Designstudie Renault Duster Oroch auf der São Paulo Motor Show

Mit Pick-ups ist es eigentlich immer das Gleiche: Eigentlich werden sie meistens als Lastenesel eingesetzt, von Handwerkern, Landwirten und dergleichen. Aber weil sich Spitzhacken und Torfsäcke auf der Ladefläche schlecht machen, lassen die PR-Abteilungen der Hersteller lieber Surfbretter oder Motorräder aufladen – und verkaufen das Ganze dann als Lifestyle-Fahrzeug. Dieser Trend macht auch vor Schwellenländern nicht halt, wie nun eine Designstudie von Renault zeigt.

Ein Duster-Pick-up von Renault
Für die Präsentation hat sich der französische Hersteller die São Paulo Motor Show in Brasilien (30. Oktober bis 9. November 2014) ausgesucht. Sie ist die größte Automesse Südamerikas. 2012 zog sie etwa 748.000 Gäste an und ist damit von der Besucherzahl her mit der IAA vergleichbar, die im Jahr 2011 rund 928.000 Ticket-Käufer zählte. Die neue Pick-up-Studie namens Duster Oroch basiert, wie der Name schon sagt, auf dem Duster, der in Südamerika unter der Marke der Konzernmutter Renault verkauft wird. Sie besitzt eine viertürige Doppelkabinen-Karosserie mit Platz für fünf Personen. Pick-ups machen in Südamerika fast 75 Prozent des Markts für leichte Nutzfahrzeuge aus, was etwa 920.000 Fahrzeugen entspricht. In diesem Markt ist Renault bisher nicht tätig, will aber künftig mindestens zwei Pick-up-Modelle anbieten. Das jetzt gezeigte Duster-Derivat könnte eines davon sein.

Für Kitesurfer oder Kaffeebauern?
Gestaltet wurde das Auto vom Renault-Designzentrum für Lateinamerika (RDAL) in São Paulo, einem von weltweit fünf Designzentren der Marke. Das Show-Car ist mattweiß lackiert und hat ein dunkel getöntes Glasdach. Orangefarbene Details, etwa auf der Fronthaube und an den Türgriffen, sollen die Sportlichkeit des Autos verdeutlichen. Statt der Welt des Kartoffelanbaus, der Sojabohnen oder des Kaffees hat man sich das Kitesurfen als Inspirationsquelle ausgesucht. Der Duster Oroch steht auf 18-Zoll-Rädern mit Reifen der Größe 255x60 R18. Außerdem hebt der Hersteller die große Bodenfreiheit sowie die breiten Plastik-Schutzleisten an der Karosserie hervor

In die Flanken integrierte Weitwinkel-Kameras
Eine Besonderheit ist die Dachreling, die sich nach hinten durch einen Dachspoiler hindurch nach unten bis zur Ladefläche hinabzieht. Durch Einkerbungen lassen sich in diesem Holm mehrere Kitesurfer-Bretter unterbringen. Mit zwei Weitwinkel-Kameras, die seitlich in die B-Säulen integriert sind, können die Insassen die akrobatischen Aktionen der Surfer festhalten. Die Bilder werden innen in Echtzeit auf einem großen Display in der Mittelkonsole wiedergegeben. Dabei lassen sich die Kameras über ein Drehrad neben dem Schalthebel steuern. Wie außen finden sich auch innen orangefarbige Details, die mit dem dunklen Grundton des Cockpits kontrastieren. Passend zur Kitesurfer-Idee sind das Armaturenbrett, die Türinnenverkleidungen und die Sitzbezüge aus einem Material, das an Neopren-Anzüge erinnern soll. Dabei verwendet Renault eine so genannte Cover-Carving-Technologie. Dabei wird eine zusätzliche Lage Schaum in den Sitz integriert, was die Widerstandsfähigkeit bei intensiver Benutzung erhöhen soll.

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