Neuer Jaguar F-Type R mit Allradantrieb

Jaguar hätte auch eine ziemlich dürre Pressemitteilung herausgeben können. Darin hätte dann lediglich gestanden, dass demnächst eine Allradversion des F-Type R Coupé auf den Markt kommt. Besser liest sich dieser eher spezielle Fakt in Zusammenhang mit einer spektakulären Weltrekord-Jagd. Also organisierten die Briten eine Zusammenarbeit mit dem Team, das demnächst den Rekord für das schnellste Landfahrzeug verbessern will. Der Allrad-Jaguar ist für den Rekord natürlich viel zu langsam – er schafft nur 300 km/h. Aber er half mit, die Funkverbindung des Fahrers vorab zu testen.

Mach 1,3 im Visier
Der Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge wird derzeit von Andy Green gehalten. Er erreichte im Oktober 1997 am Steuer eines Thrust SSC in der amerikanischen Black-Rock-Wüste (Nevada) 1.227,985 km/h. Das entspricht Mach 1,016, was Überschallgeschwindigkeit bedeutet. Nun möchte der Pilot der Royal Air Force im neuen Bloodhound SSC seinen eigenen Rekord überbieten und 2016 die Marke von 1.000 Meilen pro Stunde (rund 1.600 km/h oder Mach 1,3) erreichen. Zwei übereinander liegende ,Motoren" – ein Raketen- und ein Turbofan-Triebwerk aus dem Eurofighter – sollen dabei helfen.

Jaguar und Kampfjet rasen aufeinander zu
Bei dem Rekordversuch ist die Funkverbindung zwischen dem Fahrer und der ,Bodencrew" wichtig. Diese wurde nun in der südafrikanischen Hakskeen Pan, einem ausgetrockneten See nahe der Grenze zu Botswana und Namibia, erprobt. Dazu wurden der Jaguar und ein Militärjet mit dem Kommunikationssystem des Bloodhound SSC ausgestattet. Dann rasten der Jet im Tiefflug 15 Meter über dem Boden mit mehr als 800 km/h und der F-Type mit Topspeed 300 aufeinander zu. Zusammen ergibt das über 1.100 km/h – ein Tempo, das der angepeilten Rekordgeschwindigkeit schon recht nahe kommt. Dabei funktionierte die Funkverbindung einwandfrei.

Präsentation in Los Angeles
Offiziell wird das neue AWD-Modell auf der LA Auto Show (21. bis 30. November 2014) präsentiert. Es dürfte den gleichen, 550 PS starken V8 unter der Haube haben wie der Hecktriebler. Gegenüber dieser Version verbessert sich der Sprintwert um eine Zehntelsekunde auf 4,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist die gleiche. Zu den übrigen Daten und vielleicht auch dem Preis wird man wohl zur Messe mehr erfahren. Das F-Type R Coupé kostet 103.700 Euro, mit Allradantrieb könnte das Auto bei 108.000 Euro liegen. Zum Vergleich: Der noch 20 PS stärkere und ebenfalls mit Allradantrieb ausgestattete Porsche 911 Turbo ist erst ab 165.149 Euro zu haben. Er schafft den Tempo-100-Sprint freilich auch in 3,4 Sekunden.

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