Die Neuauflage des Kult-Kleinwagens bleibt sich treu

Kaum wird die nächste Mini-Generation enthüllt, greifen die Texter in die Vollen: Die Fenstergrafik erzeuge in der Seitenansicht eine ,dynamische Keilform, die auf den Vorwärtsdrang hinweist". Wie dem auch sei, wir wollen in Designfragen nicht streiten und halten fest, dass der neue Mini noch am ehesten von hinten als solcher zu identifizieren ist.

Leicht zugelegt
Halten wir uns lieber an die Fakten: Die Karosserie des Mini ist um knapp zehn Zentimeter gewachsen und misst nun 3,82 Meter, beim Cooper S sind es 3,85 Meter. Die Breite wächst um rund vier Zentimeter, während die Höhe praktisch gleich bleibt. Der Radstand wurde auf 2,49 Meter verlängert, die Spurweite legt auf 1,50 Meter zu. Innen gibt es Vordersitze mit verlängertem Verstellbereich und eine 23 Millimeter längere Sitzfläche. Der Kofferraum wächst um 51 auf künftig 211 Liter, optional ist ein variabler Ladeboden zu haben.

Aus für den Monster-Tacho
Auffallendste Änderung im Cockpit: Das bratpfannengroße Zentralinstrument bleibt zwar erhalten, enthält aber nur noch ein TFT-Display beziehungsweise optional ein bis zu 8,8 Zoll großes Farbdisplay für Klimatisierung, Navigation und Entertainment. Der bislang äußerst schlecht ablesbare Tacho wandert auf die Lenksäule. Tempo und Drehzahl und Tankinhalt werden per übereinander gelagerter Rundinstrumenten angezeigt. Diese Lösung erinnert etwas an frühere Modelle des Porsche 911. Ebenfalls neu: Der bislang übliche Schlüsseleinschub fällt weg. Sobald sich der Schlüssel im Innenraum befindet, wird der Motor per dickem roten Kippschalter in der Mittelkonsole gestartet. Noch eine praktische Neuerung: Die Tasten der elektrischen Fensterheber befinden sich endlich in den Türen.

Alles ist möglich
Die Liste der optionalen Ausstattungen ist wie gehabt üppig: Im Angebot sind verstellbare Fahrmodi mit Auswirkungen auf Dämpfer, Lenkung und Schaltzeiten, aber auch erstmals ein Head-up-Display. Erhältlich sind außerdem eine kamerabasierte aktive Geschwindigkeitsregelung, eine Auffahr- und Personenwarnung mit Anbremsfunktion, ein Parkassistent und eine Verkehrszeichenerkennung, um nur eine Auswahl zu nennen. Für die junge Mini-Kundschaft nicht unwichtig ist die mögliche Online-Verbindung des Wagens, um Facebook und Co., aber auch Musik aus de Netz nutzen zu können.

Flotte Dreier
Zum Start im Frühjahr 2014 stehen zunächst drei Motoren bereit: Im Mini Cooper arbeitet ein Benzindirekteinspritzer mit Turbo aus der neuen BMW-Dreizylinderfamilie mit 1,5 Liter Hubraum und 136 PS. Ab 1.250 Umdrehungen stehen hier mit Overboost 230 Newtonmeter maximales Drehmoment bereit, in 7,9 Sekunden geht es auf Tempo 100. Maximal sind 210 km/h drin, der Verbrauch liegt je nach Getriebe zwischen 4,5 und 4,8 Liter je 100 Kilometer. Weil bei den neuen BMW-Benzinern pro Zylinder 500 Kubik zusammenkommen, holt der Vierzylinder-Turbo im Cooper S seine 192 PS aus zwei Liter Hubraum. Seine weiteren Eckdaten: 300 Newtonmeter ab 1.250 Touren, 6,8 Sekunden auf 100, 235 km/h Spitze und 5,7 Liter Verbrauch mit Handschaltung. Für Dieselfreunde steht ein 1,5-Liter-Selbstzünder aus dem BMW-Baukasten bereit. Er leistet 116 PS und bietet 270 Newtonmeter ab 1.750 Umdrehungen. In 9,2 Sekunden beschleunigt er auf 100 km/h, bei 205 km/h endet der Vortrieb. Sein Verbrauch liegt zwischen 3,5 und 3,8 Liter, das entspricht 92 bis 99 Gramm CO2.

Maßvoll teurer
Serienmäßig bekommt der neue Mini ein Sechsgang-Schaltgetriebe, optional ist eine neu entwickelte Sechsgang-Automatik erhältlich. Beide Schaltoptionen werden mit einem Start-Stopp-System verbunden. In Verbindung mit der Automatik ist zudem Leerlaufsegeln mit abgekoppeltem Antriebsstrang möglich. Ein Schnäppchen war der Mini noch nie, doch überraschenderweise werden die Preise nur minimal um 50 respektive 100 Euro angehoben, obwohl die PS-Zahlen etwas steigen. Der Cooper startet bei 19.700 Euro, für den Cooper S werden 23.800 Euro fällig. Diesel-Freunde müssen 21.450 Euro auf den Tisch legen.

Bildergalerie: Mehr Mini