Jubiläum im Zeichen der Fahrzeug-Erprobung

Am 1. Juli 1975 setzte Fiat die Idee eines Prüf- und Testzentrums für die Automobil-Entwicklung um und eröffnete in Italien das Nardò Technical Center. Was ist aus dem Testgelände geworden, das in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiert?

Die Nardò-Geschichte
Zum Zeitpunkt der Eröffnung existierten Testbahnen für Personen- und Lastkraftwagen sowie eine Pkw-Dynamikfläche. Im Jahr 1983 folgte der Ausbau um eine Dynamikfläche für Lkw. 1999 übernahm die italienische Prototipo-Gruppe das Prüf- und Testgelände und erweiterte Nardò um insgesamt 5.000 Quadratmeter neuer Werkstatt- und Büroflächen. Damit wollte man der steigenden Testkundenzahl gerecht werden. 2002 und 2008 folgen Teststrecken zur Erprobung von Fahrkomfort und Geräuschentwicklung sowie ein Handling-Parcours, der auf einer Länge von 6,2 Kilometer einzelne Kurven der Nürburgring-Nordschleife nachstellt. Im Mai 2012 übernimmt dann Porsche die Verantwortung des Versuchsareals.

Beliebtes und legendäres Testgelände
Das Gelände genießt schon seit Langem einen legendären Ruf bei Automobilherstellern: Aufgrund der Abgeschiedenheit und der strengen Geheimhaltungsvorkehrungen ist Nardò sehr attraktiv für die Branche und deren Entwicklung. Außerdem können die Firmen binnen weniger Wochen einen gesamten Auto-Lebenszyklus mit klimatischen Bedingungen unterschiedlicher Länder nachstellen und testen. Das spart vor allem Zeit und viel Geld.

Rekorde, Rekorde, Rekorde
Geschichte wird in Nardò allerdings woanders geschrieben: Mit einem Durchmesser von vier Kilometer und einer Streckenlänge von 12,6 Kilometer gilt die Ringstrecke des Testgeländes bis heute als schnellster Automobilrundkurs der Welt. Der erste dort aufgestellte Rekord ging 1979 an den Mercedes C111-IV. Das Konzeptauto durchbrach mit exakt 403,978 km/h erstmals die 400-km/h-Marke. 1982 konnte Porsche mit einem 928 S einen 24-Stunden-Rekord einfahren: 6.033 Kilometer legte der Wagen zurück. Das entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 251,4 km/h. 1983 sorgte erneut ein Mercedes 190 E 2.3-16 für Aufsehen: In 201 Stunden, 39 Minuten und 43 Sekunden legt er eine Distanz von 50.000 Kilometern zurück. Aktuell wird der 24-Stunden-Rekord übrigens von einem VW-Konzeptauto gehalten: Der ,W12 Nardo" fuhr 323 km/h im Durchschnitt und legte so 7.741 Kilometer auf der Rundstrecke zurück.

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