TÜV-Report 2014: Erste Früchte des neuen Mangelbaums

Der TÜV-Report gibt alljährlich Auskunft über die Zahl der gefundenen Mängel bei der Hauptuntersuchung (HU). Die Mängelquoten werden auf die einzelnen Fahrzeugmodelle und fünf verschiedene Altersklassen heruntergebrochen, sodass sich für Gebrauchtkauf-Interessenten eine Zuverlässigkeitsaufstellung mit wenig pannenanfälligen ,Mängelzwergen" und oft defekten ,Mängelriesen" ergibt.

Opel Meriva vorne
Die goldene Plakette für den mangelärmsten jungen Pkw geht in diesem Jahr an den Opel Meriva. Lediglich 4,2 Prozent der Fahrzeuge fallen durch erhebliche Mängel auf, wenn sie das erste Mal zur HU fahren. Der Minivan verweist damit den Vorjahresgewinner VW Polo auf die Plätze. Silber geht an den Mazda 2 (4,6 Prozent) und Bronze an den Toyota iQ mit 4,8 Prozent. Diese Ränge belegten im Vorjahr der Audi Q5 und der Mazda 3. Am Ende der Tabelle finden sich alte Bekannte: Dauerschlussleuchte ist der Dacia Logan mit 19,4 Prozent. Das heißt: Fast jeder Fünfte muss in die Werkstatt, nachdem er das erste Mal bei der HU war. Auf dem vorletzten Platz liegt der Fiat Panda (17,1 Prozent), Drittletzter ist der Citroën C4 mit 16,6 Prozent.

Noch lange kein "Gute Nacht" für Senioren
In der Altersklasse vier bis fünf Jahre schneiden der Toyota Prius (7,3 Prozent), der Ford Kuga (7,8 Prozent), und der Porsche Cayenne (8,1 Prozent) am besten ab. Die rote Laterne trägt wie bei den Jungen der Dacia Logan. Nach sechs bis sieben Jahren liegt wiederum der Toyota Prius (9,9 Prozent) auf Platz eins, der Porsche 911 wird auf Platz zwei (11,1 Prozent) abgedrängt. Auf dem Siegertreppchen bei den acht- bis neunjährigen Autos stehen: Porsche 911, Toyota Corolla Verso, Toyota RAV4. Eine ähnliche Verteilung ergibt sich bei den zehn bis elf Jahre alten Senioren: Porsche 911, Toyota RAV4 und Toyota Corolla. Sie müssen den Vergleich mit den ganz Jungen überhaupt nicht scheuen: Ein elf Jahre alter RAV4 fiel beim TÜV-Report 2014 seltener durch als ein dreijähriger Dacia Logan.

Mangel- und Mängelbäume
Der TÜV-Report 2014 umfasst die Ergebnisse von mehr als acht Millionen Hauptuntersuchungen von mehr als 200 Fahrzeugmodellen. Er bezieht sich auf Prüfungen vom zweiten Halbjahr 2012 bis zum ersten Halbjahr 2013. Erstmals basiert die Aufstellung auf einem einheitlichen ,Mangelbaum". Hinter dieser schönen botanischen Bezeichnung – im Jahr 2012 hieß das Gewächs noch Mängelbaum – verbirgt sich eine hierarchische Gliederung der festgestellten Defekte. Durch ein festgelegtes Bewertungsverfahren mit dem einheitlichen Mangelbaum sind die Ergebnisse nun besser vergleichbar.

Kritischer bei sicherheitsrelevanten Mängeln
Der Fokus der HU liegt jetzt noch stärker auf sicherheitsrelevanten Mängeln. So sind stark korrodierte Bremsleitungen nun immer ein erheblicher Mangel, der beseitigt werden muss, bevor es die Plakette gibt. Doch es gab auch Erleichterungen. So führt eine Antriebswellenmanschette mit leichten Rissen nun nicht unbedingt zur Plaketten-Verweigerung. Sorgenkind der TÜV-Prüfer ist nach wie vor das Licht. Hier kennen die neuen Vorgaben kein Pardon. Wesentlich zu tief eingestellte Scheinwerfer, nicht funktionierende Nebelschlussleuchten oder defekte Rückfahrscheinwerfer müssen beseitigt werden. Damit schauen die Sachverständigen nun gerade bei der Beanstandung Nummer eins genauer hin. Denn die Beleuchtung führt seit Jahren die Mängellisten an. Bei den elfjährigen Pkw fahren fast 25 Prozent mit schlechtem Licht vor.

Opel Meriva am seltensten defekt