Der Trident Jet Engine ist der schnellste Peel der Welt

Man muss Großbritannien einfach gern haben: Es gibt eine Tradition, bei der die Inselbewohner einem Laib Käse nachhechten, der einen steilen Hang hinunter gerollt wird. Der Gewinner dieses Events hat danach nicht nur meist eine Menge blauer Flecken, sondern gewinnt tatsächlich auch den Hauptpreis, den Käse. Ebenso verwunderliche Eigenarten auch im Automobilbau der Briten wiederzufinden, ist nur logisch. Eines von diesen eigenwilligen Auto-Experimenten war der von 1965 bis 1966 gebaute Peel Trident. Der wurde kürzlich nicht nur neu aufgelegt, nein, die Untertanen der Queen setzten jetzt noch einen drauf und stellten den bisher schnellsten Trident auf die Beine.

Dragster-Rennsport beim "Flames and Thunder"-Event
Alljährlich treffen sich die Freunde des Dragster-Rennsports auf dem Santa Pod Raceway zwischen London und Birmingham zur ,Flames and Thunder"-Veranstaltung. Dort fährt alles, was schnell, laut und wenn möglich von Turbinen befeuert wird. Ein normaler Peel Trident – von einem 0,05-Liter-Benziner mit sagenhaften 4,2 PS angetrieben – erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von atemberaubenden 45 km/h und würde dort nicht gerade die Wurst vom Brot ziehen. Das dachten sich auch die Peel-Ingenieure sowie die Mitglieder des ,DIY gas turbin"-Vereins und erschufen aus diesem Anlass auf Basis des Pygmäen-Zweisitzers einen winzigen Turbinen-Wagen.

Motorwinzling raus, Gasturbine rein
Der Rekordhalter ist auf vier – statt wie in der Serie auf drei – Rädern unterwegs. Das Chassis wurde grundlegend geändert. Die Karosserie sitzt auf einem modifizierten Gitterrohrrahmen, die Bodenfreiheit beträgt nur noch zwei Zentimeter und die Verzögerung wird von Siebenzoll-Bremsscheiben gewährleistet. Die Scheiben sind nötig, denn das 50-Kubik-Motörchen flog raus und rein kam eine Gasturbine. Die Kompressor- und Turbinen-Sektion wird von einem Holset HX80 gebildet, die Einspritzung kommt von Bosch und die Brennkammer wurde aus einem alten Feuerlöscher geschweißt. Oh Wunder, dass da keiner genau weiß, wie viel Leistung die Turbine letztendlich entwickelt.

Nur zwei Testfahrten und schon Rekordhalter
Die unbekannte Kraftentfaltung hat es aber geschafft, den Turbinen-Trident bei nur zwei Testfahrten zum schnellsten Peel der Welt zu machen. Im ersten Lauf schaffte der Kleine 105 km/h in der Spitze, im zweiten standen sogar 126 km/h auf der Uhr. Dabei brüllt das Gasturbinen-Herz des Zwergs gewaltig nach Kerosin. Neun Liter Leichtbenzin verschlingt das Kraftpaket in nur drei Minuten. Laut Entwickler war die erreichte Höchstgeschwindigkeit erst der Anfang. Im Frühjahr sollen die Tests fortgesetzt werden, dann könnten bis zu 145 km/h drin sein.

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