klopfneigung sinkt. Die Verbrauchsreduzierung soll im Alltag bis zu acht Prozent betragen. Zum Vergleich: Bislang liegen die Dreizylinder-Benziner im 1er im Durchschnitt bei fünf Liter. Und wo wird das Wasser gespeichert? BMW zufolge muss man nicht die Gießkanne holen. Wasser, das durch Verdunstung in der Klimaanlage anfällt, wird gesammelt. Nach jedem Abstellen des Motors wird das Wasser aus dem Leitungssystem in einen Tank zurückbefördert, um ein Vereisen der Komponenten bei Minusgraden zu verhindern.

Hilfe aus Japan
Schon seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sich BMW mit dem Wasserstoffantrieb. Doch in den letzten Jahren wurde es recht still um die Brennstoffzelle. Seit 2013 arbeiten die Münchner mit Toyota zusammen. Die Japaner haben kürzlich mit dem Mirai ein serienmäßiges Wasserstoffauto vorgestellt. Ziel der Kooperation ist laut BMW die Fertigstellung einer ersten Gruppe von geprüften Komponenten bis 2020. Langfristig soll der Wasserstoffantrieb in Verbindung mit einer spezifischen Fahrzeugarchitektur das Programm der Marke ergänzen.

Vieles bereits machbar
Doch anhand eines umgebauten 5er GT zeigt man schon jetzt, was machbar ist. Die Brennstoffzellen, deren Gehäuse und die Nebensysteme sind Resultate der Allianz mit Toyota. Der Elektromotor leistet 180 Kilowatt entsprechend 245 PS, die Leistungselektronik und die Hochvoltbatterie dienen als Zwischenspeicher. Hier greift BMW auf die Erfahrungen der i-Modelle und der Plug-in-Fahrzeuge zurück. Der Wasserstoff wird in einem Tunneltank zwischen Vorder- und Hinterachse bei 350 bar Druck gespeichert. Die Reichweite soll bei über 500 Kilometer liegen.

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