Cadillac ATS-V als Coupé und Limousine

Um die General-Motors-Marke Cadillac ist es in Deutschland ganz schön still geworden. Wann haben Sie zum letzten Mal einen auf der Straße gesehen? Auch Händler sind rar: Gerade mal zehn (im Laufe von 2015 sollen es 15 werden) verteilen sich auf das gesamte Bundesgebiet. Trotzdem: Die Marke lebt und bewies ihre Potenz erst kürzlich mit der Einführung des Cadillac ATS Coupé. Nun haben die Amerikaner eine Nachrüstung beschlossen: Auf der Los Angeles Auto Show (21. bis 30. November 2014) wird die Sportversion ATS-V als Coupé und Limousine vorgestellt. In den USA kommt der Wagen im Frühjahr 2015 auf den Markt, für Deutschland gibt es noch keine Aussagen zur Einführung.

Sechs statt vier Zylinder
Während es den ATS bei uns nur mit einem Turbo-Vierzylinder gibt, wird der ATS-V von einem Sechszylinder vorwärtsgepeitscht. Der ist ein enger Verwandter des 3,6-Liter-V6 mit 325 PS, der im amerikanischen ATS angeboten wird. Doch die Twinturbo-Aufladung sorgt beim V-Modell für eine Leistungsexplosion: 455 PS stehen hier zur Verfügung. Dazu kommt eine Achtstufen-Automatik mit Schaltpaddles, Beschleunigungsautomatik und Performance-Schaltprogramm. So beschleunigt das Auto in nur 3,9 Sekunden auf 100 km/h und verfehlt mit einer Spitze von 299 km/h nur knapp die 300er-Marke. Von den Fahrleistungen her rangiert der ATS-V damit in der Liga des Mercedes-AMG GT – ob das Ami-Auto auch in Kurven mithalten kann, sei dahingestellt.

Mit Sportunterwäsche
Immerhin hat man sich bemüht, auch die ,Unterwäsche" auf Sportbetrieb umzustellen. So soll die Karosserie um 25 Prozent steifer sein als beim normalen ATS – was auch immer das im Vergleich mit dem Mercedes-Sportwagen bedeutet. Die Spur wurde vorne und hinten verbreitert, und beide Achsen bekamen steifere Querstabilisatoren sowie straffere Federn. All das sollte die Rollneigung deutlich verringern. Brembo-Bremsen sorgen für die Verzögerung, das Dämpfungssystem Magnetic Ride Control für die Straßenlage. Dabei sollen die Dämpfer nun um 40 Prozent schneller reagieren als bisher. Außerdem kann der Fahrer damit zwischen fünf verschiedenen Abstimmungen wählen.

Optionale Datenaufzeichnung zum Posen
Nicht nur bei der Unterwäsche, auch mit seinen sonstigen Klamotten setzt sich der ATS-V von den Verwandten ab – wie das pubertierende Jugendliche halt so machen. Am auffälligsten sind die Hutze auf der Carbon-Fronthaube und die großen, feinmaschig vergitterten Lufteinlässe. Hinten gibt es einen großen Spoiler an der Kofferraumkante und zwei Doppelauspuffrohre. Außerdem steht das Auto auf geschmiedeten 18-Zoll-Alurädern. Wem das nicht genug ist, der kann das Äußere mit einem Carbon- oder einem Track-Paket weiter aufrüsten. Und für den Internet-Poser gibt es eine Aufzeichnung für die Fahrdaten sowie für Videos. Damit kann man dann in Facebook glänzen – damit niemand sagen kann, dass Motorsport einsam macht.

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