Spitzere Nase, sparsamere Motoren: Mittelklasse-Auto kommt 2015

Dass bei Audi die Zeichen auf Renovierung stehen, ist nicht zu übersehen. Zurzeit gibt das progressiv gestylte Concept Car Prologue auf der Los Angeles Motor Show (21. bis 30. November 2014) einen konkreten Ausblick aufs Limousinen-Flaggschiff A8. Bevor aber im Jahr 2016 ein neuer Luxus-Audi die Bühne betritt, ist erst mal ein Update in der Mittelklasse fällig. Schließlich ist der aktuelle A4 schon seit 2007 im Programm und wirkt vor allem im Vergleich zur neuen Mercedes C-Klasse nicht mehr ganz taufrisch. Die Neuauflage kommt noch 2015 als Limousine, der Kombi dürfte erst etwas später Anfang 2016 antreten. Ihre Premiere werden die beiden wohl aber zusammen auf der Automesse IAA im September 2015 feiern.

Spitzere Nase
Die bei Testfahrten ertappten Erlkönig-Limousinen beantworten schon jetzt zwei wichtige Fragen: Nein, der A4 wird nicht völlig neu gestrickt, sondern in wesentlichen Punkten verfeinert. Und ja: Das neue Gesicht rückt Limousine und Kombi optisch näher an den vor wenigen Wochen gestarteten TT heran. Die Nase des A4 wird stärker gepfeilt, neue Streben in der Schürze lassen den Grill spitzer erscheinen. Wie die Studie Prologue schaut der A4-Erlkönig aus schmalen und breiten Scheinwerferaugen. Künftig werden auch LED- und Matrix-LED-Lampen angeboten, die in anderen Baureihen schon die Nacht erhellen. Die Heckleuchten werden ebenfalls schmaler geschnitzt und laufen in Richtung Kennzeichentafel spitzer zu. Ein interessantes Detail fällt an den Türen auf: Die Außenspiegelhalterungen wandern vom Fensterdreieck direkt auf die Tür.

Kommt der elektrische Verdichter?
In die Motorenpalette wird Bewegung kommen: Wie schon bei A3 und Q3 dürfte der 1.4 TFSI den Otto-Einstiegsmotor bilden. Die Besonderheit dieser Maschine liegt im COD-System (Cylinder on demand), das bei geringer Last zwei Zylinder einfach spritsparend abschaltet. Zu den Brot-und-Butter-Motoren gehört aller Wahrscheinlichkeit auch wieder der 2.0 TFSI in zwei Leistungsstufen. Richtig spannend allerdings werden die Neuerungen bei den Diesel-Aggregaten. Vor nicht allzu langer Zeit hatte Audi einen elektrischen Verdichter vorgestellt, der dem Abgasturbolader vorgeschaltet wird. Das Zusatzteil eliminiert die lästige Kraftlücke, die entsteht, bevor der Turbo richtig auf Touren kommt. Audi verrät derzeit nicht, ob im A4 schon ein oder mehrere Antriebe mit dem neuen Verdichter bestückt werden. Wünschenswert wäre es.

Plug-in-Hybrid
Nahezu sicher ist aber, dass ein Plug-in-Hybrid in den A4 Einzug hält. Das System wurde ja bereits in den A3 Sportback e-tron und den VW Golf GTE verpflanzt und auch ein entsprechendes Passat-GTE-Conceptcar stand schon im Herbst 2014 auf der Pariser Automesse. Wir denken, dass die zwei Herzen im A4 e-tron in etwa so viel leisten wie im Passat. Dort schafft der 1.4-TFSI-Motor 156 PS herbei, der Stromer liefert 85 kW (115 PS) ab und beide zusammen powern mit 218 PS und 400 Newtonmeter. Das klingt schon mal gut. Am Schluss bleibt die Frage, wie viel der neue A4 kosten wird. Das billigste Modell ist derzeit für 28.450 Euro bestellbar. Es ist anzunehmen, dass das Nachfolgemodell die 30.000-Euro-Grenze überschreitet.

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